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Hirschwiese

Die Hirschwiese, eine große idyllische Waldwiese am oberen Ende des Mühltals in Handschuhsheim, befindet sich schon seit vielen Jahren in der Obhut des BUND. Sie wird in ihrer ganzen Länge vom Mühlbach, einem kleinen, rasch fließenden Mittelgebirgsbach, durchflossen. Ein Mosaik unterschiedlicher Wiesentypen mit insgesamt mehr als 100 Pflanzenarten (darunter mehrere seltene Arten wie Pfeifengras, Wollgras und Königs-Rippenfarn, aber auch große Bestände von „Schmetterlingsblumen“ wie Gilbweiderich, Blutweiderich, Kratzdistel und Großem Wiesenknopf), die Hirschquelle, der bachbegleitende Auwaldstreifen aus Schwarzerlen und damit verbunden eine reiche Tierwelt machen die Hirschwiese zu einem biologischen Kleinod. So kommen auf der Wiese mehr als 100 Schmetterlingsarten vor, von unscheinbaren Nachtschwärmern über den kleinen Aurorafalter bis hin zum großen, bunt schillernden Trauermantel. Daneben gibt es auch zahlreiche Spinnenarten wie z.B. die Zebraspinne und seltene Libellenarten wie die Zweigestreifte Quelljungfer. Von dem großen Nahrungsangebot profitieren wiederum die Amphibien: der Feuersalamander, dessen Larven sich im Mühlbach entwickeln, aber auch Grasfrosch, Bergmolch und Erdkröte, die auf der Hirschwiese ihren Jahreslebensraum haben und in den Mühlbachteichen ablaichen. Häufig trifft man hier auch Blindschleichen und ab und zu eine Ringelnatter an. In den am Rand der Hirschwiese hängenden Fledermauskästen leben im Sommer einzelne Zwerg- und Mückenfledermäuse, und nachts sind im Mühltal außerdem Abendsegler, Breitflügelfledermäuse und Langohrfledermäuse auf Insektenjagd.
Damit diese ökologisch wertvolle Waldwiese nicht nach und nach von Adlerfarn, Brombeergestrüpp und Wald zurückerobert wird, mäht der BUND die Wiese regelmäßig (zweimal im Jahr). Im Sommer werden nur die trockenen Bereiche mit einem Balkenmäher gemäht. Bei der Herbstmahd schwingen wir dann auch in den besonders sensiblen vernässten Wiesenbereichen die Sensen. Im Winterhalbjahr werden zudem aufkommende Gehölze zurück geschnitten. Bei allen diesen Einsätzen freuen wir uns immer ganz besonders über zahlreiche Helferinnen und Helfer. Im Jahr 2006 bekamen wir auf der Hirschwiese große Unterstützung von zehn „SAPlings“, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von SAP in Walldorf, die am „Freiwilligentag“ am 12. September mit viel Schwung und guter Laune die Wiese mit der Handsense mähten, das ganze Mähgut zusammenrechten und mit Schubkarren und einer großen Plastikplane von der Wiese abtransportierten. Zuvor gab es einen Sektempfang auf der Wiese, einen kleinen Sensenkurs von Gerhard Kaiser und zur „Halbzeit“ natürlich eine extra leckere Brotzeit. Im Sommer 2007 wollen wir wieder ein schönes Event „auf der Wies´n“ veranstalten, zu dem wir Sie herzlich einladen möchten!
Wer sich mit uns um die Hirschwiese kümmern will, bei einem unserer „Wies´n-Events“ dabei sein möchte oder sich für die Geschichte des Mühltals interessiert, melde sich bitte im BUND-Umweltzentrum (06221-182631). Wir freuen uns über jede Hilfe!


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