Regionalverband

Evakuierungsübung: Atomflüchtlinge aus Heilbronn-Horkheim evakuieren sich nach Nürtingen




Am Samstag, 12.12.2009, übten Bürgerinnen und Bürger aus Heilbronn-Horkheim, unterstützt durch Aktive von BUND, Aktionsbündnis Energiewende Heilbronn und BBMN, die Evakuierung von Heilbronn nach Nürtingen, wie es der Katastropheneinsatzplan für das Atomkraftwerk Neckarwestheim vorsieht.

Um 9:00 sammelten sich die Atomflüchtlinge vor dem Bahnhof Heilbronn - in Bademänteln, im Fußballtrikot, im Jogginganzug mit Handtuch ums Haar oder mit reflektierendem Schutz-Umhang. Sie hatten Haustiere im Transportkäfig oder Rucksack, Notproviant oder den Katastrophenradioempfänger dabei - und eine Gitarre für das Katastrophenschutzplan-Lied von Saitenwind.

Ein Fernsehteam vom SWR war dabei, um die Aktion für den Rest des Sendegebiets und für die Nachwelt festzuhalten.

Passanten und Passagier wurden mit Handzetteln über den Sinn der Aktion und über den Katastropheneinsatzplan informiert.


     


Auf dem Nürtinger Bahnhof wurden die Atomflüchtlinge vom Nürtinger BUND, NABU und IPPNW empfangen, mit Geigerzähler gemessen und dekonatminiert (auch das sieht der Katastorpheneinsatzplan vor). Danach ging es mit einem Zwischenstop auf dem Marktplatz zum Rathaus. Vor dem Rathaus wurden wir vom Nürtinger Posaunenchor mit einem Ständchen vom Kirchturm begrüßt.

     


Im Rathaus empfing Nürtingens Oberbürgemeister Otmar Heirich die Flüchtlinge mit einer Rede aus dem Jahr 2019, indem er darauf hinwies, dass es doch richtig gewesen wäre, die AKW 2009/2010 abzuschalten, und darstellte, was Nürtingen für die Erneuerbaren Energien tut.
Ulrich Koring bedankte sich für die freundlichen Aufnahme der Flüchtlinge. Franz Wagner wies auf Widersprüche im Katastropheneinsatzplan hin, vor allem im Zusammenhang mit den Jod-Tabletten, die die Bürger bei Verteilungsstellen abholen sollen, während sie gleichzeitig im Keller bleiben sollen, und die erst nach Aufforderung über den Rundfunkt einzunehmen sind, aber schon vor der Aufnahme von radioaktiven Jod-Isotopen eingenommen werden müssen. Außerdem erinnerte er an die Aktion "Don't nuke the climate", die zeitgleich in vielen Städten stattfand.

Dr. Erwin Müller vom IPPNW erinnerte an die vielen Opfer der Katastrophe von Tschernobyl und forderte dazu auf, die Atomkraftwerke abzuschalten, damit nie wieder derartige Katastrophen passieren.

Ein Bürgermeister, zwei Ärzte und ein Pfarrer - einen würdigeren Empfang hätten sich die Flüchtlinge nicht wünschen können.


     


     


Nach dem Empfang im Rathaus zogen die Flüchtlinge über den Nürtinger Weihnachstmarkt zum Atelier eines Aktionskünstlers, wo Feldbetten zum Probe-Liegen aufgebaut waren. Anschließend gab es eine warme Suppe in der "Seegrasspinnerei", ein ehemaliges Industriegebäude, das heute von einem gemeinnützigen Verein mit sozialen und kulturellen Zielen bewirtschaftet wird. Dort wurde der Film "Todeszone" gezeigt, in dem der Katatstrophenschutzplan für das AKW Biblis mit Mitteln eines fiktiven Dokumentarfilms umgesetzt wird.

Weitere Bilder von der Aktion und der SWR-Bericht in den Landesnachrichten gibt es auf den internet-Seiten des Aktionsbündnis Energiewende Heilbronn


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