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Ernährung

Was heißt umweltfreundliche Ernährung?
Bestrahlte Lebensmittel - nein danke!
Gentechnik in Lebensmitteln
Schnelle Küche für umweltbewußte Genießer
Der Sonntagsbraten für Genießer
Fleisch ohne Risiko






Was heißt umweltfreundliche Ernährung?

Was gesunde Ernährung ist, weiß fast jeder - jedenfalls rein theoretisch. Das ist zum Beispiel: Viel Gemüse, wenig Fleisch; Milch statt Cola; viel frisches Obst, wenig Süßigkeiten; Vollwertkost statt Fertiggerichte. Was heißt aber umweltfreundliche Ernährung? Wenn man beispielsweise frische Erdbeeren unbedingt im Winter essen will, ist das nicht umweltfreundlich. Sie werden von weit her transportiert - womöglich mit dem Flugzeug. Das bedeutet Energieverschwendung und überflüssige Verkehrserzeugung. Wenn man auf Fleisch aus der Massentierhaltung verzichtet, dann ist das umweltfreundlich. Die Massentierhaltung ist unter anderem ökologisch gesehen eine Katastrophe: Die hierfür notwendigen Futtermittel aus der Dritten Welt schaffen dort große soziale und ökologische Probleme. Bei uns verseuchen wir unser kostbares Grundwasser mit der Masse an Gülle, die auf die Felder aufgebracht wird. Abgesehen davon ist dieses fade, wässrige, oft hormonanabolika-, medikamenten- und sonstwieverseuchte Fleisch nicht gerade gesund.

Wenn man sich von Fertiggerichten aus dem Supermarkt ernährt, die man schnell mal in die Mikrowelle schiebt, dann ist das nicht umweltfreundlich. Jede industrielle Verarbeitung und jede Veredlung von Nahrungsmitteln erfordert Energie, schafft Abfälle und Abwässer. Außerdem bedarf sie vieler zweifelhafter Zusatz-, Hilfs- und Konservierungsstoffe, die beim Selbstkochen überflüssig sind. Wenn man Produkte aus dem ökologischen Anbau bezieht, dann ist das umweltfreundlich. Die ökologische Wirtschaftsweise ist die einzige, die konsequent die Umwelt schont. Sie geht pfleglich mit unserem kostbaren Boden um und verzichtet auf Gifte.

So besehen ist es also am umweltfreundlichsten, sich von Erzeugnissen vom Biobauern aus der Nähe zu ernähren. Und: Am gesündesten ist es auch. Allerdings gibt es gerade hier große Verunsicherungen beim Verbraucher: Was ist heute nicht alles bio, öko und kontrolliert, ohne es tatsächlich zu sein! Hinzu kommt der integrierte Anbau, der sich gerne biologisch gibt. Die Verwirrung ist perfekt. Die BUND-Umweltberatung ist deshalb gerne bereit, den Bürger diesbezüglich aufzuklären.

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Bestrahlte Lebensmittel - nein danke!

In über 40 Ländern der Welt werden Lebensmittel zur Konservierung und Entkeimung mit radioaktiven Strahlen behandelt, obwohl der Nutzen zweifelhaft und die Bedenken dagegen ernst sind. In der Bundesrepublik ist diese Behandlung zwar verboten, über Importware kann aber auch bei uns unerkannt Bestrahltes im Supermarkt landen.

Die Bedenken: Wichtige Inhaltsstoffe wie Vitamine werden zersetzt, die Ware sieht aber trotzdem noch wie frisch aus. Unhygienische Zustände bei der Produktion, beispielsweise von Hähnchen, können verschleiert werden. Neue, eventuell gesundheitsschädliche Substanzen können gebildet werden. Untersuchungen hierzu gibt es keine, der ahnunglose Verbraucher ist Versuchskaninchen. Von den Bestrahlungsanlagen gehen Gefahren durch die Handhabung, den Transport und die ungelöste Abfallentsorgung radioaktiver Materialien aus. Das Lebensmittel selbst wird durch die Bestrahlung übrigens nicht radioaktiv.

Wer derzeit sicher sein will vor bestrahlten Lebensmitteln, greift am besten zu Ware aus deutscher Produktion und solcher aus dem biologischen Anbau. Wenn möglich auch noch aus der Region, denn umweltfreundlich ist es eh nicht, Obst und Gemüse, das auch bei uns gedeiht, aus der Ferne zu beziehen. Wegen der unnötigen Verkehrserzeugung.

