Landesverband Baden-Württemberg![]() Auf leisen SohlenScheu ist sie, die Europäische Wildkatze. Und sie lebt im Verborgenen: tagsüber schläft sie meistens und geht nachts auf die Jagd. Aber nicht nur deshalb hat sie kaum ein Waldspaziergänger je zu Gesicht bekommen. Vor allem in Deutschland ist die Wildkatze, die auch Waldkatze genannt wird, sehr selten. Nur noch geschätzte 5.000 Individuen von einstmals zehntausenden Tieren mit dem wissenschaftlichen Namen Felis silvestris silvestris leben hierzulande in den Wäldern.
Sie gehören zu den letzten Raubkatzen Europas. Früher war die Wildkatze in den Waldlandschaften Mitteleuropas noch weit verbreitet. Hier haben sie sich entwickelt und Jahrtausende überlebt. Mittlerweile ist das europäische Verbreitungsgebiet auf wenige Restbestände geschrumpft, die sich in größeren zusammenhängenden Waldgebieten befinden. Offensichtlich haben die Wildkatzen es bisher nicht geschafft, sich an die Bedingungen der modernen Kulturlandschaft anzupassen. Störungsarme Regionen der Mittelgebirge zählen nun zu ihren letzten Rückzugsgebieten. In Deutschland kommen sie in der Eifel, im Hunsrück, Pfälzerwald, Taunus, Solling, Harz, Nordhessischen Bergland und Hainich vor. Im Tiefland sind kleinere Vorkommen im Harzvorland und im Bienwald nachgewiesen.
Intensive forstliche Bewirtschaftung mit niedrigen Umtriebszeiten und hohem Erschließungsgrad bedrohen potenzielle Lebensräume der Wildkatze. Geeignete Lebensräume werden von Straßen und ausgeräumten Agrarlandschaften zerschnitten, weshalb sich die Wildkatze hier nicht ansiedelt. Untersuchungen vom BUND Thüringen zur Habitatnutzung der Europäischen Wildkatze zeigen, dass schon vegetations- und strukturverarmte Landschaftsstreifen von wenigen hundert Metern Breite die Katzen daran hindern, in andere Reviere zu wechseln.
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