GartenToleranz gegenüber ÖkogärtenWenn Regenwasser stinkt Lebendige Mauern im Garten Kein imprägniertes Holz im Garten! Im Winter Wurmerde ernten - für die Zimmerpflanzen Kein Garten ohne Kompost! Alternativen zu Torf Wie gut sind Stadtbäume geschützt? Wer seinen Garten wirklich liebt Ökologisches Teakholz? Gartenmöbel aus umweltfreundlichem Teakholz? Motorisierte Gartengeräte - die heimlichen Dreckschleudern Luftbesen sind laute Stinker Hilfe Wespen! Gartenabfälle nicht verbrennen! Toleranz gegenüber Ökogärten
Viele Menschen möchten etwas für den Naturschutz tun und beginnen damit vor ihrer eigenen Haustür, im Garten. Sie legen ihn naturnah an mit Wildblumen und Elementen wie Tümpeln, Vogelschutzhecken, Trockenmauern oder Reisighaufen. So schaffen sie Schlupfwinkel, Nistplätze, Nahrungsquellen und Jagdreviere für eine Vielfalt heimischer Kleintiere, die Nützlinge für den Obst- und Gemüsegarten sind. Der ökologische Nutzgarten wird mit Gemüsepflanzen, Gewürz- und Heilkräutern in Mischkultur bewirtschaftet. Eine Mulchschicht schützt den Boden vor Austrocknung, und gedüngt wird mit selbst hergestelltem Kompost. Fruchtstände von Zier- und Nutzpflanzen lässt man nach dem Verblühen stehen. Sie dienen als Nahrungsquelle für Vögel im Winter oder zum Aussamen. Denn dort, wo die Saat im Garten von alleine aufgeht, gedeihen die Pflanzen automatisch am besten. Nach den Erfahrungen des BUND Heidelberg stoßen solche Gärten auch heute noch auf Unverständnis oder führen sogar zu Anfeindungen, weil sie unordentlich erscheinen. "Ein naturnaher Garten sieht nun mal nicht wie aus dem Gartenkatalog entsprungen aus," weiß BUND-Umweltberaterin Ilge Wilhelm. Ihre natürliche Schönheit erschließe sich leider nicht jedem. Aber auch wenn sie nicht jedem gefallen, so solle man doch Toleranz üben nach dem Motto: Leben und leben lassen. "Wer im eigenen Garten etwas für den Naturschutz tut, soll keine Angst vor der Nachbarschaft haben müssen", ist ihre entschiedene Meinung.
Wenn Regenwasser stinktRegen filtert bekanntlich wasserlösliche, gasförmige Schadstoffe aus der Luft. So wandelt er die Stickoxide der Autoabgase in Säuren um, die dann die Böden schwer schädigen.Aber auch Staub wird vom Regen aus der Luft gewaschen. Diese Erfahrung dürften all diejenigen schon gemacht haben, die Regenwasser sammeln. Im Frühjahr fängt es in den Regentonnen oder den Regenwasseranlagen nämlich plötzlich an zu stinken, weil sie voll mit Blütenstaub sind. Dieser ist eiweißhaltig und zersetzt sich schnell. Aus dem klaren Regenwasser wird so eine nährstoffhaltige Jauche. Kurz vor der Obstblüte fängt es erfahrungsgemäß an und erreicht den Höhepunkt, wenn die Nadelbäume blühen. Die Pollen von Fichten werden zur Befruchtung nicht gezielt durch Insekten von Blüte zu Blüte verbreitet, sondern dies besorgt der Wind. Damit die Trefferquote höher wird, produzieren Nadelbäume Unmengen von Blütenstaub, der dann über weite Strecken vom Winde verweht wird. Der Tip der BUND-Umweltberatung lautet deshalb: "Während der Blütezeit beim ersten Regen die Schotten dichthalten!" Sie sollen erst geöffnet werden, wenn es eine Weile geregnet hat. Dann ist die Luft wieder rein. Auf keinen Fall sollte man pollenhaltiges Regenwasser zum Füllen des Gartenteiches verwenden, denn dies fördert das Algenwachstum. Fragen zu diesen, aber auch anderen Umwelt- und Naturschutzthemen beantwortet gerne die BUND-Umweltberatung in Heidelberg. zurück zum Seitenanfang Lebendige Mauern im GartenFrüher