Regionalverband

Der BUND bei Rock for Nature - "Wutz-Stock" im Hohenlohischen




So viele Besucher hatte die BUND-Klimaausstellung vermutlich noch nie - Rund 60 000 Besucher kamen insgesamt zu "Rock for nature", dem Festival der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall gegen Gentechnik in Wolpertshausen, und viele davon kamen ins Themenzelt, wo der BUND-Regionalverband Heilbronn-Franken zusammen mit dem Umweltzentrum Schwäbisch Hall die Klimaschutzaustellung präsentierte.

Martin Zorzi hatte mit rustikalen Holzbrettern, Strohballen und Sonnenblumen liebevoll ein zum Anlass und zum Inhalt passendes Umfeld aufgebaut. Drei Tage lang informierten BUND-Aktive über Klimaschutz und Gentechnik und boten mit dem BUND-Regionalstrom eine praktische Möglichkeit zum Aktiv werden im Klimaschutz an.

Unerwartet viel Anklang fanden die Flyer zum Naturtagebuch der BUND-Jugend, die wir "halt auch dabei hatten".

Im benachbarten Vortragszelt fanden hochkarätige Vorträge statt. Jeffrey Smith berichtete über nachteilige Auswirkungen der Gentechnik auf die Gesundheit von Mensch und Tier, die er in jahrelanger Kleinarbeit zusammengetragen hat. "Viele Tierarten bevorzugen gentechnikfreies Futter, wenn sie die Wahl haben - und ich will die Menschen auf das Niveau dieser Tiere anheben", erklärte er unter Lachen und Beifall der Zuhörer.

Percy Schmeiser, Träger des alternativen Nobelpreises, berichtete über die Erfahrungen mit 12 Jahren Agrargentechnik in Kanada, über seine Prozesse mit dem Gentechnik-Multi Monsanto und über die Schikanen dieser ehrenwerten Aktiengesellschaft. "Wir in Kanada haben keine Wahl mehr - Sie haben noch die Wahl! Ich sage Ihnen nicht, wie Sie sich entscheiden sollen - ich berichte nur, welche Erfahrungen wir gemacht haben", erklärte er.

Mit Vandana Shiva war eine zweite Trägerin des alternativen Nobelpreises in Wolpertshausen zu Gast. Sie berichtete über den jahrzehntelangen Kampf indischer Bauern um das Recht, eigenes Saatgut zu vermehren und einzusetzen und über die katastrophalen Folgen des Anbau genveränderter Baumwolle in Indien. Ihre kämpferischen, aber auch humorvollen und poetischen Worte berührten die Zuhörer - z.B. "die Landschaft singt!" - "Ich hoffe, dass Rock for nature Sie alle zu Freiheitskämpfern in Ihrer Küche macht!"
Diese "grünen Helden" bekamen mindestens so begeisterten Beifall wie die Musiker auf der großen Bühne.

Am Abschlussabend wurde ein Hohenloher Manifest gegen Agrargentechnik und gegen die Patentierung von Leben bekannt gegeben. Rezzo Schlauch, mit Rudolf Bühler von der BES auf der Bühne, erinnerte an die Kämpfe im Bauernkrieg gegen die Leibeigenschaft, die im Hohenlohischen stattgefunden haben. "Jetzt geht es gegen eine neue Leibeigenschaft unter den Agrarkonzernen!"





Hier ist das "Hohenloher Manifest":

HOHENLOHE MANIFEST
Der Natur eine Stimme geben

Zum Abschluss des friedlichen Festivals "ROCK FOR NATURE" rufen wir gemeinsam auf zum Frieden mit der Natur, Respekt vor der Schöpfung und zum Widerstand gegen die Gentechnik als ethisch, ökologisch und sozial nicht vertretbare Manipulation der natürlichen Erbanlagen.

"Ehrfurcht vor dem Leben“, wie es Albert Schweitzer formulierte, ist unser Leitgedanke wie wir der Schöpfung begegnen und mit ihr umgehen. Dies ist die Maxime all unseres Handelns.

Wir fordern auch die Chemiekonzerne auf, diese Ehrfurcht vor dem Leben zu respektieren. Manipulation von Pflanzen und Tieren ist lebensfeindlich für uns Menschen und unseren Planeten.

Wir Hohenloher sind freie Bauern und wollen das auch bleiben. Es ist unser bäuerliches Naturrecht Pflanzen und Tiere zu züchten, so wie wir es schon seit Tausenden von Jahren getan haben. Wir lassen uns dieses Recht nicht von den Agrochemie-Konzernen nehmen.

Eine gentechnikfreie und ökologische Landwirtschaft ist das Leitbild zur Sicherung der Welternährung. Sie ist ressourceneffizient, natur- und sozial verträglich. So nehmen wir unsere Verantwortung für die Erzeugung von gesunden Lebensmitteln und für die Bewahrung unserer Schöpfung - für uns und für unsere Kinder - wahr.

Und wir rufen all unseren Freunden auf der ganzen Welt zu:
Der Natur eine Stimme geben: Love and Peace for Nature!

Schwäbisch Hall/Wolpertshausen, 24.08.2008


Ach ja, Musik gemacht wurde auch. Von Stars wie Joe Cocker, Nena, Ich + Ich, Wir sind Helden, Joy Fleming und den Scorpions sowie über 40 weniger bekannten Gruppen, unter denen interessante Entdeckungen waren. Diese Seite ist kein Ort für Konzertkritiken, nur soviel: Joe Cocker war großartig!

     


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