Kreisverband Darmstadt-Dieburg

Änderungen des Grundwasserpegel über die Jahrzehnte und wie die Natur darunter leidet

Die Höhe des Grundwassers im Hessischen Ried, dort wo sich in Vorzeiten der Rhein ausbreiten durfte und dicke Schichten von Sand und Kies hinterlassen hat, ist heute ein Problem mit vielen Auswirkungen. Zu tiefe Grundwasserstände verursachen Setzrisse an den Häusern und setzen den Wäldern im Ried zu. In den Gärten kämpfen die Obstbäume mit dem Überleben. Bei zu hohem Wasserstand vernässen die Keller und laufen manchmal voll.

Heinz Knöbel misst seit Jahren die Grundwasserhöhen in Gräfenhausen. Die Grafik zeigt die Ergebnisse seit 1950. Hohe Grundwasserstände waren früher normal, vor allem im Frühjahr. Das Wasser trat an vielen Stellen zu Tage und wurde über Gräben abgeleitet. Die Häuser, vorwiegend Fachwerkhäuser, waren nicht unterkellert und wurden dort gebaut, wo man sich vor Hochwasser sicher fühlte. Die Bäume in den Wäldern und Gärten waren den im Durchschnitt hohen Wasserständen angepasst.



Schwankende Grundwasserstände in Gräfenhausen; Quelle H. Knöbel, Gräfenhausen


Das änderte sich Mitte des letzten Jahrhunderts. Im Boom der Nachkriegsjahre bohrte man überall im Ried große Brunnen aus denen Wasser vor allem für die Großindustrie in Darmstadt, die wachsenden Siedlungen aber auch für die Berieselung in der Landwirtschaft entnommen wurde. In der Folge sank der durchschnittliche Grundwasserstand und die Probleme an Gebäuden und in der Natur häuften sich. Bis schließlich das Regierungspräsidium in Darmstadt 1999 einen Grundwasserbewirtschaftungsplan für das Hessische Ried erstellte, um die Probleme in den Griff zu bekommen. Seitdem wird in weiten Teilen des hessischen Rieds aufbereitetes Rheinwasser infiltriert, um die Grundwasserstände anzuheben. Aber die Probleme sind immer noch da. Vor allem die Wälder leiden. Im Bereich Weiterstadt musste der Zugang zum Wald teilweise gesperrt werden und die Forstleute sind nicht sicher, ob der Wald überleben wird.

Erschwert wird eine dauerhafte Lösung durch die Prognosen der Klimaforscher. Ihre Berechnungen sagen, dass die Niederschläge in Zukunft noch ungleichmäßiger sein werden: viele Regen im Winter und im Frühjahr, gefolgt von zunehmend trockeneren Sommern.

Mehr Informationen erhalten Sie im Internet auf des Seiten von HLUG:
Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie


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