Döberitzer Heide 2005
Mit einer Einführung zur Geschichte des etwa 100 Jahre lang genutzten Truppenübungsplatzes Döberitz führte Herr Dr. Beier (Lehrer und Hobbyentomologe) die 13 Teilnehmer der Wanderung am Wildgehege der Sielmannstiftung entlang. Auf ehemals militärisch genutzten Flächen konnten sich seltene Pflanzen- und Tierarten erhalten. Er betonte die Schutzwürdigkeit der Döberitzer Heide und warnte vor dem Betreten der mit Wildtieren (Wiesenenten, Rothirschen und Przewalskipferden) bevölkerten Gebiete.


Döberitzer Heide 2005 Herr Beier stellte insbesondere die Tierklasse der Insecta (Insekten), deren Vertreter wegen ihrer sechs Füße auch als Hexapoda bezeichnet werden, vor. Selbst mit einfacher Bestimmungsliteratur, etwas Grundwissen sowie einer Lupe können bereits zahlreiche Tiere systematisch zugeordnet werden.

Unterwegs wurden Insekten mittels Kescher, absammeln von den Pflanzen am Wegrand und abklopfen von Bäumen und Büschen gefangen und grob bestimmt. Herr Beier zeigte vor allem auffällige bzw. große Tiere, betonte die Unterschiede zwischen Wanzen und Käfern, zwischen Heuschreckenlarven und vollständig entwickelten Heuschrecken. Die Schnellkäfer befreiten sich durch Hochschnellen aus der Rückenlage. Streifen–, Feuer– und andere Wanzen wurden durch ihren Saugrüssel als Wanzen identifiziert, sodass künftig keiner der Exkursionsteilnehmer mehr dem Trugschluss unterliegen wird, die bei uns überall häufige Feuerwanze als "Feuerkäfer" zu bezeichnen. Viele Teilnehmer wollen in Zukunft in ihren Gärten Rosenkäfer auf Rosen– oder Holunderblüten beobachten.

Döberitzer Heide 2005 Bläulinge und andere kleine Schmetterlinge waren auf den Blütenpflanzen zu sehen. Zauneidechsen ließen sich beim Sonnenbad ausgiebig betrachten, bevor sie im hohen Gras verschwanden. Eine der in diesem Jahr vermehrt auftretenden Zecken hatte sich bereits einen Wirt ausgesucht, als sie bemerkt wurde. Herr Beier erläuterte viel Wissenswertes zur Biologie und Systematik dieser Tiergruppe und gab wertvolle Tipps zum Schutz vor Zecken, zum Verhalten bei bereits festgesaugten Tieren mit anschließender Beobachtung der Einstichstelle als Vorsorge vor Borreliose.

Döberitzer Heide 2005 Nach einer gut zweistündigen Wanderung führte uns der Weg zurück zum Ausgangspunkt und alle Exkursionsteilnehmer konnten viel Wissenswertes und Interessantes von einer bisher kaum beachteten Tiergruppe in ihrem Gepäck mitnehmen.