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Deutschland im Jahr 2022

Pressespiegel vom 22.09.2022

Dächerscan - Osnabrück versorgt sich bald selbst
(aus: F.A.Z. vom 22.09.2022)

Berlin/Osnabrück. Ab heute ist die neue Datenbank für solartechnisch nutzbare Dachflächen in Deutschland online. Bis jetzt sind darin Stadtpläne von etwa 100 Gemeinden abrufbar, in denen jedes Gebäude nach dem möglichen Solarertrag gekennzeichnet ist. Weitere Pläne werden folgen


Für die Datenbank werden per Flugzeug Laserscannerdaten gesam-melt. Die Daten geben Auskunft über Ausrichtung und Neigung aller Dachflächen der Stadt und somit auch über deren jahreszeitlich bedingte Beschattung. Dadurch wird für jedes erfasste Gebäude festgestellt, wie gut die Dachflächen für Sonnen­kollektoren genutzt werden können.
Seinen Anfang nahm das Projekt im sonnenarmen Norden. Im Jahre 2017 ließ die Stadt Osnabrück die erste Dächerkarte erstellen. Das Ergebnis, dass sich der Strombedarf Osnabrücks bei Ausstattung der geeigneten Flächen komplett abdecken ließe, überzeugte bis heute viele weitere Gemeinden. Die Nachfrage ist so groß, dass mittlerweile an vie-len Orten Energiedienstleister die Infrastruktur finanzieren und verwalten. In Osnabrück werden seit dem Laserscan schon über 30% der Dachflächen mit Sonnenkollektoren genutzt.
Die seit heute online gestellte Datenbank soll eine zentrale Sammelstelle für diese wichtigen Daten bilden, bei der sich jeder Bürger kostenlos informieren kann. Im Laufe der nächsten Jahre rechnet man damit, dass sich etwa 500 weitere Gemeinden einem- Dächerscan unterziehen werden. Ein weiterer Beitrag zur Energiewend
Neuer Trend – Klein und Effektiv (aus: Die Zeit vom 22.09.2022)

Vielleicht erinnert sich manch einer noch daran: Anzeigen, Werbespots und Plakate, auf denen Automobilhersteller für ihre neuen Schlachtschiffe warben – die SUV’s (Sport Utility Vehicle). Riesige Geländewagen, mit denen die Besitzer meist überall, nur nicht im Gelände unterwegs waren. Vielleicht waren deswegen auch durchweg wunderschöne, grüne Landschaften in der Werbung zu sehen. Umweltschutz auf höchstem Niveau also.


Mittlerweile haben klimaschonende Fahrzeuge in Deutschland einen beispiellosen Erfolgskurs eingeschlagen. Was noch vor 10 Jahren unmöglich schien, ist heute Realität. Anstelle von immer größeren Autos mit immer mehr PS und Energiebedarf, beherrschen heute smarte PKW mit geringer Masse und geringem Verbrauch die Straßen. Bei knappen Ressourcen müssen Treibstoffe sparsam verwendet werden. Diese Erkenntnis hat sich nun endlich durchgesetzt. Sicherlich hat dazu auch die auf dem CO2 -Ausstoß basierende Steuer beigetragen, die nun schon seit 2015 für mehr Achtsamkeit beim Autokauf sorgt.
Dem Statistischen Bundesamt zufolge sind 70% aller Fahrzeuge in Deutschland Kleinwagen mit durchschnittlich 30 PS und einem Verbrauch von 3 Litern pro 100 km. Man erinnere sich an den belächelten 3-Liter-Lupo von VW aus dem Jahre 1999.
Die Produktpolitik eines ehemaligen Geländewagenherstellers hat sich übrigens auch an den neuen Trend angepasst. „Small is beautiful“ heißt die neue Kampagne.

Öko-Landbau - eine Erfolgsstory macht Karriere
(aus: Süddeutsche Zeitung vom 22.09.2022)

Marta Emmerich lächelt zufrieden während sie eine ihrer Kühe streichelt. Die Bio-Bäuerin aus der Brandenburgischen Mark hat auch gute Gründe optimistisch zu sein. „So viele gute Nachrichten auf einmal, daran muss ich mich erstmal gewöhnen“ scherzt die 42-Jährige.

Nachdem gestern der siebte EU-Aktionsplan für die Ökologische Landwirtschaft verabschiedet worden ist, hat das Land Brandenburg heute beschlossen, ökologischen Landbau flächendeckend einzuführen. „Man fühlt sich einfach bestätigt“, freut sich Marta Emmerich. So viel Rückenwind fehlte der Bäuerin in den Gründungsjahren ihres Hofes häufig. Als sie vor 20 Jahren damit anfing, nachhaltige Landwirtschaft zu betreiben, wurde sie in der Brandenburgischen Provinz eher belächelt. Viel zu gering schienen die Profit-Chancen. Doch in den letzten Jahren hat sich das geändert. „Wir bekommen immer mehr Anfragen von Landwirten aus der Region, die sich für unser Konzept interessieren. Das Nischensegment Bio ist Standard geworden. Wir haben das Idealziel zwar noch nicht erreicht, sind aber auf einem guten Weg dorthin.“ Die neuesten politischen Entscheidungen aus Brüssel und Potsdam scheinen ihr Recht zu geben. Seit 2012 gibt es regelmäßig neue EU-Aktionspläne, die mit klaren Zielen und Zeitvorgaben sowie attraktiven Förderungen den Anteil des ökologischen Landbaus in Europa stetig erhöhen. In vielen Ländern mit Erfolg: Marta Emmerich ist nämlich nicht mehr allein. In Deutschland hat der Bio-Landbau erst kürzlich die 40-Prozentgrenze überschritten. Jetzt hat der Trend auch Brandenburg erreicht. „Auch hier setzt sich die Erkenntnis durch, dass ökologischer Landbau wichtig für Klima- und Umweltschutz ist. Außerdem wird dadurch die Artenvielfalt gefördert“, so Emmerich. Der Landbau bringt aber nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische Vorteile. So entstanden auf Emmerichs Hof im Laufe der Jahre 15 neue Arbeitsplätze. 15 von insgesamt mehr als 20.000 bundesweit. Marta Emmerich freut sich über die neuen Kollegen und hofft auf weitere Erfolgserlebnisse. Die Chancen dafür stehen gut.


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