Unsere Teller bleiben von Gentechnik frei!

Nicht nur das Obere Schlüchttal, der gesamte Landkreis muss gentechnikfrei bleiben. Ein Ziel, das von der BUND-Ortsgruppe Oberes Schlüchttal allein nicht zu erreichen ist. Deshalb hat sich die BUND Oberes Schlüchtal dem Aktionsbündnis „Landkreis Waldshut genfrei“ angeschlossen. An dieser konzertierten Aktion beteiligen sich neben dem BUND, der NABU, der LNV und die Stoll VITA Stiftung. Das Aktionsbündnis setzt sich für Lebensmittel ein, die ohne jegliche Veränderung durch Gentechnik hergestellt werden. Landwirte und Kommunen sollen im gesamten Landkreis dazu gewonnen werden, kein gentechnisch verändertes Saatgut einzusetzen und auf teures Laborfutter zu verzichten.
Die Landwirtschaft braucht die Unterstützung der Gesellschaft: Denn nur der Verbraucher entscheidet tagtäglich mit dem Einkaufskorb, wie die Lebensmittel in Zukunft produziert werden. Gentechnik-freie Lebensmittel wird es aber nur dann geben, wenn sie auch bewusst gekauft werden.
Es fanden dazu mehrere kreisweite Veranstaltung mit den Landwirten statt, die von der Stoll VITA Stiftung mit organisiert wurde. In einem weiteren Schritt soll bei den Gemeinden beantragt werden, ihre eigenen Verpachtungsflächen gentechnikfrei zu halten.
Was bedeutet die Agro-Gentechnik konkret? Hauptanliegen der Novelle des Gentechnikgesetzes ist es, neben dem Schutz der Umwelt und menschlicher Gesundheit die konventionelle und die ökologische Landwirtschaft vor Auskreuzungen von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) zu schützen. Ein generelles Anbauverbot für gentechnisch veränderte Pflanzen ist mit dem EU-Recht aber nicht zu vereinbaren. Der Bundestag hat am 26. November 2004 das neue Gentechnik-Gesetz beschlossen: Anbauflächen mit Gentechnik verändertem Saatgut müssen offen gelegt werden – Geheimniskrämerei ist nicht mehr möglich, weil das Standortregister im Internet öffentlich wird. Der Anbau darf nach dem Gesetz nur dann erfolgen, wenn durch geeignete Maßnahmen wie Mindestabstände oder der Nutzung von natürlichen Pollenbarrieren die gentechnikfreie Landwirtschaft auch wirklich geschützt ist. Gentechnik einsetzende Bauern müssen für Schäden an gentechnikfreien Feldern nach dem Verursacherprinzip haften. Die Novelle ist ein wichtiger Sieg für den Schutz der Verbraucher und der Bauern, die ohne Gentechnik produzieren wollen. Mehr als 50 Regionen in Deutschland haben bereits auf Anbau mit Gentechnik veränderten Pflanzen verzichtet: Dafür setzt sich auch das Aktionsbündnis „Landkreis Waldshut genfrei“ ein. Übrigens kann sich jeder an dieser Aktion und dem Bündnis beteiligen. Infos gibt es unter landkreis-waldshut-genfrei@online.de. (WD)

Wenn Sie sich auch für einen Gentechnikfreien Landkreis Waldshut einsetzen wollen, setzen Sie sich bitte in Verbindung mit
BUND Murg-Laufenburg
Dagmar Vogt
Weiherhaldenstraße 17
79730 Murg
07763-802082