Ortsverband Bad VilbelFriedhöfe - Höfe des Friedens zwischen Mensch und NaturFriedhöfe sind Höfe des Friedens zwischen Lebenden und Toten, Gärten der Erinnerung, des Rückbesinnens, der Stille. Doch keiner Totenstille, denn die Natur lebt dort weiter, sollte eine Kulisse sein, die Einkehr, Ruhe und Erholung möglich macht.![]() blühender Efeu Alte Friedhöfe strahlen häufig diese harmonische Atmosphäre aus. Grabstätten und Grabsteine bilden eine Einheit, der jede Aufdringlichkeit und Auffälligkeit fehlt. Und selbst dort, wo aus Platzmangel die Gräber dicht an dicht liegen, haben unsere Vorfahren gerne durch Strauchgruppen und hochstämmige Bäume den Bogen in die Weite der Landschaft und die Höhe des Himmels geschlagen. Alte Friedhofsmauern bieten Fels- und Mauerfugenpflanzen rar gewordene Nischen und am Fuße der Mauern siedeln sich ebenso wie am Heckensaum nährstoffliebende an. Flechten und Moose breiten sich auf den Steinen aus und geben ihnen einen besonderen Reiz. Manche Moosarten werden überwiegend nur noch auf alten Friedhöfen gefunden. Friedhöfe dieser Art sind mehr als nur Grabfelder für Tote, sie laden auch Lebende zum Verweilen ein. In solchen Friedhofsgärten ist auf Freiflächen naturnaher Bodenbewuchs die Norm, aufgelockert durch Blütenstauden und im Herbst durch viele Blätter, durch die man angenehm raschelnd hindurchgehen kann. Hier findet sich auch eine überraschende Artenvielfalt ein, nicht selten sogar stark bedrohte Tier- und Pflanzenarten, wie Untersuchungen ergaben. ![]() Heute findet man meist nur noch eine begrenzte Auswahl an "Beetpflanzen" mit gedrungenem Wuchs und grellen Farben, die 3 bis 4 mal im Jahr ausgewechselt und weggeworfen werden, sowie bodendeckende Kleingehölze - ein Mangel an Vielfalt ist unverkennbar. In der Vergangenheit fand man auf den Gräbern überwiegend Pflanzen mit Symbolcharakter sowie Zauber- und Heilpflanzen. Blumen mit trockenhäutigen und daher dauerhaften Blütenständen, sog. "Immortellen", galten als Sinnbilder der Unsterblichkeit, solche, die einen Ring aufweisen, wie die Ringelblume, standen für die E-wigkeit, der Schlafmohn für den Todesschlaf und Lilien verkörperten die Reinheit. Seifenkraut, Wermuth, Bilsenkraut, Hauswurz und viele andere Zauber- und Heilpflanzen sind gegenwärtig ebenso von den letzten Ruhestätten der Menschen verschwunden wie eine Vielzahl einheimischer Wildpflanzen - es wäre für die Natur aber auch für den Betrachter schön, wenn diese Pflanzen in Zukunft wieder in unseren Friedhöfen einen Platz finden könnten. Tipps für eine umfassende umweltgerechte Grabpflege:• Verwenden Sie keinen Torf sondern Rindenmulch, er lockert den Boden und vermeidet Verunkrautung. Nur so schützen Sie unsere letzten Moore und erhalten vielen bedrohten Pflanzen und Tieren ihren Lebensraum• Ein guter Torf- und Rindenmulcherasatz ist das Herbstlaub. Verteilt zwischen den Pflanzen können hier zahlreiche Insektenarten überwintern und Vögel haben in der kalten Jahreszeit eine natürliche Futterquelle. • Verwenden Sie keine Pflanzen mit gefüllten Blüten. Greifen Sie lieber auf alte Züchtungen zurück. Auf ihnen finden Schmetterlinge, Hummeln, Bienen und andere Insektenarten eher und mehr Nahrung. • Pflanzen Sie möglichst keine Nadelgehölze: Wählen Sie Sträucher, die Beeren tragen. Sie bringen auch im Winter Farbe auf das Beet und den Vögeln Futter. • Zur Kunststoffvermeidung achten Sie beim Kauf darauf, dass die Kränze und Gestecke keine Kunststoffunterlage haben. Bestehen Sie auf natürlichen Materialien, wie z.B. Stroh- und Weide, eventuell Draht. • Vermeiden Sie grundsätzlich Grabschmuck aus Kunststoff, denn alle Materialien sollten kompostierbar sein und sich dem natürlichen Kreislauf des Werdens und Vergehens einordnen. • Verzichten Sie auf Blumen und Gestecke, die mit gold-, silber- und andersfarbigen Sprays oder sonstigen Farben behandelt wurden. |
|||||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||||
| Impressum | zum Seitenanfang | ||||||||||||||||||||