Amphibienschutz - wir retten Kröten, Frösche und Molche

Kröten, Frösche und Molche auf Wanderung

Vor allem im Frühjahr können die Frösche und Kröten sowie Molche bei Ihrer Wanderung beobachtet werden. Besonders zwischen Waldrändern und nahe gelegenen Weihern und Teichen sind die hüpfenden und kriechenden Amphibien anzutreffen. Damit die Amphibien an den Straßen nicht überfahren werden, bauen viele Naturschützer im Landkreis Krötenzäune auf. Die Amphibien sammeln sich in eingegrabenen Eimern an den Zäunen, wo sie von den Helfern über die Strasse getragen werden. Unter anderem bei Steinen, bei Rümmingen und bei Degerfelden befinden sich Krötenzäune, die vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) betreut werden. Aber nicht nur an diesen Stellen sind die Amphibien unterwegs sondern auch in vielen anderen Gebieten des Landkreises, an denen sie Straßen überqueren müssen um zu ihren Laichgewässern zu kommen. Weibchen und Männchen der Amphibien wandern zu den gleiche Gewässern zurück, in denen sie selber geboren wurden. Auf dem Weg in die Laichgewässer bilden sich bereits Pärchen.
Die Männchen werden Huckepack von den größeren Weibchen mitgeschleppt. So kann sich das Männchen der Überzahl der Konkurrenten erwehren. Am Laichgewässer werden die Eier ins Wasser gelegt und besamt. Die Eier schwimmen sichtbar im Frühjahr als Laichballen im Wasser. Nach etwa drei Wochen schlüpfen die ersten Kaulquappen. Sie werden sich in den nächsten Monaten zu erwachsenen Tieren entwickeln.

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Kröte oder Frosch? Jedenfalls in guten Händen Foto: Eberhard Platzek

Dramatische Grasfroschwanderung in Rheinfelden (2000)

Dass es Probleme am Regenrückhaltebecken in Rheinfelden Degerfelden geben würde, war schon im letzten Jahr klar. Damals hatten Mitarbeiter der Baufirma bemerkt, dass die Pfütze die dem Bauwerk weichen musste, vor Kaulquappen nur so wimmelte. So wurde kurzerhand ein Ersatzgewässer geschaffen und die Tiere umgesiedelt. Ausserdem wurden die Becken der Schussrinne so gestaltet, dass auch sie als Laichgewässer geeignet erschien. Und nun ging es also los. In der ersten Wandernacht liefen hunderte von Grasfröschen in das Bauwerk hinein, stiegen ins Wasser und gingen jämmerlich zugrunde. Der frische Beton des Hochwasserbauwerks sorgte dafür, dass das Wasser einen pH-werte von ca. 13 erreichte – das geht auf keine Froschhaut. Nun war schnelles Handeln angesagt. Während die Baufirma dafür sorgte, dass das Wasser aus den Becken abfloss, bauten Mitarbeiter des BUND Regionalbüros unter Hilfe von Anwohnern und städtischen Angestellten einen Zaun der das gesamte Hochwasserschutzbecken abriegelte. Die Sammeleimer quollen über. Zahllose Nachtstunden gingen ins Land, bis deutlich wurde, dass der BUND es mit einem der größten Grasfroschvorkommen in der Region zu tun hatte: 13.000 Tier wurden eingesammelt. Inzwischen wurden an den Mauern dauerhafte Sperren angebracht, die die Arbeit der Helfer in den kommenden Jahren erleichtert. Auch über weitere Ersatzteiche wird nachgedacht.

Infos zum Mitmachen:
Wolfgang Höneise
Adolf-Senger-Straße 39, 79618 Rheinfelden
Tel. 07623 / 637 46

Amphibienschutzmaßnahme in Wehr im Gewann Multscherle (2001)

