Arbeitskreis Ernährung
Besichtigung des Samengartens Eichstetten am Kaiserstuhl
In
den Supermärkten, sei es in Stockholm, Hamburg, München oder Palermo
sehen die Obst- und Gemüseabteilungen fast tupfengleich aus. Es gibt
aber in den einzelnen Regionen seit vielen Jahrhunderten Gemüsesorten,
die dem jeweiligen Klima und den Bedürfnissen der Bevölkerung
entsprechen; d. h. sie benötigen weniger Schutz vor
Witterungsbedingungen, etc. und somit vor eventuell auftretenden
Schädlingen. In den letzten Jahren verschwanden immer mehr diese alten
robusten Arten. Deshalb ist es sehr zu begrüßen, wenn sich Einzelne
wieder der Kultur, dem Anbau und der Weiterverbreitung dieser Arten
zuwenden. Der Samengarten der Stiftung „Kaiserstühler Garten“ in
Eichstetten hat sich dies zur Aufgabe gemacht.
Der Arbeitskreis Ernährung besuchte am letzten Sonntag im Juni -
ein heißer Tag in Eichstetten – diesen Garten. Gemüse und Kräuter
standen z. T. in voller Blüte. Auf einer Fläche von etwa 4000 m2 werden
eine grosse Auswahl bekannter, seltener und bisweilen vergessener
Kultur- und Neuzüchtungen gezeigt. Es werden eine Reihe seltener Sorten
vermehrt, um sie für die Zukunft zu erhalten.
Wunderschöne verschiedenfarbig blühende Kartoffelfelder, eine
Menge Tomatenpflanzen mit ungewohntem Aussehen, sowie auch wilde Arten
stehen auf einem grossen Feld. Aber auch alte Apfel- und Birnenbäume
geniessen hier einen Anbauschutz, um sie auch in Zukunft im Sortiment
finden zu können. Betreut wird das Projekt von NABU Kaiserstuhl. Herr
E. Meyer erläuterte bei einem Rundgang viele interessante Einzelheiten.
Der BUND Arbeitskreis Ernährung unterstützt diese Arbeit materiell
sowie inmateriell. „SOS Save Our Seeds“ ist ein Anliegen in unserer
wirtschaftlich orientierten Zeit geworden. Gerade die alten Sorten bei
Obst und Gemüse schmecken intensiver und verfügen über wesentlich mehr
Inhaltsstoffe, die für uns Menschen von Vorteil sind, als die auf
Ertrag und Einheitsnorm gezüchteten Sorten. Auch in Hinblick darauf,
dass die Gentechniklobby ihre Bestrebungen weiter fortsetzen wird, ihre
Produkte zu vermarkten, gilt es, sich auf bewährte gentechnikfreie
traditionelle Sorten zu besinnen.(RE)
Wenn Sie mitmachen wollen am Arbeitskreis Ernährung wenden Sie sich bitte an:
BUND Hochrhein
Ruth Noack
Hans-Dreher-Weg 4
07629-1660
