Flachwasserzone Grenzach
Mehr Naturvielfalt am Rheinufer durch die Flachwasserzone im Gebiet Salzlände
Im
Abschnitt Grenzach-Wyhlen hat sich der Hochrhein durch den Bau des
Kraftwerkes Birsfelden stark verändert, ähnlich wie dies vorher schon
an den anderen Abschnitten des Hochrheins der Fall war. Die
Strömungsgeschwindigkeit hat sich durch den Stau des Kraftwerkes stark
verringert, Kiesbänke und Flachwasserzonen wurden überstaut und die
Ufer gegen Erosion und für verschiedene Nutzungen befestigt. Für die
Tiere im und am Wasser, insbesondere die Fische, waren diese
veränderten Bedingungen sehr nachteilig. Dies ließ sich an dem starken
Rückgang der Zahl der Fische ablesen, die vom Fischereiverein
Grenzach-Wyhlen an den Fischtreppen des Kraftwerkes Augst-Wyhlen im
Abstand mehrerer Jahre festgestellt wurde.
Aus einer Initiative des BUND Grenzach-Wyhlen, des
Fischereivereins Grenzach-Wyhlen und weiterer bei einem
Agenda-Arbeitskreises Natur und Umwelt Engagierten konnte die Anlage
von Flachwasserzonen im Uferbereich des Hochrheins vor Grenzach
angegangen werden. Durch die kooperative Mitarbeit und Aufnahme der
Ideen durch die Gemeinde Grenzach-Wyhlen und durch die Wasserbehörden
konnte das Projekt umgesetzt werden. Das Projekt wurde durch die
Deutsche Umwelthilfe unterstützt.
Tausend Tonnen Kies als Laichgrund aufgeschüttet
Die
wahrscheinlich wichtigste Ursache für den Rückgang der Fische ist das
Fehlen geeigneter Laichbereiche. Die von den Fischen zum Laichen und
sicheren Aufwachsen der Jungfische benötigten Flachwasserzonen erwiesen
sich als monoton, d.h. sie enthielten im Gegensatz zu früheren Zeiten
kaum Pflanzen oder Kies zum Ablegen des Laichs. Außerdem wurde der
empfindliche Fischlaich offenbar durch den ungebremst an das Ufer
prallenden Wellenschlag vorbeifahrender Schiffe beschädigt oder
zerstört. Um diesen Missständen abzuhelfen, wurde ein Plan zur
Renaturierung der größeren von zwei Flachwasserzonen im Abschnitt
Grenzach-Wyhlen entwickelt.
Die Vorbereitung der Maßnahme war schwierig und zeitraubend, weil
in dem vorgesehenen Uferabschnitt zunächst etliche alte, illegale
Bootsstege mitsamt einiger Boote entfernt werden mussten. Die
Eigentümer und Nutzer sträubten sich trotz eindeutiger Rechtslage
hartnäckig gegen die Auflagen. Inzwischen sind sämtliche illegale Boote
und Steganlagen aus dem Bereich der Flachwasserzone entfernt und der
Vertreter der Gewässerdirektion, inzwischen beim RP Freiburg
angesiedelt, konnte sich seit dem Frühjahr wieder dem Projekt
Flachwasserzone widmen. Zunächst wurden in einem stark mit Beton
verbauten Uferabschnitt auf zirka 135 Meter Länge 1000 bis 2000 Tonnen
Kies eingebracht. Der Kies konnte kostengünstig von der nahe gelegenen
Birsmündung per Schiff herbeigeschafft werden. Dennoch betrugen die
Kosten für diese Teilmaßnahme bereits mehr als 7000 Euro. Der neue
kiesige Uferabschnitt stellt den Zustand wieder her, wie er vor dem
Überstau durch das Flusskraftwerk Birsfelden gewesen war.
Lebendig strukturierter Uferbereich in Grenzach
Weitere
Maßnahmen zur Gestaltung des insgesamt ca. 800 Meter langen
Uferabschnitts sind Ende 2005 durchgeführt worden, wie die Gestaltung
einer ca. 90 Meter breiten Bucht mit Schilfbestand und vorgelagerten
Lahnen aus Holzmaterial, mehrere quer zur Strömung liegende Buhnen und
parallel dem Ufer vorgelagerte Flachinseln.
Die dem Ufer vorgelagerten flachen Kiesinseln und aus Gehölzen
aufgebauten Lahnen halten vor allem den Wellenschlag ab. Quer zum Ufer
gebaute Buhnen reduzieren die Strömung am Ufer. Kiesschüttungen und
Schilfbereiche am Ufer bieten verschiedenen Fischarten geeignete
Laichmöglichkeiten. Die Vielfalt der Gestaltung kommt nicht nur den
Fischen zugute, sondern auch anderen Tieren wie zum Beispiel dem
farbenprächtigen Eisvogel oder dem Biber. Letzterer ist gerade im Zuge
seiner Neubesiedelung des Hochrheins am östlichen Rand von
Grenzach-Wyhlen angekommen und wird in den nächsten Jahren rheinabwärts
und in den Nebenflüssen nach neuen Lebensräumen suchen. Die
renaturierte Flachwasserzone dient ihm als Rastplatz oder sogar als
Wohnort. So wird die Flachwasserzone auch den Menschen besondere
Naturbeobachtungen ermöglichen.
Weitere Infos erhalten Sie von
BUND Grenzach-Wyhlen
Dr. Herwig Eggers
Bärenfelsstraße 7, 79639 Grenzach-Wyhlen
Tel. 07624 / 23 50
