Sommer uff ´m Wald
Mittendrin in der Region und doch abseits vom immer umtriebigeren Hochrheintal liegt der Hotzenwald. Zweifellos wird die Gegend „auf’m Wald“ geliebt, aber mehr aus der Ferne: Rückläufig sind die Besucher- und Übernachtungszahlen, ob aus allgemeiner Sparsamkeit oder weil andere Ziele attraktiver erscheinen, tut dabei nichts zur Sache. Der BUND sieht aber gerade in solchen etwas aus dem Blick geratenen Lebensräumen eine Chance, deren Schönheiten und Eigenheiten wieder vor Augen zu rücken und bewusst zu machen.
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Das Erlebnisprogramm "Sommer uff`m Wald" lädt ein den Hotzenwald kennen zu lernen (Foto: Franz Stortz).
Beispielgebend sind die eigenen Erfahrungen des BUND mit den Sommerprogrammen in den vergangenen Jahren unter anderem auf dem Dinkelberg und im Kleinen Wiesental. Natur und Kultur in diesen kleinstrukturierten Lebensräumen wurden auf Exkursionen, bei Hofbesuchen und Treffen in Ateliers und an anderen gastlichen Orten erlebbar und als erhaltenswert, gelegentlich auch als schutzbedürftig, erfahren. Diese Bindung der Menschen an diese Lebensräume wurde von Einheimischen wie von Feriengästen gleichermaßen empfunden und geschätzt.
Diese Erfahrungen wurden auch auf dem Hotzenwald genutzt. Seine vielfältige, vom Gletscher geformte und durch das Zusammentreffen von mediterranem und arktischem Leben geprägte Natur sowie die Kultur früherer Landnutzung wurden erlebbar gemacht. Das Werden und Vergehen der Moore, das Wuhrensystem als frühindustrielle Energiequelle und zum Unterhalt von Wässerwiesen, die in Deutschland einzigartige frühe Form der selbstverwalteten Landsgemeinde, Beobachtungen von Flora und Fauna, Erlebnistage für Kinder standen auf dem Programm.
Weitere Infos erhalten Sie beim Initiator
Peter Haußmann
Harpolingerstraße 12
79713 Bad Säckingen
07761-5538502
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Veranstaltungsrückblick "Sommer uff`m Wald" 2006
Donnerstag, 13. Juli 2006 um 19.30 Uhr im Klausenhof, Herrischried-Großherrischwand
Auftaktveranstaltung „Sommer uff’m Wald“
gestaltet vom BUND gemeinsam mit den Gemeinden Görwihl, Herrischried und Rickenbach. Das Programm wird der Öffentlichkeit vorgestellt, Bürger und Gäste werden eingeladen, kostenlos an den Exkursionen und Vorträgen teilzunehmen. Es spielt die Folkloregruppe „Federhut“.
H) Klausenhof
Sonntag, 16. Juli um 15 Uhr in der Biologischen Station Hotzenwald, Herrischried
In 20 Minuten von Skandinavien ins Tessin mit Mathias Küster
Während wir hier in 1000 Meter Höhe eiszeitliche Reliktarten bei Pflanzen und Tieren finden, bildet das Rheintal die wärmste Ecke Deutschlands mit Vorkommen von Mittelmeerarten. So kann man sagen, dass die Murg auf 20 Kilometer „Skandinavien mit dem Tessin verbindet“. Symbolisiert wird dieses Zusammenrücken durch die beiden Schlangenarten Kreuzotter und Aspisviper, die sich hier europaweit einmalig begegnen. Die Sammlung der Biologischen Station Hotzenwald zeigt alle einheimischen Schlangenarten in Terrarien und bietet mit über 300 Exponaten von allen Vögeln, Säugetieren etc. einen Überblick über die mitteleuropäische Tierwelt.
(H) Lochhäuser
Donnerstag, 20. Juli um 16 Uhr ab Parkplatz Jägerstüble, Hornberg.