bestimmten sie vielerorts das reich gegliederte Bild unserer Landschaft und Siedlungen: Trockenmauern, ohne Mörtel aus Natursteinen aufgeschichtet. Die meisten davon sind heute verschwunden oder durch häßliche Betonmauern ersetzt. Durch ihre vielen Hohlräume und Ritzen sowie die Wärmespeicherung im Gestein sind Trockenmauern wertvolle Lebensräume für eine Fülle mittlerweile selten gewordener Pflanzen und Tiere wie Mauerpfeffer, Hauswurz, Fetthenne und Eidechsen, Kröten, Mauswiesel, Laufkäfer, Hummeln oder Schmetterlinge.Dies zeigte der BUND Heidelberg durch eine Untersuchung des Handschuhsheimer Steinberges, der vor Jahrhunderten in eindrucksvollster Weise durch den Bau von Trockenmauern terrassiert wurde. Ebenso wie Teiche, Hecken aus heimischen Sträuchern, starkwüchsige Obstbäume oder Blumenwiesen können Trockenmauern einen Garten schön und lebendig machen. Freistehende Mauern gliedern Plätze, Stützmauern sichern Böschungen oder Gartenterassen ab. Der Bau von Trockenmauern bis ca. ein Meter Höhe ist nicht schwierig und kann von Laien durchgeführt werden. Literaturtip: Faltblatt: Anlage und Pflege von Trockenmauern. Bezug: Nur gegen Voreinsendung von 1,50 € in Briefmarken an die BUND-Umweltberatung, Hauptstraße 42, 69117 Heidelberg zurück zum Seitenanfang Kein imprägniertes Holz im Garten!Für den Garten angebotenes Holz ist meist kesseldruckimprägniert. Es enthält tief in das Holz ge-preßte giftige Salze. Krebserzeugende Verbindungen sind mittlerweile verboten. Damit behandelte Hölzer können aber aus dem Ausland in den Handel gelangen. Auch aus Gründen des Umweltschutzes sollte man sie nicht verwenden. Das so imprägnierte Altholz ist nämlich Sondermüll, dessen Entsorgung bis heute ein ungelöstes Problem ist. Im normalen Ofen verbrannt - was oft geschieht - erzeugt es hochgiftige Rauchgase. Besonders bei Gartenbauelementen werden auch häufig nicht ausfixierte Hölzer verkauft, die dann besonders stark auswaschen und den Gartenboden belasten.Welche Alternativen gibt es? Mit oder ohne Imprägnierung verrottet Holz bei Erdkontakt schnell. Für dauerhafte Hangabstützungen sind Steine beispielsweise die bessere Lösung. Für Beeteinfassungen, die leicht auszutauschen sind, kann man unbehandelte Bretter verwenden. Gut abgelagertes Kernholz von Eiche, Lärche, Douglasie und vor allem Robinie sind robuste Bauhölzer. Tropenhölzer, einschließlich Plantagenteak sowie das Holz amerikanischer Redwood-Bäume sind keine Alternativen. Die Faustregel: Konstruktiver Holzschutz wie schützende Überstände, Abtropfkanten, kein Erdkontakt, keine Staunässe sowie ein Anstrich mit giftfreien Naturharzimprägnierungen oder Lasuren als Schutz vor Durchnässung und Verwitterung durch UV-Strahlen müssen genügen. Wenn nicht, ist Holz nicht das richtige Material für den vorgesehenen Zweck. zurück zum Seitenanfang Im Winter Wurmerde ernten - für die ZimmerpflanzenFür ein gesundes Pflanzenwachstum ist die Arbeit der Regenwürmer unentbehrlich. Sie durchmischen den Boden, lüften und lockern ihn, indem sie sich durch die Erde fressen. Dabei nehmen sie abgestorbene Pflanzenteile als Nahrung auf. Das Verdaungsprodukt, der Wurmkot, ist Häufchen für Häufchen von Spitzenqualität. Mineralische und organische Bestandteile sind innig miteinander vermischt, durch Schleimstoffe zusammengehalten und mit feinen und groben Poren durchsetzt, die Wasser und und Luft speichern. Die ideale, stabile Krümelstruktur, die ein Verschlämmen des Bodens verhindert. Darüberhinaus