Die BUND Ortsgruppe Wehr betreut an der B 518 zwischen Wehr und Öflingen sowie an einer parallel laufenden Wohngebietszufahrt nun schon seit über 15 Jahren eine Amphibienwanderung mit Zäunen und Straßensperrungen. Jährlich konnten hier ca. 2000 Tiere vor dem Straßentod bewahrt werden. Im Rahmen des Neubaus der B 518 als Umgehungsstraße, waren auf Hinweise des BUND zusätzliche Maßnahmen zum Schutz und zur langfristigen Sicherung der gefährdeten Lurcharten planfestgestellt worden. Jetzt sind diese Maßnahmen endlich umgesetzt. Sie umfassen 4 Ersatzlaichgewässer sowie eine festinstallierte Leiteinrichtung. Die neuen Laichgewässer liegen direkt im Zentrum der Amphibienwanderung, so dass die vorkommenden Arten (Grasfrosch, Erdkröte Feuersalamander, Berg- und Fadenmolch) bei ihren Wanderbewegungen zwischen Winterquartier, Laichplatz und Sommerlebensraum nun keine Straße mehr überqueren müssen. Die BUND-Ortsgruppe Wehr konnte durch die kontinuierliche Betreuung der Amphibienwanderung sowie durch die langfristig gute Zusammenarbeit mit Straßenbauamt und Landschaftsplaner einen bedeutenden Beitrag für den Artenschutz in unserer Region leisten. Der vor vielen Jahren am Ortsausgang Wehr in Richtung Todtmoos errichtete Amphibienzaun war anfangs 2001 so sehr verrottet, dass er seine Funktion nicht mehr erfüllen konnte. Die BUND-Gruppe in Wehr ließ von einer Fachfirma auch hier ein fest montiertes Amphibienleitsystem für 13.000 DM installieren. Die Arbeiten konnte noch vor der Amphibienwanderung im Februar 2001 abgeschlossen werden. Damit werden Frösche, Kröten und Molche zuverlässig vom gefährlichen Überqueren der Landstraße während der Laichzeit abgehalten.

Infos zum Mittmachen:
Inge Böttinger
Sonnhalde 23, 79664 Wehr-Öflingen
Tel. 07761 / 960 30

Amphibien wandern in Kandern (2003)

Auch in Malsburg-Marzell hat sich dankenswerterweise auf Initiative einer Anwohnerin eine Gruppe gebildet, die ebenfalls Amphibienschutzmaßnahmen am Dorfteich in Vogelbach übernimmt. Im Frühjahr wird ein von der Straßenmeisterei zur Verfügung gestellter Zaun installiert. Die BUND-Ortsgruppe hilft beim Aufbau, zusammen mit Schülerinnen und Schülern aus der Region. Die Situation der Amphibien macht immer noch große Sorge. In Sitzenkirch, wo früher pro Saison mehr als zwölfhundert Erdkröten von der BUND Ortsgruppe über die Straße getragen wurden, ist die Population zusammengebrochen. Auch in Kandern am Flühweiher gibt es nur noch wenige Amphibien. Noch Anfang der neunziger Jahre mussten hier Straßen gesperrt werden, um die Vielzahl der Kröten zu schützen. Der Rückgang kann nicht mit der Gefährdung durch die Straßen erklärt werden, er muss andere Ursachen haben. Nach Auskunft des Anglervereins könnte der Rückgang in Kandern u.U. damit zusammenhängen, dass unzulässigerweise Raubwelse im Teich ausgesetzt wurden. Inzwischen sind die Angler gegen dieses standortfremde Tier vorgegangen und es besteht die Hoffnung, dass sich der Amphibienbestand wieder erholt.

Infos zum Mitmachen:
Eberhard Platzek
Deckenmattstraße 12, 79400 Kandern
Tel. 07626 / 7770

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Zaunanlage um die Amphibien vor dem Straßentod zu bewahren - bei Rümmingen im Landkreis Lörrach Foto: BUND

Amphibienwanderung bei Rümmingen/Lörrach (2003)

Der Kreisverband förderte die Anschaffung eines Schutzzauns für die Amphibienwanderung über eine viel befahrene Strasse zu dem wichtigen Feuchtbiotop in der Tongrube Rümmingen. Denn dort gab es bisher nur ein ungenügendes Provisorium. Durch weitere Zuschüsse des Landratsamts war es möglich, einen modernen, dauerhaften Krötenzaun zu erwerben. Bereits Anfang Februar wurde begonnen mit dem Aufstellen des langen Zauns und das Herübertragen der Kröten und Frösche. Unter Anleitung von Christel Schulz und Henric Dressler kann jedes Jahr ein großes Aufgebot von Helfern mehr als dreitausend Grasfrösche und Kröten vor dem Verkehrstod retten.

Infos zum Mitmachen:
Markus Wursthorn
Frohnbergstraße 3, 79539 Lörrach
Tel. 07621 / 106 80

Der Krötenzaun bei Steinen (2004)

Seit Jahren treffen sich ehemalige Mitglieder der BUND Gruppe Steinen und einige „Neue“ zur Krötenwanderzeit. Sie bauen den Krötenzaun auf und betreuen die wandernden Kröten und Frösche. 2004 wurden über 1500 Kröten, Frösche und Molche aus den Eimern gesammelt und über die Straße getragen. Über die Jahre werden dort immer weniger wechselnde Amphibien gezählt. Dank den vielen Helfern, auch den jungen Helfern, kann die doch zeitintensive Betreuung der Amphibienwanderung durchgeführt werden.

Infos zum mitmachen:
Ruth Noack
Hans-Dreher-Weg 4
07629-1660