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Gentechnik in Lebensmitteln

Anfang Dezember 1996 wurde von der Europäischen Union eine Verordnung verabschiedet, die rechtlich klärt, wie gentechnisch veränderte Lebensmittel in unsere Geschäfte kommen und unter welchen Umständen sie gekennzeichnet werden müssen. Die „Verordnung über neuartige Lebens-mittel und neuartige Lebensmittelzutaten“ oder Novel Food-Verordnung läßt für den Verbraucher jedoch noch viele Fragen offen. Ich will die wichtigsten Punkte aufzeigen, was geklärt wird und was nicht:


Ab wann wird gekennzeichnet?
Im Herbst 1996 gab es eine große öffentliche Diskussion um gentechnisch veränderten Soja, der nach Deutschland eingeführt wurde. Dieser Soja fällt nicht unter die Kennzeichnungspflicht, da er schon vor Inkrafttreten der Verordnung genehmigt wurde. Erst die Lebensmittel, die danach ge-nehmigt werden, müssen ggf. auch gekennzeichnet werden.


Welche Lebensmittel müssen gekennzeichnet werden?
Gekennzeichnet werden müssen Lebensmittel,

  • die lebende, gentechnisch veränderte Organismen enthalten,

  • die Stoffe enthalten, die in konventionell hergestellten Lebensmitteln nicht vorkommen, aber die Gesundheit von z.B. Allergikern beeinflussen kann,

  • bei denen ethische Probleme auftauchen (Beispiel: Tierische Gene in Pflanzen sind problematisch für Vegetarier),

  • die wissenschaftlich nachweisbare Veränderungen in einer Ernährungseigenschaft, wie der Zusammensetzung oder dem Nährwert, aufweisen.
Auf die meisten Lebensmittel, die mit gentechnischen Methoden hergestellt wurden, treffen diese Kriterien allerdings nicht zu, sie werden nicht gekennzeichnet. Ganz von der Kennzeichnung ausgenommen sind Lebensmittelzusatzstoffe und Aromen.


Wie wird gekennzeichnet?
Bei der Kennzeichnung wird nach den Vorschlägen der Lebensmittelhersteller verfahren. Eine Kennzeichnung kann also sehr unterschiedlich aussehen. Ein Hersteller könnte seiner Kennzeichnungspflicht durchaus auch mit folgendem Satz nachkommen: „Mit moderner Biotechnologie ernährungsphysiologisch optimiert.“


Was bedeutet „gentechnikfrei“?
Die Novel Food-Verordnung eröffnet Herstellern auch die Möglichkeit mitzuteilen, daß ihr Erzeugnis kein neuartiges Lebensmittel im Sinne der Verordnung ist. Lebensmittelzusatzstoffe und Aromen könnten, da sie bei der Verordnung ausgenommen wurden, trotzdem gentechnisch hergestellt sein.


Gesundheitliche Risiken
Gentechnisch veränderte Lebensmittel sind nicht unproblematisch. Einige tragen z.B. vollständige und von Bakterien erkennbare Gene für Antibiotikaresistenzen in sich. Heute übliche lebensrettende Medikamente könnten in Zukunft durch sie ihre Wirkung verlieren. Auch Allergien sind ein vieldiskutiertes Thema. Zwar ist die Wahrscheinlichkeit einer Allergie auf die neuen Genprodukte in gentechnisch veränderten Nahrungsmitteln gering, die Bedeutung einer solchen Allergie für die betroffenen Personen wäre aufgrund der großen Verbreitung dieser Genprodukte in vielen Arten jedoch verheerend. Eine Haftung der Hersteller ist in dieser Verordnung nicht vorgesehen.


Wie vermeide ich gentechnisch veränderte Lebensmittel?
Die Verbände des ökologischen Landbaus haben gentechnisch veränderte Sorten für ihre Mitgliedsbetriebe ausgeschlossen. Hier kann man also auch in Zukunft sicher sein, solche Produkte nicht zu bekommen.

Bei frischen, regionalen Produkten geht man auch recht sicher, solange diese nicht irgendwie als gentechnisch verändert gekennzeichnet sind.

Vermeiden sollte man jede Art von vorverarbeiteten Lebensmitteln, wie z.B. Fertiggerichte, da die Zusatzstoffe und Aromen ja ganz aus der Kennzeichnungspflicht herausfallen.

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Schnelle Küche für umweltbewußte Genießer

Das Kantinenessen schmeckt schon lange nicht mehr. Die Fertiggerichte aus der Tiefkühltruhe sind erst recht nicht zum Genießen. Und dieser Verpackungsabfall jedesmal! Gerne würde man selbst etwas kochen, das besser schmeckt, gesünder und auch unter Umweltgesichtspunkten vernünftiger ist. Wie schafft man das, wenn man wenig Zeit hat? So ganz einfach ist die Sache tatsächlich nicht. Die BUND-Umweltberatung hat deshalb Strategien und Tips zum Umstieg für den kleinen Haushalt zusammengestellt. Schon beim Einkaufen kann man beispielsweise Zeit sparen. Wenn man weniger Fleisch ißt, genügt es, zweimal in der Woche Frischware einzukaufen. Viele Gemüsesorten wie Karotten, Lauch, auch Blattsalat, Radieschen und Petersilie bleiben tagelang knackig frisch, wenn sie sauber geputzt, gewaschen und sehr gut abgetropft in einer Schüssel mit Deckel im Kühlschrank aufbewahrt werden. Den Boden der Schüssel legt man mit Haushaltspapier aus, damit das Gemüse nicht in einer Wasserpfütze zu liegen kommen.