ist der Wurmkot angereichert mit Pflanzennährstoffen. Beispielsweise enthält er zweimal soviel Phosphor oder siebenmal soviel Stickstoff wie die umgebende Erde und vor allem auch die wichtigen Spurenelemente.Von Herbst bis Frühjahr kann man dieses Düngekonzentrat im Garten ernten. Dann arbeiten näm-lich die Wurmarten, die ihre Häufchen sichtbar auf der Erdoberfläche absetzen. Am sinnvollsten sammelt man die Wurmerde vom Gemüsebeet, das im Herbst mit Kompost versorgt wurde. Luftgetrocknet und zerstampft kann man sie aufbewahren und damit z.B. im Frühjahr die Zimmerpflanzen düngen. Hierzu entfernt man die oberste Erdschicht im Blumentopf, die oft auch durch kalkhaltiges Gießwasser salzverkrustet ist. Mit ein paar Löffeln Wurmerde wieder auffüllen, vorsichtig mit einer alten Gabel etwas einarbeiten und fertig ist die kostenlose, naturgemäße Volldüngung für Zimmerpflanzen. zurück zum Seitenanfang Kein Garten ohne Kompost!Für Biogärtnerinnen und -gärtner ist der Kompost kein Thema. Er ist schlicht Voraussetzung für einen gesunden, nährstoffreichen Boden zum Heranziehen von geschmackvollem Gemüse. Viele Gartenbesitzer scheuen sich aber immer noch zu kompostieren, obwohl es recht widersinnig ist, mit den Gartenabfällen besten Rohstoff für Dünger herzugeben und statt dessen aufwendig hergestellten und von weit her transportierten Kunstdünger zu kaufen.Zugegeben: Ein bißchen Arbeit hat man schon damit. Man sollte auch die Grundregeln des Kompostierens kennen, damit aus dem Haufen kein stinkendes Ärgernis wird. So manche Kompostieranfänger werden auch enttäuscht sein, weil der Schnellkomposter nicht ganz so ideal wie nach Herstellerangaben funktioniert. Fortgeschrittene wissen: Geschickter ist es, mit zwei Behältern zu arbeiten. Während im vollen der Inhalt gut durchmischt und feucht in Ruhe vor sich hinrotten kann, wird der andere mit den zwischenzeitlich anfallenden Abfällen gefüllt. Es gilt also zunächst Erfahrungen zu sammeln und seine persönlich beste Kompostiermethode herauszufinden. Aber dann funktioniert die umweltfreundlichste Art, mit Garten- und Küchenabfällen umzugehen, problemlos. Deshalb meint die BUND Umweltberatung: Kein Garten ohne Kompost! Literaturtip Kompostieren nach allen Regeln der Kunst, in der Zeitschrift Kraut & Rüben, Heft 9/94 zurück zum Seitenanfang Alternativen zu TorfDeutscher Torf wird knapp, die Hauptmenge kommt inzwischen aus den Ländern des Baltikums. Damit schreitet auch dort die Zerstörung der Moore, einzigartige Lebensräume mit hochspezialisierten Pflanzen und Tieren, rasch voran. Und: Moorböden binden gigantische Mengen an Kohlenstoff. Werden sie zum Abbau entwässert, gelangt Luft an den Torf. Nun können Mikroorganismen den Kohlenstoff in Kohlendioxid umwandeln und es passiert dasselbe wie bei brennenden Regenwäldern: Treibhausgase steigen in die Atmosphäre und heizen die Erde auf. Den meisten Torf verbrauchen Großgärtnereien, vor allem für Wegwerfpflanzen wie Weihnachtssterne. Aber auch noch viele Hobbygärtner verwenden ihn, weil sie zu bequem sind, den Gartenboden mit selbstgemachtem Kompost zu verbessern. Als Alternative zu reinem Torf bieten sich Presslinge aus Kokosfaserresten an. Sie sind in Dritte-Welt-Läden zu erhalten. Für Balkon- und Zimmerpflanzen ist man meist auf die angebotenen Substrate der Industrie angewiesen. Hier gibt es inzwischen torffreie Produkte. Die Nachfrage danach lohnt, um das derzeit noch magere Angebot zu erhöhen.zurück zum Seitenanfang Wie gut