Regionalverband

Herausforderung Klimaschutz - das Energieszenario Baden-Württemberg 2050







Auf Einladung von Aktionsbündnis Energiewende Heilbronn, BUND, Lokaler Agenda 21 und Volkshochschule Heilbronn stellte Maike Schmidt vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung Baden-Württemberg am 11.10.2012 in der vhs das Energieszenario Baden-Württemberg 2050 vor.

Peter Hawighorst, Leiter der vhs Heilbronn, hatte in der Begrüßung noch die Frage gestellt, ob die Reduzierung der CO²-Emissionen bis 2050 um 90% nicht zum Verlassen der Comfort-Zone führen müsse. Beim Vortrag der Diplomingenieurin wurde aber deutlich, dass dieses Ziel ohne wesentliche Einschränkungen der Lebensqualität möglich ist. Hierfür existieren Konzepte, für die zwar noch einzelne technische Komponenten weiterentwickelt werden müssen, die aber im Prinzip heute schon vorliegen. Niemand würde wohl den Verzicht auf Individualverkehr mit dröhnenden Motoren und PS-starken Autos als Verlust von Komfort empfinden.

Deutlich wurde in dem umfassenden Vortrag, dass die regenerative Stromerzeugung eigentlich der einfachere Teil der Energiewende ist – vorausgesetzt, die Politik gibt ein paar liebgewordene ideologische Vorurteile auf und setzt die richtigen Rahmenbedingungen. Als Speichertechnologien schlug Frau Schmid Batteriespeicher für Kurzzeitschwankungen und Wasserstoff- bzw. Methanerzeugung für die Langzeitspeicherung vor. Die schwierigeren, aber auch zu bewältigenden Brocken sind der Wärmebereich und der Verkehr.

Plusenergiehäuser, die mehr Energie erzeugen, als sie verbrauchen, sind technisch entwickelt. In wenigen Jahren können sie zum Standard werden, wenn die Politik das will und durchsetzt. Da in Anbetracht der Bevölkerungsentwicklung zukünftig nicht mehr sehr viele Neubauten entstehen werden, bringt die Altbausanierung einen viel größeren Beitrag zur CO²-Vermeidung. Maike Schmid kritisierte die Bundesregierung, die die entsprechende Verordnung nicht auf den Weg bringt, mit deutlichen Worten.

Am Ende des 70-minütigen umfassenden Vortrags zog BUND-Geschäftsführer Gottfried May-Stürmer ein doppeltes Fazit: „Yes we can!“ und „Dieser Weg wird kein leichter sein“.
Frau Schmid ging ausführlich auf viele Fragen aus dem Publikum ein, bevor Monika Knoll vom Aktionsbündnis Energiewende die Veranstaltung mit einem Aufruf an die Besucher abschloss, sich in der Gemeinde für die Energiewende einzusetzen.

Den Besuchern des Vortrags von Frau Schmid am Donnerstag muss am Freitagmorgen bei der Zeitungslektüre der Kaffee aus dem Gesicht gefallen sein, empört sich Gottfried May-Stürmer, Regionalgeschäftsführer beim BUND. Während Frau Schmid wissenschaftlich belegte, dass die Reduzierung der Kohlendioxidemissionen auf ein verträgliches Maß anspruchsvoll, aber durchaus realistisch und ohne Komfortverzicht möglich ist, will „Umwelt“minister Altmaier die Erneuerbaren Energien deckeln. „Das erfolgreiche Erneuerbare-Energien-Gesetz zu entkernen und eine planwirtschaftliche Quotenlösung für regenerativen Strom einzuführen ist ein Schlag ins Gesicht der Energiewende“, so May-Stürmer.

„Altmaiers Ansatz ist nicht vom Ziel her gedacht“, meint Monika Knoll von der Energiewende. Bei konventionellen Energien kostet jede Kilowattstunde Strom Geld, bei Erneuerbaren Energien ist die Stromproduktion kostenlos, es muss nur einmalig in die Anlagen investiert werden. „Nicht die Integration der Erneuerbaren Energien in den bestehenden Strommarkt ist die Herausforderung, sondern es muss die Frage nach der Rolle der konventionellen Energien in einem von kostenlosen Erneuerbaren Energien dominierten Energiemarkt gestellt werden.“, so Knoll. Alle anderen Überlegungen würden am Ziel der Bundesregierung vorbei gehen, im Jahr 2050 einen um 90% reduzierten CO2-Ausstoß zu schaffen.



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