Kreisverband Darmstadt-Dieburg

Das öffentlich und private Grün in der Gärten der Region Darmstadt

Eine kritische Inspektion der Gärten in der Region gibt ein vielschichtiges Bild, hinterlässt aber nicht den Eindruck, als ob eine Regulierung durch die öffentliche Hand notwendig wäre. In den 80er Jahren, als viele Neubauviertel und Straßen gebaut wurden und die Stadtverwaltungen noch keinen Blick für öffentliches Grün entwickelt hatten war das noch anders. Damals konnte der größte deutsche Automobilklub noch mit „Freiheit für Autofahrer“ werben und die Fällung der Baumalleen propagieren. Dieter Wieland hat diese Situation eindrucksvoll in seinen Büchern und Filmen zum Thema „Grün kaputt“ dargestellt.
Die Situation hat sich inzwischen geändert und vieles ist besser geworden. Das ergab eine kritische Inspektion der Gärten und auch des öffentlichen Grüns an Straßen und Plätzen in der Region Darmstadt.


Schöne und weniger schöne Gärten

Es gibt heute viele schöne Gärten in allen Bereichen der Region, die auch wichtige ökologische Funktionen erfüllen. Aber immer wieder stößt man auf Gärten, wo man den Gartenbesitzern ein wenig mehr botanische Kenntnisse gewünscht hätte. Wir zeigen Ihnen typische Beispiele.


1. Als das kniehohe Bäumchen gepflanzt wurde, war dem Gartenbesitzer nicht klar, welch turmhoher Baum daraus einmal werden könnte.


2. Der Hang zum exotischen Gewächs ist groß. Jeder will das Besondere, der Scharm einheimischer Gewächse ist häufig unbekannt und kaum jemand wirbt dafür.




3. Immergrüne Gewächse, wie Tuja, haben Konjunktur, weil viele Bürger das fallende Herbstlaub nicht mögen und für Abfall halten und weil sie glauben, dass man sich mit einer immergrünen Hecke gegen Nachbarblicke schützen kann. Manch immergrüne Hecke wird nach Jahren zum Energieproblem, weil sie – hoch gewachsen – kaum noch Licht und Wintersonne ins Haus lässt.


4. Die wichtige Klima regulierende und ästhetische Funktion, die der richtige Baum, nämlich ein Laubbaum, am Haus erfüllen kann, ist nahezu unbekannt.


Frühling – Sommer - Herbst: Der Baum wirft Schatten, bietet einen angenehmen Sitzplatz im Freien, verbreitet angenehme Kühle, verhindert die Aufheizung der Hauswände. Die Blüte im Frühjahr, die Früchte im Sommer und die Herbstfärbung sind jahreszeitliche Höhepunkte.



Winter: Der Baum hat seine Blätter abgeworfen, die Wintersonne kann durch die Fenster in das Haus eindringen und spart so Heizkosten; das Astgerüst bildet eine malerische Silhouette.



Anregungen für Gartengestaltung bieten manchmal auch alte Friedhöfe, wie hier in Hanau. Immergrüne Gewächse auf Friedhöfen haben eine lange Tradition. Aber wer möchte seinen eigenen Garten zum Friedhof machen?


Das Beispiel Portugieser Hof in Groß-Umstadt

Der OV Groß-Umstadt hat bei einer Neubausiedlung in Groß-Umstadt mit 23 Ein- und Zweifamilienhäusern versucht den Neubewohnern Anregungen für die Gartengestaltung zu geben, was in den 150 und 250 qm großen Gärten nicht einfach ist. Die überwiegend jungen Familien mit vielen Kleinkindern haben den Wunsch, dass die Gartengestaltung die Kontakte zu den Nachbarn unterstützt. Der BUND hat allen Hausbesitzern einen Hochstamm Obstbaum spendiert. Mal sehn, was daraus wird.


Modell des Portugieser Hofs in Groß-Umstadt


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