sind Stadtbäume geschützt?Zum Schutz der Bäume gibt es in Heidelberg zwei Bestimmungen. Die eine stammt aus dem Naturschutzgesetz Baden-Württemberg und gilt im Land für alle Gemeinden, die andere ist die Heidelberger Baumschutzsatzung und gilt nur in Heidelberg. Jede Gemeinde kann eine solche Satzung per Gemeinderatsbeschluß erlassen. Leider wird diese Möglichkeit aber in vielen Gemeinden nicht genutzt.In Baden-Württemberg sind Hecken und Bäume in der Zeit vom 1. März bis 30. September per Gesetz geschützt. Es geht darum, daß brütende oder sich sammelnde Tiere durch einen Hecken- oder Baumschnitt nicht unnötig gestört werden. Sicherlich ist ein starker Rückschnitt, so wie Sie ihn beschreiben, eine solche Störung, weshalb ich Ihnen empfehlen würde einen solchen Schnitt frühzeitig im Jahr zu machen (In jedem Fall vor dem 1.März), um so die Störungen für die Tierwelt möglichst gering zu halten. Während durch das Naturschutzgesetz die in den Bäumen lebenden Tiere geschützt werden sollen, schützt die Baumschutzsatzung die Bäume direkt und das ganze Jahr über. Alle Bäume im besiedelten Teil der Stadt stehen unter Schutz, sofern der Stammumfang, einen Meter über dem Boden gemessen, mehr als 60 cm beträgt (bei mehrstämmigen Bäumen die Summe der Stammumfänge mehr als 80 cm). Erlaubt sind in jedem Fall Pflegemaßnahmen, also auch ein fachgerechter Baumschnitt. Will man die Bäume über das zur Pflege sinnvolle Maß hinaus beschneiden oder gar fällen, wenn Sie z.B. in den Wohnräumen zuviel Licht wegnehmen, daß Sie auch tagsüber Licht anmachen müssen, bekommt man von der Stadt Heidelberg auf Antrag bei entsprechender Begründung die Genehmigung dazu. Faßt man beide Bestimmungen zusammen, so ist man auf der sicheren Seite, wenn man in den Monaten von Oktober bis Februar einen fachgerechten Pflegeschnitt durchführt. Können Sie diese Vorgabe nicht einhalten, wenden Sie sich am besten an Ihre Gemeindeverwaltung, und fragen, ob diese Ihnen eine Genehmigung für Ihr Vorhaben erteilen kann. zurück zum Seitenanfang Wer seinen Garten wirklich liebtWie Karnickel verbreiten sie sich derzeit in den Gärten: Rosa Betonsteine und Spalierchen aus imprägniertem Holz. Die behandelten Holzelemente sind eine große Umweltbelastung. In der Regel sind sie nämlich nicht ausfixiert und die giftigen Salze werden in den Boden ausgewaschen. Ausgedient sind sie Sondermüll, landen aber meist woanders oder werden gar im Kamin verbrannt.Und rosa Betonsteine? Nach unserer Meinung steht die gestalterische Wirkung dieser Elemente im umgekehrten Verhältnis zu ihrer energieaufwendigen Herstellung. Oder anders gesagt: Sie sind einfach zu scheußlich! Wer seinen Garten wirklich liebt, der macht sich bei der Gestaltung etwas mehr Mühe. Wir plädieren für natürliche Elemente. Eine Weide im Garten liefert ständig Material zum Flechten kleiner Kletterhilfen oder zur Anfertigung von Stützringen, beispielsweise für Astern. Natursteine lassen sich bei Hausabbrüchen oder beim Bauschuttrecycling organisieren. Ein uriger Baumstubben, geschickt umpflanzt und überwachsen bildet eine originelle und lebendige Abwechslung. Nicht zuletzt sollte ein Garten üppig und für unsere Tierwelt nutzbar bepflanzt sein, statt ihn langweilig und lebensfeindlich zuzubetonieren. Ansonsten verfehlt er seinen Zweck als Labsal für unsere gestreßten Seelen. zurück zum Seitenanfang Ökologisches Teakholz?Die Werbung, die in den letzten Monaten und Jahren für „ökologisches“ Teakholz gemacht wird, ist