Regionalverband


Wertheim: Taubermündung in den Main mit Blick auf die Burg


Mitgliederversammlung des BUND-Ortsverbands Wertheim mit Besichtigung der Biogasanlage von Herrn Joas

Die diesjährige Hauptversammlung des BUND-Ortsverbands Wertheim fand auf dem Biolandhof von Friedrich Joas / Ernsthofsiedlung statt. Nach einem Hofrundgang und der Besichtigung der Biogasanlage wurde der alte Vorstand im Amt bestätigt. Anwesend war auch Gudrun Frank, die Vorsitzende der BUND-Region Heilbronn-Franken.



Der Familienbetrieb ist Ausbildungsbetrieb mit einem Auszubildenden und als Demonstrationsbestrieb arbeitet er auch mit dem Landwirtschaftsamt und Schulen zusammen.

Ein großer Vorteil des Ökolandbau-Betriebes Joas ist, dass die von ihm biologisch bewirtschafteten Böden ohne Zusatz von grundwasserbelastenden Mineraldünger und chemischen Pestiziden nährstoffreich, homogen und nun nach 9 Jahren ausgeklügelter Fruchtfolge auch fast unkrautfrei sind. Die Milchleistung seiner Kühe liegt bei 8000 l pro Jahr, die Tiere werden älter und die Lebensmilchleistung liegt höher als in konventionellen Betrieben.
Auch hat er kaum Tierarztkosten. Die Futtermittel erwirtschaftet er ohne Zukauf auf seinen Ackerflächen. Ab 1. Juli kann Joas endlich seine Milch als besser bezahlte Bioland-Milch über die Molkerei Zott absetzen. Die Molkerei ging auf Bioland zu, denn nur 80% der in Deutschland verkauften Biomilch wird im Moment auch hierzulande produziert. Es gibt zurzeit keine Milchseen und keine Butterberge, so dass sich die Landwirte in Zukunft vielleicht über eine Preiswende freuen dürfen.



Die in den Hofbetrieb integrierte Biogasanlage mit einer Leistung von 60 kW hat Joas vor etwa 2 Jahren gebaut, Kostenpunkt 250 000,-€. Ein runder Behälter, 6,5m tief im Boden, fasst 600 m3 Material. Befüllt wird er mit Mist und Kleegrassilage. Methanbakterien zersetzen bei 39°C die organischen Stoffe und produzieren dabei das verwertbare Methan (bis 70%) und auch Kohlendioxid. Die Unkrautsamen werden bei diesen Temperaturen abgetötet. Übrig bleibt ein fast geruchloses, flüssiges, neutrales Substrat, das in einem weiteren Tank gelagert wird. Es enthält Stickstoff und andere Pflanzennährstoffe und Joas verwendet es als einzigen Dünger für seine Felder. Das Methangas wird in eine Gasturbine eingeleitet und dort verbrannt, der dabei produzierte Strom ins Netz eingespeist. Die Abwärme wird auf dem Betrieb zur Warmwasserbereitstellung und zum Heizen genutzt. Die Anlage arbeitet kostendeckend, d.h. Arbeitszeit und Unkosten sind abgedeckt, aber Gewinne sind damit nicht zu erzielen. Dazu ist die Anlage zu klein. Außerdem muss sie ständig überwacht werden. Größere Anlagen (ab 500 kW) sind zwar wirtschaftlicher, aber ob sie noch ökologisch sinnvoll sind, wurde in der anschließenden Diskussion stark bezweifelt. Eine solche Anlage braucht etwa 250 ha an Anbaufläche. Diese Fläche steht dann zur Nahrungsmittelproduktion nicht mehr zur Verfügung.

Bei den anschließenden Wahlen wurde der alte Vorstand für die nächsten drei Jahre einstimmig wiedergewählt. 1. Vorsitzender bleibt Joachim Busch, Stellvertreter ist Gerhard Benz, als Kassenwart wurde Jürgen Walter bestätigt, ebenso als Beisitzerin Angelika Rücker, Kassenprüfer sind weiterhin Lothar Buchstaller und Eberhard Feucht. Werner Löwe schied aus Altersgründen als Beisitzer aus. Joachim Busch bedankte sich für seinen Einsatz in der Ortsgruppe und überreichte ein Buchgeschenk. Werner Löwe ist seit Gründung des Ortsverbandes 1984 Mitglied und war seit 1988 im Vorstand als Beisitzer tätig. Geschätzt wurde sein Sachverstand, sein Engagement, er leitete forstwirtschaftliche Führungen, war bei vielen Stellungnahmen maßgeblich beteiligt und war auch als Landesdelegierter im Einsatz. Kurz gesagt, Werner Löwe war eine tragende Säule im Ortsverband. Er betrachtet den Naturschutz als Aufgabe eines jeden denkenden Menschen und solange seine Sinne noch wach sind, bekräftigte er, wird er den Ortsverband weiter unterstützen.

Gudrun Frank, seit einem Jahr als Regionalvorsitzende des BUND Heilbronn-Franken im Amt, wollte mit ihrem Besuch den Ortverband kennen lernen und die Kommunikation innerhalb des flächengrößten Regionalverbands fördern. Sie bedankte sich für die geleistete Arbeit und wünschte viel Erfolg für die Zukunft. Sie wies auf den Regionaltag in Bad Mergentheim am 21. Juli hin, wo sich ab 12.30 Uhr alle Ortsverbände der Region treffen.


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