Ortsverband FriedrichshafenJahresbericht 2009 und 2010Unsere Arbeit bzw. unser Bundleben spielt sich sozusagen Jahr für Jahr fast gleich ab. Wir Aktiven treffen uns alle zwei Wochen in unserem Bundzentrum Friedrichstraße 51/3 und besprechen, organisieren und verteilen die Arbeit, die anfällt. Das sind zum Beispiel die Außenarbeiten in unseren drei Pflegegebieten, in denen jährlich zweimal gemäht, das Gemähte von Hand zusammengerecht und an den Fahrweg zur Abfuhr gebracht wird. Das machen wir, damit diese sogenannten Kalkquellmoore nicht durch das Mähgut gedüngt werden und so die dort vorkommenden besonderen Pflanzen wachsen können.Ein spezieller Pflegeeinsatz ist jedes Jahr im Fahrtholzwald in Manzell, in dem sich einige Bombentrichter aus dem zweiten Weltkrieg zu wertvollen Biotopen für Amphibien entwickelt haben. Die Tümpel müssen regelmäßig von Astholz, Laub und teilweise Unrat gesäubert werden, damit die Kröten, Frösche und Molche sich dort wieder wohlfühlen können. Wichtige Arbeitseinsätze gibt es auch im Streuobstgarten Weilermühle, wo ca. 175 Streuobstbäume mit ca. 50 meist alten und seltenen Apfel- und Birnensorten gepflegt werden. Da immer wieder alte Bäume absterben und ersetzt werden müssen, haben wir dieses Jahr 10 junge Bäume gepflanzt, für die das Städtische Grünamt die Kosten übernahm. Um die jungen Bäume herum muss eine Baumscheibe freigehackt werden, damit die Wühlmäuse kein Versteck haben. Diese fressen mit Vorliebe die Feinwurzeln ab und bringen die Bäumchen zum Absterben. Für Interessierte wurde dort ein Wühlmausbekämpfungskurs angeboten, wobei die Handhabung der Fallen und der Unterschied zwischen Wühlmaus- und Maulwurfshügeln gezeigt wurde. Auch ein Sensenkurs und zwei Baumschnittkurse wurden durchgeführt und sehr gut angenommen. In unserem Büro, das an zwei Nachmittagen pro Woche besetzt ist, können das ganze Jahr über Korken, Handys und Druckerpatronen zur Wiederverwertung abgegeben werden. Auch Schulhefte aus Recyclingpapier werden angeboten. In aller Stille werden dort von unseren Expertinnen umfangreiche Stellungnahmen zu verschiedenen Städtischen Bauvorhaben verfasst, um den Bauherren Umweltbeeinträchtigungen aufzuzeigen und Ausgleichsmaßnahmen einzufordern. Im Büro wird auch Umweltberatung für die Bürger der Stadt angeboten. Das alles ist Arbeit, aber es gibt auch Glanzpunkte im Lauf des Jahres: Das sind einmal unsere Wanderungen, unter fachkundiger Führung, geologisch und botanisch interessant, bei Kennern geschätzt und beliebt. z.B. im Appenzellerland, Federseemoor, Argentobel und Blumenlehrpfad Faschina. Ein ganz besonderer Höhepunkt war unser 25-jähriges Jubiläum, das wir zusammen mit der BUND-Regionalstelle Saulgau im Mai in der Weilermühle feierten. Wir haben unsere Gründer dazu eingeladen und sie sind gekommen. Jürgen Resch, Leiter in der Umwelthilfe und Andreas Megerle, Professor an der Uni Karlsruhe. Sie sehen, wenn man beim Bund anfängt, kann man Karriere machen. Ein bei Alt und Jung beliebter Höhepunkt im Jahreslauf ist unser Streuobstfest in der Weilermühle. Viele Familien mit Kindern kommen dazu jedes Jahr am dritten Oktober. Die Kinder sind mit Feuereifer dabei, die Äpfel und Birnen in die Mühle zu schütten und zu mahlen, um dann das Gemahlene in der Presse zu süßem Saft zu pressen. So gut schmeckt eben nur der selbstgemachte Saft. Noch etwas für Umwelt- und Fitnessfans: Wir bieten unbezahlte Arbeitsplätze an der frischen Luft in unseren Pflegegebieten an, richtig schwitzen, Fett abbauen, Muskeln aufbauen. |
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