leider nicht seriös. Teakholz und die Hölzer, die unter dem Namen Teakholz verkauft werden, werden zwar häufig in Plantagen angebaut, diese bergen jedoch große ökologische Gefahren. Die Bäume werden in der Regel in Monokulturen mit hohem Pestizideinsatz angebaut und unter großem Energieeinsatz über tausende von Kilometern zu uns transportiert.In Indonesien übersteigt das Sündenregister beim Plantagenanbau sogar alle bisher gekannten Maße der Umweltzerstörung für Holzproduktion. Über sämtliche Fernsehkanäle sind 1998 die Bilder der Waldbrände in Indonesien verbreitet worden, und in Hintergrundsberichten wurde geschildert, daß die Brände aus wirtschaftlichen Gründen gelegt wurden. Drahtzieher waren allzuoft Plantagenbauern, die neue Flächen für ihre Plantagen benötigen. Klaus Töpfer, Direktor des UN-Umweltprogramms (UNEP) und ehemaliger deutscher Umweltminister, ist darüber so betroffen, daß er eine Ächtung der beteiligten Firmen auf einer schwarzen Liste gefordert hat. Es wäre besser, wenn der Verbraucher mit den angebotenen Gartenmöbeln nicht das von der Werbung vorgespiegelte Image des „Lebens des englischen Adels“ verbinden würde, sondern die hustenden Kinder auf den indonesischen Inseln und den durch die Feuer bedrohten Orang Utan. Wenn bei uns diese Möbel nicht diesen Anklang finden würden, so würden sich diese Brände nicht so lohnen und es würden vermutlich einige Quadratkilometer weniger Wald abbrennen. Aus diesem Grund rate ich sowohl von den Teakholzmöbeln als auch von Investitionen in diesem Bereich dringend ab. Beim Kauf von Gartenmöbeln bestehen attraktive und ökologisch vertretbare Alternativen, z.B. Möbel aus Nadelhölzern oder Robinienholz, letztere neuerdings immer häufiger auch in der Machart der o.g. Teakholzmöbel. Die Robinie stammt aus Nordamerika; ihr Holz ist sowohl in Aussehen als auch Haltbarkeit mit Teakholz vergleichbar und wird auch bei uns angebaut. Wie kann man aber bei so viel Desinformation in der Werbung noch den Überblick behalten, was ökologisch sinnvoll ist und was nicht? Es ist schwer, sich in dem Dschungel von Werbeaussagen, richtigen und falschen Zertifikaten über Umweltverträglichkeit und anderen Versprechen zurechtzufinden. Viele Menschen ziehen daraus den Schluß, nicht über alles Bescheid wissen zu können und geben resigniert auf, etwas zu ändern. Dieses Dilemma können wir jedoch lösen, wenn wir uns stärker regional orientieren. Wir leben eben doch nicht im globalen Dorf und haben nicht den gleichen Einblick in das Leben in Indonesien, wie in das Leben in unserer Region. Dingen, die wir in der eigenen Region sehen und erleben, können wir viel eher trauen als jedem Zertifikat. Wenn wir auf einem Wochenmarkt einkaufen, möglichst von einem Bauern, den wir aus unserer Nachbarschaft kennen, dann können wir uns informieren, was auf seinen Feldern geschieht, und wir können uns darüber freuen, wenn wir Schritt für Schritt zu einem ökologischeren Umgang mit unseren Böden kommen. Wenn wir ein Möbelstück von einem Schreiner aus der Nachbarschaft oder Region bekommen, dann können wir ihn fragen, woher er das Holz bezieht. Vielleicht kommt es aus dem Wald, durch den wir spazierengehen und den wir schon ganz gut kennen. Jeder Mensch hat eine besondere Verantwortung für seine Region. Wenn wir mit den Menschen in unserer Nachbarschaft zusammen leben, mit ihnen Handel treiben wollen und das als Grundlage für unsere Kaufentscheidungen nehmen, dann werden wir auch in unserem ökologischen