Recyclingpapier - Eine klare SacheDie Studie des Umweltbundesamtes über Graphische Papiere aus dem Jahr 2000 spricht eine deutliche Sprache: Recyclingpapier ist gegenüber Papier aus frischem Zellstoff, also Holz, die umweltfreundlichere Alternative. Und das ohne technische Mängel zu besitzen. Dennoch geht nach einer hohen Einsatzquote von Recyclingpapier Ende der 90iger Jahre sein Anteil seit Jahren zurück, obwohl sich die Qualität der Papiere insgesamt verbessert hat. Dies ist der Grund, warum der BUND Heidelberg und auch viele andere Umweltschutzgruppen verstärkt Projekte zur Förderung von Recyclingpapier durchführen. Das hat hier Tradition: Im Rahmen der Aktion Unverpackt gab es schon 1997 eine umfangreiche Kampagne, die auf Copy Shops abzielte. Seit 2004 wird an Heidelberger Schulen für eine geringeren Verbrauch von Frischfaserpapier geworben. 2006 wurde darüber hinaus ein neuer Einkaufsführer veröffentlicht.Der Blaue Engel gehört in den SchulranzenDer Schutzengel im Verkehr – der ist jedem bekannt, besonders wenn von den Schulanfängern die Rede ist. Aber ein Engel im Schulranzen, dazu noch ein blauer? Die Rede ist vom Umweltzeichen „Der blaue Engel“. „Und der sollte auf möglichst allen Schulheften stehen, denn er steht für Recyclingpapier aus 100% Altpapier und ist ein Garant dafür, dass das Papier ohne giftige Chemikalien und wasser- und energieschonend produziert wurde“, so Brigitte Heinz vom BUND Heidelberg.Schon vor zwei Jahren hat die Heidelberger Kreisgruppe des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) zusammen mit dem Amt für Abfallwirtschaft und Stadtreinigung in den Schulen angefangen, für Recyclingpapier zu werben. 1000 Schüler haben damals mit einer freiwilligen Erklärung versprochen, nur noch Recyclingpapier zu verwenden. Kurz vor den Sommerferien 2006 hat der BUND der Aktion „Recyclingpapier an Schulen- Wir machen mit!“ wieder neuen Schwung verliehen und an alle Schulen einen Einkaufsführer verschickt, dem zu entnehmen ist, in welchen Heidelberger Geschäften man Schulmaterialien aus umweltfreundlichem Recyclingpapier kaufen kann. Die Deutschen sind Weltmeister - im Papierverbrauch: Pro Einwohner werden jedes Jahr mehr als 200 kg Papier verbraucht. „Wir sammeln zwar jede Menge Altpapier und der Gang zur Papiertonne ist für uns selbstverständlich geworden, aber privat greifen wir leider immer weniger zum Recyclingpapier“, so Brigitte Heinz. Oft stehen dem Gebrauch von Recyclingpapier Vorurteile im Weg, die sich hartnäckig halten. Papier aus Altpapier sei grau und unansehnlich, koste zu viel, mache Kopierer und Drucker kaputt und sei nicht lange haltbar. Diese Einschätzungen sind eindeutig widerlegt, hat sich doch die Qualität des Recyclingpapiers entscheidend verbessert. Durch spezielle Verfahren kann man den Grauschleier wegnehmen und in der Papiermaschine entstehen bei der Herstellung hohe Temperaturen, die das Papier praktisch sterilisieren.Auch können die Schüler ihre Hefte noch lange nach der Schulzeit ansehen und der guten alten Zeit gedenken, denn Recyclingpapier mit dem „Blauen Engel“ ist ohne weiteres 100 und mehr Jahre haltbar. Das wichtigste Argument für die Verwendung von Recyclingpapier ist der Natur- und Umweltschutz. Für die Herstellung von weißem Papier werden immer noch Urwälder z.B. in Brasilien, Indonesien, Kanada und Sibirien vernichtet. Plantagen können die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren der Urwälder nicht ersetzen. Auch die Ökobilanzen sprechen eindeutig für das Recyclingpapier. „Alles spricht für das Recyclingpapier, übrigens auch bei Klopapier, Taschentüchern usw.“ – diese Erkenntnis möchte der BUND mit seiner Aktion „Recyclingpapier an Schulen – Wir machen mit!“ an die Schülerinnen und Schüler herantragen, ist doch das Erlernen von umweltbewusstem Verhalten genauso wichtig wie das kleine Einmaleins. Hier bekommen Sie den Einkaufsführer. |
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