BUND Kreisgruppe Bonn

E-Card-Aktion:

Bausparkassen sollen Umbau statt Neubau bewerben

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland NRW (BUND NRW) fordert die Volksbanken/Raiffeisenbanken mit einer elektronischen Postkartenaktion auf, ihre Werbestrategien zu ändern. Anstatt den Neubau von unrealistischen Traumhäusern zu propagieren, sollen sie die Aufmerksamkeit der Menschen auf den Umbau und die Modernisierung bestehender Häuser lenken. Die Gemeinden können durch baurechtliche Maßnahmen weitere Nutzungen in Reinen Wohngebieten und Hauserweiterungen ermöglichen. So würden weniger Fläche und Ressourcen für die Schaffung von Wohnraum verbraucht. Für Familien hätte dies den Vorteil, dass sie Zeit und Geld sparen.


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Einfamilienhaus bindet langfristig und macht vom Auto abhängig

Der BUND kritisiert die Volksbanken/Raiffeisenbanken für ihre Werbung: Mit unerreichbaren Bildern von Traumhäusern verführen sie die Verbraucher zu einer großen Fehlentscheidung. Einfamilienhäuser gelten als besonders familienfreundlich. Das ist aber falsch, so der BUND. Wer ins Einfamilienhaus zieht, macht sich abhängig vom Auto und muss für Einkauf und Freizeit lange Wege zurücklegen. Das macht häufig einen Zweitwagen nötig. Gerade Heranwachsende betreiben heute viele Aktivitäten, für die sie häufig von ihren Müttern mit dem Auto in die Städte gefahren werden müssen. Auch weiterbildende Schulen sind oft erst nach langer Fahrt mit Bus und Bahn zu erreichen. Das kostet unnötig Zeit und Geld.

Auch Umbau ist attraktiv: www.umbau.nrw.de

Statt den Menschen Träume vorzugaukeln, sollten die Bausparkassen die Möglichkeiten des Bestandes in den Mittelpunkt rücken. Dort steht mehr und mehr freier Wohnraum zur Verfügung. Dieser kann durch Umbau und Modernisierung an heutige Bedürfnisse angepasst werden. Die Internet-Datenbank www.umbau.nrw.de zeigt viele Beispiele, bei denen dies bereits durchgeführt wurde.

Im Bestand: Nutzungsmischung zulassen, Verkehr beruhigen und Begrünen

Die Städte und Gemeinden sollten dies durch das Baurecht unterstützen. Durch höhere Nutzungsmaße und Zulassung weiterer Nutzungen in reinen Wohngebieten können sie Ausbauten und wohnungsnahe Arbeits- und Betreuungsmöglichkeiten ermöglichen. In bereits dicht bebauten Stadtquartieren sollten sie durch Verkehrsberuhigung und Begrünung die Luftqualität verbessern, die Lärmbelastung vermindern und grüne Freiräume anbieten. Genau dies sind Qualitäten, weswegen viele Menschen „ins Grüne“ ziehen wollen.

NRW verbraucht pro Minute 100 QM Fläche - 40 % davon durch neue Wohngebiete

Der Flächenverbrauch durch neue Wohngebiete ist immens. In NRW werden pro Minute 100 Quadratmeter Fläche verbraucht. Etwa 40 % dieser Flächen werden durch neue Wohngebiete an Stadt- und Dorfrändern verursacht. Flächenverbrauch ist eine zentrale Ursache des Artensterbens und mitverantwortlich für das Verkehrswachstum der letzten Jahrzehnte. Flächensparende Wohnformen schonen nicht nur den Geldbeutel sondern sind auch ein Beitrag zum Klimaschutz.

Mehr Information

Mehr Information zur Stadt-/Dorfentwicklung und zum Flächenverbrauch: BUND-Themenseite zum Flächenverbrauch

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