Verhalten sehr treffsicher werden. Auch Zertifikate können dabei eine wichtige Rolle spielen, aber nur solche, die wir kennen und von denen wir aus sicherer Quelle wissen, daß wir ihnen vertrauen. zurück zum Seitenanfang Gartenmöbel aus umweltfreundlichem Teakholz?Gartenmöbel aus Teak scheinen derzeit der Renner zu sein. Geworben wird oft mit der Herkunft aus umweltfreundlichem Plantagenbau. Für die Plantagen werden zunächst unberührte Urwälder gerodet, die dann angepflanzten Monokulturen mit Pestiziden behandelt. In den Urwäldern mit ihrem Unterholz und aufsitzenden Pflanzen wird der Regen vom reichen Blattwerk aufgefangen und tropft langsam in den Boden. In den Holzplantagen fließt der heftige Regen dagegen von der Bodenoberfläche direkt in die Gewässer ab und kann damit das Grundwasser und die Quellgebiete nicht auffüllen. Das Land trocknet aus, die Grundlagen zur Eigenversorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln geht verloren. Mit der vormals unglaublichen Vielfalt an Pflanzen und Tieren ist natürlich Schluß. Umweltfreundliches Plantagenholz?Aber hat nicht die Bevölkerung dadurch Verdienstmöglichkeiten? Gartenmöbel aus Tropenholz kommen hauptsächlich aus Indonesien und Burma. In Burma läßt die Militärdiktatur Zwangsarbeiter Bäume fällen. In Indonesien zeigen die verheerenden Waldbrände, von skrupellosen Holzfirmen gelegt, und die schlimme wirtschaftliche Lage allzu deutlich, daß die Bevölkerung den Schaden, aber nicht den Nutzen hat. Wir raten deshalb zu Gartenmöbeln aus heimischer Eiche, Buche, Lärche oder zu Robinie, die eben-falls sehr robuste Holzarten sind. Eine Behandlung mit Naturharzölen erhöht zusätzlich ihre Wetterfestigkeit. zurück zum Seitenanfang Motorisierte Gartengeräte - die heimlichen DreckschleudernWenn an sonnigen, heißen Tagen vor erhöhten Ozonwerten gewarnt wird, soll man das Auto stehenlassen und Motorrasenmäher und Ähnliches nicht benutzen. Das macht Sinn, denn auch motorisierte Gartengeräte stoßen jede Menge klima- und gesundheitsschädliche Abgase aus wie Kohlen-monoxid sowie Kohlenwasserstoffe und Stickoxide, die Vorläufersubstanzen für bodennahes Ozon. Solche Rasenmäher, Kettensägen, Häcksler, Sensen, Saugbläser oder Vertikutierer sind im Gegen-satz zu den meisten PKW nicht abgasreduziert. So produziert ein Rasenmäher mit Vier-Takt-Motor pro Stunde dieselbe Menge Kohlenwasserstoffe wie 26 Autos mit Katalysator; ein Zwei-Takt-Gerät sogar soviel wie 156 Autos.Anstatt sich mit giftigen Abgasen einzunebeln, ist es wirklich sinnvoller, im Garten in frischer Luft sowie kreislauffördernd und muskeltrainierend zu arbeiten. Für viele Flächen genügt beispielsweise ein Handrasenmäher. Schnittgut läßt sich mit guten Gartenscheren zerkleinern und größere Mengen können als Unterschlupf zu einem Reisighaufen aufgesetzt werden. Der Igel dankt es und die weni-ger lärmgeplagte Nachbarschaft auch. Wo es nicht möglich ist, sollte man bei der Anschaffung neuer Geräte nach abgasreduzierten Modellen fragen. Elektrogeräte sind meist keine Alternativen, da bei der Erzeugung von Strom zwei Drittel der eingesetzten Energie verlorengehen und ebenfalls klimaschädigende Abgase entstehen. zurück zum Seitenanfang Luftbesen sind laute StinkerIm Herbst, wenn das Laub fällt, kann man sie wieder beobachten: Pustemänner, die mit einem motorbetriebenen sogenannten Luftbesen das Laub vor sich herblasen. Vielleicht auch mal gegen den Wind, weil es dann besonderen Spaß macht, vielleicht auch mal nasses