Arnsberg-Hochsauerland

Einkaufszentren auf der „grünen Wiese“ stoppen!

+++PRESSEinformation 12/07+++

Düsseldorf, 26.02.2007 Im Streit um die Genehmigung großer Einkaufszentren „auf der Grünen Wiese“ erhält die Landesregierung Unterstützung vom nordrhein-westfälischen Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Der BUND begrüßte die Initiative von Wirtschaftsministerin Christa Thoben, den Flächenfraß durch IKEA und Co. einzudämmen. Schon jetzt gebe es viel zu viele Einkaufszentren am Stadtrand, die überflüssigen Verkehr produzierten, den angestammten Einzelhandel in den historischen Zentren gefährdeten und dort vollwertige Arbeitsplätze vernichteten. Zudem seien die großen Einkaufs- und Logistikzentren wahre Landschaftsfresser und mitverantwortlich dafür, dass in NRW jeden Tag durchschnittlich 15 Hektar Fläche verbraucht würden.

Schon die frühere rot-grüne Landesregierungen hatte das politische Ziel, den Einzelhandel in den Stadtzentren zu halten. Die nun von der Union angestrebte Novelle des Landesentwicklungsprogramm-Gesetzes konkretisiert dieses Ziel und stärkt seine rechtliche Position.

Der BUND bestärkt die Landesregierung: Eine Laissez-Faire-Politik würde zu großem volkswirtschaftlichen und ökologische Schaden führen. Stephan Günthner, Planungsexperte des BUND erläutert: "In den neuen Zentren entstehen meist weniger Arbeitsplätze als versprochen und häufig werden viele Teilzeitverträge ohne Sozialversicherungspflicht abgeschlossen. In die Innenstädte wurde in den letzten Jahrzehnten viel öffentliches Geld
investiert, um sie attraktiver zu machen. Auf der grünen Wiese dagegen profitieren Großkonzerne von niedrigen Gründstücks- und Baupreisen und können so ihre Konkurrenz in den Stadtzentren preislich unterbieten. Die
traditionellen Stadt- und Dorfzentren mit ihren kompakten Bauformen und vielfältiger Nutzung sind der Ort, an den der Einzelhandel seit Jahrhunderten gehört. Angesichts der steigenden Energiekosten und einer schrumpfenden und alternden Bevölkerung sind sie die einzig tragfähige
Lösung.“

Für den BUND ist die rechtliche Klarstellung, wo Einkaufszentren gebaut
werden dürften und wo nicht, längst überfällig. Das Unverständnis der Politiker vor Ort – ob in Köln, Oberhausen, Ochtrup im Münsterland oder anderswo – zeige, dass der kommunale Wettbewerb ohne Rücksicht auf
Nachbargemeinden und das Gesamtwohl des Landes geführt werde.

Die von der Landesregierung betriebene „Allianz für die Fläche“ könne jedoch nur glaubwürdig sein, wenn auch an anderer Stelle konsequent der Flächenverbrauch eingedämmt würde. Exzessiver Autobahnbau, die Bereitstellung großer Areale für Klima schädigende Kohlekraftwerksprojekte oder großräumige Abgrabungsvorhaben ließen die Ankündigung der Landesregierung zum Freiraumschutz sonst bloße Makulatur.

Bei Rückfragen:
Stephan Günthner, Dipl.-Ing. Stadt- und Regionalplanung, BUND–Projekt
„Zukunftsfähige Flächennutzung in NRW“,
Tel.: 0211/302 005-28, stephan.guenthner@bund.net

Mehr Infos: www.freiraumschutz-nrw.de


Dipl.-Geogr. Dirk Jansen
-Geschäftsleiter-
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V.
Merowingerstr. 88, 40225 Düsseldorf
Tel.:0049/ 211 / 30 200 5-22, Fax: -26

Besuchen Sie uns auch im Internet: www.bund-nrw.de

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