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Gute Lebensbedingungen für unsere Kinder

Ich bin als politischer Flüchtling nach Deutschland gekommen und lebe seit 1985 in Heidelberg. Ich werde in Deutschland bleiben, da ich hier eine Familie gegründet habe. Meine Frau ist Deutsche und ich habe seit drei Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft. Unser gemeinsamer Sohn ist bereits ein Schulkind, weshalb ein Ortswechsel zum jetzigen Zeitpunkt schwierig wäre. Wir fühlen uns in Heidelberg außerdem sehr wohl. Wann immer es mir möglich ist, fahre ich aber schon in den Iran zu Besuch, da dort meine Mutter und meine Geschwister sowie die weitere Familie leben.

In meiner Jugend haben wir mit der Schule viele Ausflüge in die Natur unternommen. Mein Hauptgebiet im Gymnasium war Biologie. Privat hat sich mein Vater in den 1960er Jahren für die Wiederbewaldung in Shiraz engagiert. Schon damals war der Wassermangel in meiner Heimat ein Thema. Durch die anhaltende Dürre der letzten Jahre im Iran habe ich mich wieder stärker mit Natur- und Umweltschutzfragen auseinandergesetzt.

Mir gefällt an Deutschland vor allem die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit der Menschen. Auch finde ich gut, dass die öffentliche Sicherheit für die Bürger gewährleistet ist. In meinem Heimatland gefällt mir, dass die Menschen das Leben etwas lockerer nehmen und dadurch keine so große Hektik im täglichen Umgang miteinander aufkommt. Die Höflichkeit der Iraner ist sprichwörtlich. Mittlerweile falle ich mit meiner deutschen Direktheit bei meinen Verwandten im Iran auf: Für sie falle ich öfters mit „der Tür ins Haus“, wie man auf deutsch sagen würde.

In meinem Heimatland sind die vier Jahreszeiten sehr deutlich zu unterscheiden und die Ankunft der Frühlings ist die schönste Zeit im Jahr. Die Luft riecht betörend nach Blüten und die Iraner feiern diese Jahreszeit als Beginn des neuen Jahres. Leider hat durch starke Vernachlässigung der Verantwortlichen die Tier- und Pflanzenwelt im Iran gelitten. Mein Großvater hat mir noch von Bären und anderen wilden Tieren erzählt, die es heute kaum mehr gibt. Auch der starke Wassermangel, unter dem die ganze Region leidet, hat seine Spuren in der Natur hinterlassen: Flüsse und Seen trocknen aus, das Grundwasser muss aus tiefen Erdschichten gewonnen werden. Das alles bekümmert mich zutiefst. In letzter Zeit wird verstärkt in meiner Heimatstadt Shiraz versucht, neue Bäume zu pflanzen. So versucht man die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen, um die Wolken zum Abregnen zu bringen. Bisher ziehen die Wolken bis nach Afghanistan weiter. Die Wiederaufforstung ist für unser Land unabdingbar, denn wo es kein Wasser gibt, gibt es bald auch kein Leben mehr.
Ich wünsche mir, dass alle Menschen verstehen, dass sie nicht nur für sich und ihr Wohlergehen, sondern auch für die Zukunft ihrer Nachkommen leben. Wir müssen garantieren, dass unsere Kinder und Kindeskinder ebenfalls gute Lebensbedingungen vorfinden können.

Mir hat das Projekt „Die Welt in Heidelberg“ aus zwei Gründen gefallen: Erstens gefällt es uns Iranern immer, wenn sich Menschen treffen und in Gesellschaft sind. Zweitens ist das Thema äußerst interessant gewesen.
Ich möchte mit einem Spruch unseres berühmten Dichters Saadi (1211-1300) schließen. Dieser Spruch steht am Gebäude der Vereinten Nationen in New York:

Verbundenheit
Die Menschen sind Glieder miteinander verwoben,
Von gleichem Stoff aus der Schöpfung gehoben,
Hat das Leben ein Glied mit Schmerz versehen,
Die anderen Glieder vor Leid vergehen.
Du, der kein Mitleid mit anderen kennt,
Bist unwürdig, dass man dich einen Menschen nennt.

Saadi


Mohammad Hassan Roozitalab


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