Die Hamburger Elblandschaft und der Naturschutz
Was wäre Hamburg ohne Elbe? Das spezielle Großstadtflair, das Hamburg so attraktiv macht, ist durch die Nähe zur Elbe und die angrenzenden Naherholungsgebiete geprägt. Die Hamburger wissen diese Naturnähe zu schätzen und bevölkern bei gutem Wetter die Elbstrände oder lassen sich bei steifer Brise auf einem ausgedehnten Elbspaziergang ordentlich durchpusten. Doch wissen sie die Natur auch zu schützen?
Auf diesen Seiten möchten wir Ihnen die Einzigartigkeit der Hamburger Elbregion vorstellen. Direkt vor unserer Haustür befindet sich ein Naturraum, wie es ihn nur noch selten gibt: der Tideauwald. Diese Waldform hat sich zwar perfekt an die lokalen Lebensbedingungen unter dem ständigen Wechsel von Ebbe und Flut angepasst. So ist die Hamburger Tideauenlandschaft sogar europaweit einzigartig. Die Tide speist die Auwaldareale mit Süßwasser. Dadurch kommen hier in der Elbregion Pflanzenarten vor wie sonst nirgends auf der Welt.
Jedoch ist die natürliche Landschaft im Stromspaltungsgebiet der Elbe durch den Menschen in den letzten 200 Jahren stark verändert worden. Die ursprüngliche Tideauenlandschaft mit Tideauwäldern, Elbwiesen, zahlreichen Flussnebenarmen und Inseln wurde immer weiter beschnitten und existiert heute nur noch in wenigen Bereichen.
Die Hamburger erkannten die Bedeutung der Auenlandschaft erst, als die Zerstörung der Auwälder schon weit fortgeschritten, die Elbe als Wasserstraße bereits ausgebaut und nur noch einige unzusammenhängende Reste der zuvor großflächig verbreiteten Auengebiete vorhanden waren. Dank der Bemühungen der Naturschutzverbände stehen nun einige dieser Restflächen unter Naturschutz und eine komplette Vernichtung konnte gestoppt werden. In einigen Fällen gelang sogar eine Wiederherstellung des ursprünglichen Naturraumes, so dass sich hier zahlreiche Pflanzen und Tiere wieder ansiedelten und in den geschützten Bereichen wieder heimisch fühlen konnten.
Noch sind längst nicht alle schützenswerten Flächen gesichert. Insbesondere für die kleineren Gebiete fehlt bislang ein Bewahrungs- und Entwicklungskonzept der Stadt Hamburg.
Vorschläge zur Umsetzung dieser Ziele haben die Naturschutzverbände bereits gemacht. Sie schlagen etwa ein weiteres Naturschutzgebiet vor: die Auenlandschaft Norderelbe. Die Gesellschaft für ökologische Planung e.V. erstellte einen Maßnahmenkatalog zur ökologischen Aufwertung von Vorlandbereichen in Hamburg.
Eine kontroverse Betrachtung des Status »Naturschutzgebiet« bzw. »Natura-2000-Gebiet« lesen Sie unter »Schützt Naturschutz?«.
Wir laden Sie nun ein zu einer virtuellen Reise durch die Hamburger Naturschutzgebiete der Elbregion. Im Schnelldurchlauf können Sie hier durch Klicken auf die Links in der Navigationsleiste die jeweiligen Gebiete bereisen. Kurzbeschreibungen der verschiedenen Regionen inspirieren zu einem persönlichen Besuch.
Unweit des hektischen Alltags der Großstadt können Sie in aller Ruhe die Schönheit der Elbregion genießen. Lassen Sie sich einfangen vom nordischen Charme der Tideauen-Landschaft. Lassen wir der Natur ihren Raum, dann gibt sie uns Ruhe, Erholung und Lebensqualität zurück und zeigt uns ganz nebenbei ihre vielfältigen Schätze.
Wir empfehlen die Anreise per öffentlichem Verkehrsmittel oder Fahrrad. Hinweise dazu finden Sie auf den entsprechenden Seiten der Naturschutzgebiete.
Haben Sie besonders eindrucksvolle Abbildungen (Fotos oder auch handgemalte Skizzen) der Tier- und Pflanzenwelt der Hamburger Naturschutzgebiete?
Der BUND sucht ständig Bildmaterial zur Dokumentation der heimischen Flora und Fauna. Weitere Infos unter presse.hamburg@bund.net oder 040 / 600 38 712