UM die WELT in KENIA
Nach meinem Abitur entschied ich mich, meine deutschen Sprachkenntnisse zu verbessern. So ging ich ans Goethe-Institut in Nairobi. Mein Interesse an der deutschen Sprache, an der Kultur und deren Menschen wurde dadurch größer und so entschied ich mich, nach Deutschland zu kommen, um zu studieren. Ich studiere seit fünf Jahren Humanmedizin an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und habe vor, nach meinem Studium zurück in mein Land zu kehren, um dort einmal eine gute Ärztin zu werden. Am Studium habe ich zwar viel Spaß, aber nebenbei interessiere ich mich für andere Themen wie Natur und Umweltschutz, weshalb ich gerne an dem Projekt „Die Welt in Heidelberg“ teilgenommen habe.Der globale Klimawandel hat viele negative Auswirkungen weltweit, und Afrika ist keine Ausnahme. Es wird immer mehr über Überschwemmungen, Dürren und Stürme berichtet und dieser Trend kann sich in der Zukunft fortsetzen und verschärfen. Deshalb ist es sehr wichtig, dass wir Afrikaner aktiv werden, unsere Umwelt zu schützen. Wir müssen unsere natürlichen Ressourcen sichern, um so einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssicherung zu leisten. Glücklicherweise ist das Umweltbewusstsein in Kenia durch viele Initiativen in den letzten Jahren zum Thema Umweltschutz in die Öffentlichkeit eingedrungen. Die Umweltaktivistin, stellvertretende Ministerin für Umweltschutz und Nobelpreisträgerin (2004) Dr. Wangari Maathai hat sich durch Aufrufe zur Wiederaufforstung bereits stark gegen die Abholzung eingesetzt. „Pflanzen von Bäumen ist das Pflanzen von Ideen. Durch diese einfache Handlung geben wir uns selber und zukünftigen Generationen Hoffnung.“ Das Green Belt Movement, von Dr. Maathai 1977 gegründet, möchte als Zielgruppe Frauen erreichen und diesen einen guten Umgang mit der Umwelt vermitteln. Kleinere Umweltschutzprojekte für Schulkinder finden z. B am Welt-Umwelttag am 5. Juni statt. Es gibt viele „Clean up“-Kampagnen in Nairobi, wo Schüler von überallher zusammenkommen. Mittlerweile bemüht sich die Regierung um eine nachhaltige Umweltpolitik. Umweltschutz ist von großer Relevanz in Kenia, weil auch der Tourismus davon abhängig ist. Kenia hat die meisten geschützten Nationalparks (59) weltweit. Einige von diesen werden jedoch immer wieder für Viehwirtschaft von Nomaden geöffnet, die sich auf uralte Rechte berufen. Die Regierung ist jedoch bemüht, ein tragfähiges Gleichgewicht zu finden. Die Hauptstadt Nairobi ist der Hauptsitz des UNEP (UN-Umweltschutzprogramm). Dort finden viele Konferenzen statt, die die internationale Zusammenarbeit beim Umweltschutz fördern. Kenia ist auch diversen Umweltkonventionen beigetreten. Besonders erwähnenswert ist die Aufgeschlossenheit IRENA gegenüber, der internationalen Agentur für erneuerbare Energien. Auf der anderen Seite haben wir ein großes Problem bei der Müllentsorgung. Deutschland ist da ein sehr gutes Vorbild, und vielleicht wird die tolle Idee der Mülltrennung auch irgendwann in Kenia ankommen. Im allgemeinen ist durch die Globalisierung eine kollektive Verantwortung für die Umwelt wahrzunehmen. Jeder Mensch in der Gesellschaft sollte deswegen verantwortungsvoller mit seiner Umwelt umgehen, um die natürliche Lebensgrundlage aller Lebewesen zu erhalten und durch den Menschen verursachte Beeinträchtigungen oder Schäden zu beheben. Ich habe mich sehr gefreut, in dem Projekt mitzuarbeiten. Dadurch habe ich viele nette Leute kennen gelernt. So konnte man sehr viel voneinander lernen und die eigene Meinung zum Thema Umweltschutz äußern. Prisca M. Ngui |
||
| Impressum | zum Seitenanfang | |