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Reptilienschutz in Heidelberg

Heidelberg ist ein Eldorado für Reptilien. Die BUND kümmert sich seit vielen Jahren um deren Schutz. Die Maßnahmen konzentrieren sich dabei auf zwei sehr seltene und stark gefährdete Arten, die Mauereidechse und die Schlingnatter. Beide Reptilienarten leben an sonnigen und warmen, trockenen Standorten, wie z.B. südexponierten Trockenmauern, Steinbrüchen und Ruinen. Die in Jahrhunderten geprägte Kulturlandschaft mit ihren ehemaligen Weinbergen in einer klimatisch besonders begünstigten Lage bot diesen Arten früher gute Lebensbedingungen. Doch mit der Aufgabe des Weinanbaus bewaldeten und verbuschten die Flächen, der Lebensraum wurde immer kleiner. Umfangreiche Bestandsaufnahmen, die der BUND in den Jahren 1994 und 1995 im Stadtgebiet Heidelberg durchgeführt hat, zeigten, dass ein sehr hoher Handlungsbedarf besteht, wenn man verhindern will, dass die letzten Vorkommen dieser beiden seltenen Reptilienarten in absehbarer Zeit erlöschen. Ziel des Projektes ist es deshalb, ihren Lebensraum in Heidelberg zu verbessern und die aktuellen Verbreitungsgebiete zu vernetzen. Zu den wichtigsten Aufgabenbereichen zählt dabei die richtige Pflege wichtiger Trockenmauern und der daran angrenzenden Flächen.

Lebensraum in Heidelberg

Die bedeutendsten Vorkommen der Mauereidechse gibt es am Philosophenweg und entlang des Neckarufers (Leinpfad), doch große Streckenabschnitte werden aufgrund intensiver Beschattung oder dem Mangel an locker-sandigen Eiablageplätzen nicht besiedelt. Weitere Vorkommen dieser Art befinden sich nur noch entlang der Albert-Ueberle-Straße in Neuenheim und am Steinberg in Handschuhsheim. Die Mauereidechsen-Population ist insgesamt sehr individuenarm. Die derzeit einzigen Vorkommen der Schlingnatter wurden am Philosophenweg und an zwei Stellen südlich des Neckars festgestellt. Gebiete mit sehr hohem Lebensraumpotenzial für Schlingnatter und Mauereidechse befinden sich darüber hinaus an den Berghängen Rohrbachs (z.B. Müllenberg, Studentenberg).

Aktiv werden

In allen genannten Gebieten werden vom BUND regelmäßig Biotope verbessernde Maßnahmen durchgeführt. Diese reichen vom Zurückschneiden des Bewuchses auf den Mauerkronen über die Verbesserung der Eiablagemöglichkeiten, das Anlegen von Sonnenplätzen bis hin zu umfangreichen Freischneidearbeiten und zur Entfernung von Schatten werfendem Gebüsch und Bäumen. In den letzten Jahren haben uns auf den Grundstücken in Rohrbach Ziegen bei der Arbeit geholfen. 2005 kam eine Fläche entlang des Philosophenwegs neu hinzu.

Natürlich stehen in der warmen Jahreszeit auch Beobachtungen der Populationen und ihres Verhaltens auf dem Arbeitsplan. Darüber hinaus bieten unsere Reptilienkenner auch geführte Exkursionen für Studenten, Kinder und Jugendliche und alle anderen Interessierten an.


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