Hirschwiese
Die idyllische Hirschwiese am oberen Ende des Mühltals in Handschuhsheim befindet sich schon seit 1984 in der Obhut des BUND. Ein Mosaik unterschiedlicher Wiesentypen mit mehr als 100 Pflanzenarten (darunter seltene Arten wie Pfeifengras, Wollgras und Königs-Rippenfarn und große Bestände von „Schmetterlingsblumen“ wie Gilb- und Blutweiderich, Kratzdistel und Großem Wiesenknopf), die Hirschquelle, der Mühlbach und die reiche Tierwelt machen die Hirschwiese zu einem biologischen Kleinod. So kommen hier mehr als 100 Schmetterlingsarten vor, zahlreiche Spinnenarten und seltene Libellenarten wie die Zweigestreifte Quelljungfer. Von dem großen Nahrungsangebot profitieren wiederum die Amphibien: Der Feuersalamander, dessen Larven sich im Mühlbach entwickeln, aber auch Grasfrosch, Bergmolch und Erdkröte, die auf der Hirschwiese ihren Jahreslebensraum haben und in den Mühlbachteichen ablaichen. Häufig trifft man hier auch Blindschleichen und ab und zu eine Ringelnatter an. In den am Waldrand hängenden Fledermauskästen leben im Sommer einzelne Zwerg- und Mückenfledermäuse sowie Kleine Abendsegler, und nachts sind im Mühltal außerdem Breitflügelfledermäuse und Langohrfledermäuse auf Insektenjagd. Damit diese ökologisch wertvolle Waldwiese nicht nach und nach von Adlerfarn, Brombeergestrüpp und Wald zurückerobert wird, mäht der BUND die Wiese regelmäßig. Während auf den trockenen Flächen ein Balkenmäher verwendet werden kann, schwingen wir in den besonders sensiblen vernässten Wiesenbereichen die Sensen. Anschließend wird das ganze Mähgut zusammengerecht und mit Schubkarren und großen Plastikplanen von der Wiese abtransportiert. Zur „Halbzeit“ gibt es natürlich immer eine extra leckere Brotzeit. Im Jahr 2009 bekamen wir große Unterstützung von Landschaftsgärtner Andreas Scherer und mehreren seiner Mitarbeiter/innen, die uns mit großer Fachkompetenz zwei Tage lang tatkräftig beim Mähen unterstützten. Ihnen und allen anderen Helferinnen und Helfern, die mit viel Schwung und guter Laune dabei waren, an dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön! Im Spätsommer 2010 ist noch ein zusätzlicher großer Einsatz auf der Wiese geplant: Trotz der liebevollen Pflege ist der Untergrund der Wiese stellenweise stark verfilzt. Um diesem Problem entgegenzuwirken, soll mit verschiedenen Geräten (Moosstriegel, Freischneider mit Spezialaufsatz) versucht werden, den „Bodenfilz“ aufzureißen und den Boden für eine Neueinsaat aufzubereiten. Anschließend sollen auf den vorbereiteten Flächen Samen ausgebracht werden, die im Sommer und Frühherbst auf geeigneten Flächen in der Umgebung (z.B. Wiesen in Peterstal) gesammelt werden. Wer bei einem unseren „Wies´n-Events“ mitmachen möchte, melde sich bitte im BUND-Umweltzentrum (06221-182631). Wir freuen uns über jede Hilfe! Im Umweltzentrum ist auch ein Artikel über die Geschichte des Mühltals und der Hirschwiese erhältlich. |
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