Wenn man zum Kochen anspruchsvolle Zutaten wählt, genügen einfache, schnelle Zubereitungen, um geschmackvolle Gerichte zu zaubern. Gute Kartoffeln oder Karotten aus dem ökologischen Anbau, mit Butter oder Olivenöl zubereitet, schmecken für sich, brauchen keine raffinierten Rezepte. Damit das Kochen für eine Person wirtschaftlicher wird, gibt es einen Trick: Man kocht von einem Teil des Gerichtes mehr als man auf einmal ißt und kombiniert es am nächsten Tag mit etwas anderem.

Literaturtip
Faltblatt: Schnelle Küche für umweltbewußte Genießer.
Bezug: Nur gegen Voreinsendung von 1,50 € in Briefmarken an die BUND-Umweltberatung, Hauptstraße 42, 69117 Heidelberg

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Der Sonntagsbraten für Genießer

Feinschmecker haben die Biobauern schon längst entdeckt. Sie wissen, daß ihre ganze Kochkunst wenig wert ist, wenn die geschmackliche Qualität der Zutaten nicht stimmt. Dabei geht es noch nicht einmal um raffinierte oder teure Gerichte. Aber was für Geschmackswelten liegen beispielsweise zwischen muffig-öligen Pommes aus dem Backofen mit Ketchup aus angefaulten Tomaten und einer nußigschmeckenden Kartoffel mit Butter und frischem hiesigen Ziegenquark! Was bietet schon ein schlapper, mit Nitrat vollgepumpter Treibhaus-Kopfsalat im süßen Fertigdressing mit Kunstaroma gegen einen knackigen Salat aus frisch geraspelten Karotten mit fruchtigem Olivenöl und Walnüssen?

Beim Fleisch vergeht den Genießern allein schon beim Gedanken an die wässrigen Schweinerückensteaks der Appetit, und man beschließt, Halbvegetarier zu werden, was eh das Vernünftigste ist. Denn geschmackvolles Fleisch, aus umweltschonender und artgerechter Tierhaltung, ist derzeit leider noch umständlich zu besorgen. Man erhält es meist nur auf Bestellung, oft auch nicht schnitzelweise, sondern als Hälfte oder Viertel vom Tier. Aber was für ein Lohn für den Aufwand, wenn der Sonntagsbraten auf dem Tisch dampft! Das Essen lustvoll genießen, weil die Zutaten natürlich, geschmackvoll und weniger schadstoffbelastet sind und weil man ganz nebenbei eine umweltverträgliche Landwirtschaft fördert - wenn das kein tolles Rezept ist!

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Fleisch ohne Risiko

Spätestens seit dem BSE-Skandal weiß jeder um die Gefahren der konventionellen, agroindustriellen Tiermast. Und jeder kennt die schrecklichen Bilder von qualvollen Tiertransporten. Trotzdem beträgt der Marktanteil von Fleisch aus artgerechter Tierhaltung in Deutschland gerade einmal zwei Prozent. Verbraucherinnen und Verbraucher, die zum Umdenken bereit wären, werden an der Fleischtheke durch nichtssagende Werbeaussagen wie "kontrollierte Qualität" verwirrt. Und kaum ein Metzger kann die Herkunft seines Fleisches bis zum einzelnen Rind oder Schwein zurückverfolgen.

Uneingeschränkt empfehlenswert ist Fleisch von Bioland, Demeter und von Neuland. Garantiert sind hier artgerechte Tierhaltung, der Verzicht auf Leistungsförderer und Arzneimittel sowie der Herkunftsnachweis.

Bedingt empfehlenswert ist Fleisch mit dem CMA-Prüfsiegel (nicht zu verwechseln mit dem CMA-Gütezeichen!).

Der BUND hat in Heidelberg bereits 1999 nach Ökofleisch gesucht und auch welches gefunden. Allerdings ist das Ergebnis noch recht mager. Einige Naturkostläden und Marktstände führen es, und ein Supermarkt bietet Fleisch mit dem CMA-Prüfsiegel an. In der Umgebung von Heidelberg gibt es darüberhinaus auch Bauern, die direkt vermarkten. Um die Situation zu verbessern, muß gezeigt werden, daß Nachfrage nach Ökofleisch besteht, auch wenn es etwas mehr kostet.

Eine Liste mit den Verkaufsstellen finden Sie bei unserem Projekt "Fleisch ohne Risiko".


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