RegionalverbandDer Weltgarten im Kreuzgrund wird vermessen![]() Foto: Guido Sawatzki, Heilbronner Stimme
Am Donnerstag, 04. April 2008, wurde der "Weltgarten" im Böckinger Kreuzgrund vermessen. Die Heilbronner Stimme berichtet:
Eine Tundra aus Himbeeren Von Bärbel Kistner Im Kreuzgrund wachsen die Kontinente: Schüler vom Elly-Heuss-Knapp Gymnasium unterstützen die Experten vom Heilbronner Vermessungsamt.Foto: Guido Sawatzki Die Weltmeere sollen aus blauem Rindenmulch entstehen, Ural, Rocky Mountains und Himalaya aus Lehm. Für die Tundra sind Himbeeren und Monatserdbeeren vorgesehen. Bananen wachsen in China, Hirse in Indien, Baumwolle in den amerikanischen Südstaaten. In Italien kommt Fenchel aus der Erde, in Finnland sind es Preiselbeeren. Und was bietet Deutschland? Rotkohl und Filderkraut. Ein ungewöhnlicher Weltgarten wird im Lauf des Jahres im Böckinger Kreuzgrund auf einem 18 auf 29 Meter großen Wiesengelände der evangelischen Kirche entstehen und zu bestaunen sein. Die Erdteile werden in ihren Umrissen nachgebildet in einem Beet, bepflanzt mit typischen Gewächsen. „Gemeinsam eine sichtbare, wachsende, mit allen Sinnen begreifbare Welt erschaffen“, beschreibt der Bund für Umwelt- und Naturschutz die Idee für das bisher einmalige Gartenprojekt. „Das ist eine Premiere“, freut sich die BUND-Vorsitzende Gudrun Frank. Mit dem Weltgarten Heilbronn will der BUND einen lokalen Beitrag leisten zur UN-Initiative „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Schüler gärtnern Ein wichtiger Aspekt des von der Garten- und Landschaftsarchitektin Esther Robra geplanten Weltbeetes ist die Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen. Sie spielen eine wichtige Rolle, vor allem beim Pflanzen in den kommenden Wochen. Der benachbarte Abenteuerspielplatz hilft. Mehrere Schulen sind aktiv dabei und machen Unterricht vor Ort. Zum Start der Aktion kam die Klasse 9 d vom Elly-Heuss-Knapp Gymnasium. Gemeinsam mit Ingenieuren und Technikern des Heilbronner Vermessungsamtes haben die Schülerinnen und Schüler die Umrisse der Kontinente mit Holzpflöcken auf das Gelände übertragen. Für Erdkundelehrerin Ursula Michels war der Einsatz willkommene Praxis: „Das Gymnasium ist viel zu verkopft. Hier können die Schüler einmal erleben, wie die Berufswelt aussieht und wie sich Mathe praktisch anwenden lässt.“ Auf spielerische Weise soll das Projekt vermitteln, dass vieles, was wir heute selbstverständlich konsumieren, einen weiten Weg zurückgelegt hat. Kartoffeln und Tomaten hat Ester Robra für Südamerika ausgewählt, weil diese ursprünglich dort beheimatet waren. Auch die wirtschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft spielte eine Rolle: In Nordamerika wächst Weizen, in China Tee und Reis. Rund 10 000 Euro soll die Anlage kosten. Die Landesstiftung unterstützt das Projekt, von den Kiwanis kamen 3000 Euro zur Anschubfinanzierung, von der Stadt gab und gibt personelle Hilfe. Der BUND hofft jetzt noch auf weitere Sponsoren. Hier sind ein paar Fotos von der Aktion: (Die Fotos lassen sich durch Anklicken vergrößern)
Fotos: Frank (4), Rau (5)
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