Laub, was dann besonders lange dauert.Mit dieser potenten Röhre kann man umgekehrt auch Laub und Schnittabfälle aufsaugen und sogar zerkleinern - nebst all den Kleintieren, die sich im Laub aufhalten. Gesehen wurde auch schon wie damit eine Hecke nach dem Schnitt fein säuberlich abgesaugt wurde. Zwar hat sich so kaum Schnittgut im Sack angesammelt, aber dafür hat das Gerät über Stunden einen Höllenlärm verursacht und die gesamte Umgebung in eine stinkende, schädliche Abgaswolke eingehüllt. Und genau das ist das Problem. In Einzelfällen mögen diese Saugbläser vielleicht hilfreich sein, im Regelfall sind sie aber überflüssig und nur schädlich für Mensch, Tier und Umwelt. Sie empfiehlt deshalb dringend die gute alte, kreislauffördernde Methode des Laubsammelns mit dem Rechen. Außerdem sollte Laub unter Hecken zur Förderung eines gesunden Bodenlebens unbedingt liegenbleiben. Baut man in einem Gartenwinkel einen größeren Laubhaufen auf, so tut man darüberhinaus auch etwas Gutes für Igel und viele andere unterschlupfsuchende Tiere. zurück zum Seitenanfang Hilfe Wespen!Wespen, vor allem die Deutsche oder die Gemeine Wespe, können im Spätsommer und im Herbst unangenehm werden, doch besteht in der Regel kein Grund zur Panik oder voreiligen Bekämpfungsmaßnahmen. Wenn es sich beim Nest um ein freihängendes handelt, so sollten Sie möglichst auf Maßnahmen ganz verzichten, denn die Arten, die freihängende Nester bauen, sind friedfertig. Es handelt sich dann möglicherweise auch um eine bedrohte Art, wie die Mittlere Wespe. Wesentlich häufiger sind die Deutsche oder Gemeine Wespe die ihre Nester in Erdlöchern oder in Hohlräumen bauen (oftmals im Rolladenkasten).Der Lebenszyklus der Wespen beginnt im Frühjahr, wenn die Königinnen, die den Winter überlebt haben, ihre papierartigen Nester bauen und ihre ersten Eier legen. Um die erste Brut kümmert sich die Königin, um später gelegte Eier das ganze Wespenvolk. In dieser Zeit fallen die Wespen kaum auf und sind nicht aggressiv. Ihr Futter besteht aus süßen Pflanzensäften, und die Brut wird mit eiweißhaltiger Nahrung versorgt. Viele Insekten werden gefangen und verfüttert und manch ein Gartenschädling bekommt so Probleme. Wir können die Wespen manchmal auch dabei beobachten, wie sie kleine Stücke aus Schinken oder Fleisch herausschneiden und diese abtransportieren. Im Spätsommer, wenn die neuen Wespenköniginnen herangewachsen, befruchtet und ausgeflogen sind, beenden die Wespen auch die Versorgung der restlichen Brut. Das Nest wird allerdings noch nicht verlassen. Die noch lebenden Wespen gehen dort ein und aus und benötigen als Futter jetzt nur noch „Süßes“ für ihre eigene Ernährung. Dieses Futter wird in der Natur im Herbst jedoch knapp und eine noch verbleibende Quelle ist reifes Obst - ein Grund warum Wespen in der Zwetschgenkuchenzeit oft lästig werden. Das Wespenvolk stirbt im Herbst und spätestens Anfang November ist der Spuk vorbei und das Nest verlassen. Dann können Sie es ohne Probleme entfernen und den Zugang verschließen. Die bereits ausgeflogenen Königinnen werden überwintern und im nächsten Frühjahr irgendwo einen neuen Platz suchen, um ein Nest zu bauen und ein neues Volk zu gründen. Der alte Platz wird nicht wieder aufgesucht. Die Ablenkungsfütterung Wenn Sie sich mit den Wespen auf dem Balkon also noch bis Anfang November arrangieren kön-nen, so würde ich Ihnen das als den besten Weg empfehlen. Wenn Sie zudem an einem festen Ort, möglichst nicht zu weit von Ihrem