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Recyclingpapier - Eine klare Sache

Die Studie des Umweltbundesamtes über Graphische Papiere aus dem Jahr 2000 spricht eine deutliche Sprache: Recyclingpapier ist gegenüber Papier aus frischem Zellstoff, also Holz, die umweltfreundlichere Alternative. Und das ohne technische Mängel zu besitzen. Dennoch geht nach einer hohen Einsatzquote von Recyclingpapier Ende der 90iger Jahre sein Anteil seit Jahren zurück, obwohl sich die Qualität der Papiere insgesamt verbessert hat. Dies ist der Grund, warum der BUND Heidelberg und auch viele andere Umweltschutzgruppen verstärkt Projekte zur Förderung von Recyclingpapier durchführen. Das hat beim BUND Heidelberg inzwischen Tradition: Im Rahmen der Aktion Unverpackt gab es schon 1997 eine umfangreiche Kampagne, die auf Copy Shops abzielte. Seit 2004 wird an Heidelberger Schulen für einen geringeren Verbrauch von Frischfaserpapier geworben. Auch an der Universität Heidelberg sind wir immer wieder aktiv. Wir wollen erreichen, dass auch hier in Zukunft Recyclingpapier verwendet wird. Erstaunlicherweise gibt es selbst bei Studenten, die ansonsten Umweltthemen gegenüber sehr aufgeschlossenen sind, kaum Bewusstsein für die Problematik. Selbst einfache Kopien werden auf weißem Papier gemacht. Dabei machen es andere Unis vor: So hat z.B. in Münster die Universität komplett auf Recyclingpapier umgestellt. Da es an der Universität Heidelberg keine zentrale Beschaffungsstelle mehr gibt müssen wir die Institute einzeln überzeugen - eine mühevolle Arbeit.
Der BUND Heidelberg erstellt und veröffentlicht darüber hinaus regelmäßig Einkaufsführer für Schreibwaren und Drogerieartikel aus Recyclingpapier.


Der Blaue Engel gehört in den Schulranzen und ins Büro

Der Schutzengel im Verkehr – der ist jedem bekannt, besonders wenn von den Schulanfängern die Rede ist. Aber ein Engel im Schulranzen und im Büro, dazu noch ein blauer? Die Rede ist vom Umweltzeichen „Der blaue Engel“. Und der sollte auf möglichst allen Heften und Blöcken, Kopierpapier, Klopapier usw. stehen, denn er steht für Recyclingpapier aus 100% Altpapier und ist ein Garant dafür, dass das Papier ohne giftige Chemikalien und wasser- und energieschonend produziert wurde.

Schon seit mehreren Jahren wirbt der BUND Heidelberg zusammen mit dem Amt für Abfallwirtschaft und Stadtreinigung für die Verwendung von Recyclingpapier. 2005 fand unter anderem die Aktion „Recyclingpapier an Schulen - Wir machen mit!“ statt, bei der 1000 Schülerinnen und Schüler mit einer freiwilligen Erklärung versprochen haben, in Zukunft nur noch Recyclingpapier zu verwenden. Kurz vor den Sommerferien 2006 haben wir diese Kampagne wiederholt und an alle Schulen einen Einkaufsführer verschickt, dem zu entnehmen war, in welchen Heidelberger Geschäften man Schulmaterialien aus umweltfreundlichem Recyclingpapier kaufen kann.

Die Deutschen sind Weltmeister - im Papierverbrauch: Pro Einwohner wurden 2009 Jahr mehr als 250 kg Papier verbraucht. Wir sammeln zwar jede Menge Altpapier und der Gang zur Papiertonne ist für uns selbstverständlich geworden, aber privat wird leider immer weniger zum Recyclingpapier gegriffen. Oft stehen dem Gebrauch von Recyclingpapier Vorurteile im Weg, die sich hartnäckig halten. Papier aus Altpapier sei grau und unansehnlich, koste zu viel, mache Kopierer und Drucker kaputt und sei nicht lange haltbar. Diese Einschätzungen sind eindeutig widerlegt, hat sich doch die Qualität des Recyclingpapiers entscheidend verbessert. Durch spezielle Verfahren kann man den Grauschleier wegnehmen und in der Papiermaschine entstehen bei der Herstellung hohe Temperaturen, die das Papier praktisch sterilisieren. Und Recyclingpapier mit dem „Blauen Engel“ ist ohne weiteres 100 und mehr Jahre haltbar.

Das wichtigste Argument für die Verwendung von Recyclingpapier ist der Natur- und Umweltschutz. Für die Herstellung von weißem Papier werden immer noch Urwälder z.B. in Brasilien, Indonesien, Kanada und Sibirien vernichtet. Plantagen können die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren der Urwälder nicht ersetzen. Auch die Ökobilanzen sprechen eindeutig für das Recyclingpapier. Das gilt natürlich auch bei Klopapier, Taschentüchern usw.
Hier bekommen Sie den Einkaufsführer.


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