Regionalverband

Biotopvernetzung

Verbindung von Lebensräumen

Biotopvernetzung bedeutet nicht, Netze in Tümpel zu hängen, sondern Lebensräume zu verbinden.

Eine der wichtigsten Ursachen für die Gefährdung von Tierarten ist die Zerschneidung und Vereinzelung von Lebensräumen. Straßen, Siedlungsflächen und strukturarme Flächen engen Lebensräume ein und verhindern den genetischen Austausch. Laichgewässer von Amphibien werden von Sommer- und Winterlebensräumen abgeschnitten, Wehre sowie verdohlte und kanalisierte Gewässerabschnitte verhindern, dass Fische ihre Laichplätze erreichen.

Am Beispiel der Wildkatze hat Frank Raimer beschrieben, wie Biotopvernetzungsstrukturen in der offenen Landschaft aussehen können:

1. Verbindungsmöglichkeiten von Wald zu Wald durch langgestreckte Waldzungen

2. Heckenstrukturen abseits von Wegen zwischen großen Waldgebieten, die offene Landschaften überbrücken

3. Eingesprengte Feldgehölze von ein bis vier Hektar

4. Einzelbäume, Baumgruppen, Streuobstflächen in der freien Landschaft, abseits von Wegen

5. entlang von Fließgewässern breite Säume sowie ein- oder beidseitige Gehölzstreifen von 10 m bis 50 m Breite

6. Brücken über Fließgewässer müssen beidseitig breite Uferstreifen unter der Brücke aufweisen, damit wandernde Säugetiere nicht gezwungen werden, die Straße zu queren. Die Breite des Uferstreifens richtet sich dabei nach dem Wasserhöchststand

7. Sukzessionsbereiche in der Offenlandschaft

8. Gestaltung von Feldwegen mit Sträuchern und Bäumen

9. Gestaltung guter Querungsmöglichkeiten von Land- und Bundesstraßen

10. Querung von Kanälen und Wasserstraßen muss möglich sein. Spundwände müssen unter der Wasserlinie enden, damit Wildtiere am Ufer leichter aussteigen können und nicht qualvoll ertrinken; ihre angestammten Wechsel in ehemaligen Furtbereichen sind zu erhalten.

(Quelle: Frank Raimer: Heimlichkeit in weiten Wäldern - der Schutz der Wildkatze und ihrer Lebensräume. In Die Wildkatze - zurück auf leisen Pfoten. - Buch & Kunstverlag Oberpfalz, 2001, ISBN: 3-924 350-81-7

Das gilt sinngemäß auch für viele andere Tierarten.

In Baden-Württemberg wird die Planung kommunaler Biotopvernetzungskonzepte grundsätzlich vom Land gefördert. Die Mittel dafür wurden allerdings kräftig gekürzt.


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