Tisch entfernt, die Wespen, während Ihres Frühstücks füttern, dann merken sich die Wespen nach einer gewissen Zeit diesen Futterplatz, und lassen Sie bei der Mahlzeit weitgehend unbehelligt. Müssen Sie die Wespen erst noch vom Frühstückstisch weglok-ken, weil sie diesen bisher als ihren angestammten Futterplatz betrachtet haben, so empfiehlt es sich, das Futterschälchen von Mahl zu Mahl etwas entfernter aufzustellen und wenn möglich mit der Fütterung bereits vor dem Frühstück zu beginnen. Mit Hilfe von ätherischen Ölen, mit Nelken gespickten Zitronenhälften, einem Zitronenmelisse- oder Rainfarnstrauß oder einem Verdampfer mit Nelkenöl können Sie zudem die Wespen vom Essenstisch fernhalten. Das funktioniert allerdings nur bei Windstille. Wenn Sie nicht mit den Wespen leben können... weil Sie zum Beispiel allergisch gegen das Wespengift reagieren, so gibt es die Möglichkeit, Wespen umsiedeln zu lassen. Freihängende Wespennester können in einem Tongefäß transportiert werden, um sie dann in Waldrandnähe wieder auszusetzen. Es ist aber nicht möglich, Wespennester aus jedem Versteck zu holen. Ein Rolladenkasten z.B. ist oft auch für den Profi ein nicht überwindbares Hindernis bei der Umsiedlung. In manchen Situationen gibt es dann keine andere Möglichkeit mehr, als die Wespen zu vergiften. Doch aufgepaßt, die Gifte, die für Wespen gefährlich sind, können auch Menschen gefährden! Und viele der angewendeten Mittel vergiften über Jahre ihre direkte Wohnumgebung. Das einzige Mittel, das im Notfall eingesetzt werden kann, da es sich schneller als andere handelsüblichen Gifte abbaut, ist reines Pyrethrum, ohne Zusatz von anderen Substanzen. Wenn Sie einen Schädlingsbekämpfer beauftragen, müssen Sie darauf in jedem Fall achten. Doch auch Pyrethrum ist ein starkes Nervengift. Auch hier sind größte Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um einen Kontakt mit dem Gift zu vermeiden. zurück zum Seitenanfang Gartenabfälle nicht verbrennen!Der Frühling naht, die Lust zur Gartenarbeit erwacht. Es wird aufgeräumt, gerichtet, geschnitten und - verbrannt. In Heidelberg sind es vor allem die (Freizeit-) Gärtner im Handschuhsheimer Feld und am Berghang, die dieser Unsitte noch frönen. Aus allen Ecken sieht man Anfang Frühjahr beißenden Rauch gen Himmel quellen oder auch quer über die Nachbargärten hinweg.Holz kann nur trocken und in speziell dafür gebauten Öfen sauber verbrennen. Ansonsten entsteht immer krebserregender Qualm. Verbrennt der Gärtner zusätzlich behandeltes Holz, Plastik, Gummi oder sonstigen Abfall mit (kommt oft vor - man riecht es!), dann begeht er eine Riesen-Umweltsauerei! Was in Müllverbrennungsanlagen mit hohem Aufwand mehr schlecht als recht an giftigen Stoffen zurückgehalten wird, verteilt er großzügig über seinen und des Nachbarn Garten. Schnittgut wird am besten kompostiert. In Heidelberg kann man es auch in den Recyclinghöfen abgeben. Am bequemsten aber wird man mit sperrigem Schnittgut fertig, indem man es zu einem Reisighaufen aufschichtet. Da dieser mit der Zeit zusammensackt, kann man ihn jedes Jahr aufs neue beschicken, ohne daß er ins Unendliche wächst. Reisighaufen sind ideale Unterschlüpfe beispielsweise für Igel und Erdkröten. Belegt man die äußerste Schicht mit Schnittgut von Rosen oder Brombeeren, dann bietet er katzensichere Brutmöglichkeiten für Rotkehlchen, Grasmücken oder Zaunkönig. Also: Lieber ein Biotop als giftiger Qualm! |
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