Der Urwald bei uns – Führung durch den Bannwald und seine Vogelwelt mit Martin Koch
In Bannwäldern, den Urwäldern von morgen, gibt es heute schon viel zu entdecken. Der Schluchtwald oberhalb des Wehratals bietet zahlreiche Laubbaumarten, seltene Felsbrüter unter den Vögeln und Einblicke in die Walddynamik. Zeitbedarf ca. 3 Stunden. Feste Schuhe!
(H) Hornberg
Samstag, 22. Juli um 14 Uhr ab der Biologischen Station Hotzenwald
„Gläserner Bach“ für Kinder mit Michael Peter
Mit eurer Hilfe wird ein Stück Bachlauf gestaltet, ein riesiges Aquarium mit Steinen und Pflanzen besetzt, es werden die häuslebauende Köcherfliegen beobachtet, die Larven der Eintagsfliegen, kleine Krebse und Wasserschnecken. Bitte Gummistiefel, Kleider zum Wechseln und eine Lupe mitbringen.
(H) Lochhäuser.
Donnerstag, 27. Juli um 15 Uhr ab Wanderparkplatz Solfelsenweg bei Bergalingen
Exkursion zum Solfelsen und zu der Wallmauer mit Ulrich Mokinski
Mächtige Felsen und Steinsetzungen begrenzen den Hotzenwald, teils in grauer Vorzeit wegen ihrer magischen Kraft aufgesucht, teils als Verteidigungslinie gegen Angriffe aus den Tälern errichtet. Auf einer geführten Wanderung werden die auch heute geheimnisvollen Orte besucht.
(H) Abzweig Jungholz
Samstag, 29. Juli um 11 Uhr bis Sonntag, 30. Juli 15 Uhr an der Burger Säge, Görwihl
Waldabenteuer für Kinder am Schwarzenbächle
Bis zu 15 Kinder von 9 bis 14 Jahren wetteifern bei Geschicklichkeitsspielen, bauen eine Schutzhütte, bewachen das Lagerfeuer, kochen gemeinsam, lauschen den Stimmen der Nacht und erleben Gemeinschaft mit Gleichaltrigen. Sie werden von Simon Peter, Erlebnis-pädagoge aus Freiburg betreut. Anmeldung ist erforderlich unter Telefon 07765-602.
Keine Busverbindung.
Für Essen und Trinken ab Samstag Mittag bis Sonntag Mittag wird eine Verpflegungs-pauschale von 8,00 Euro je Kind erhoben. Mitzubringen sind Isomatte, Schlafsack, warme Kleidung, Badesachen und Handtuch, ein Schnitzmesser und Sonnenschutz (Mütze, Creme).
Dienstag 1. August um 20 Uhr im Energiemuseum Hottingen
Natur- und Energielandschaft Hotzenwald mit Michael Peter
Eiszeitlich geformte Moore und Bäche, die als Wuhren bekannten künstlichen Kanäle mit ihren Mühlen, Sägen, Hammerwerken sowie ihre Nutzung zum Wässern der Wiese und die heutige Energie-gewinnung aus Wasserkraft – Wasser und Menschen haben die Landschaft auf dem Wald geprägt. Im Rahmen des Vortrags kann das Energiemuseum besichtigt werden.
(H) Hottingen
Freitag, 4. August um 15 Uhr ab Seniorenresidenz Mühle in Strick
Das Wuhrensystem auf dem Hotzenwald mit Georg Keller
Exkursion vom Einzugsbereich des Schneckenbachs zur Schöpfe bei Glashütten, von dort entlang des Heidewuhres nach Bergalingen. Erklärungen zur früheren und heutigen Nutzung, zu den besonderen Anforderungen an den Unterhalt aus ökologischer Sicht sowie der Bedeutung für den Wasserhaushalt der durchflossenen Gebiete.
(H) Strick
Donnerstag, 10. August um 15 Uhr in Hottingen, Giegelstraße 19
Biohof-Besichtigung mit Jürg und Johanna Scheidecker
Sie zeigen ihren weitgehend autark bewirtschafteten Hof. Der Hof wird nach der Grundidee geführt, den Klima- und Bodenbedingungen am Standort gemäß eine möglichst große Vielfalt an Nutzpflanzen, also Getreide, Obst, Gemüse und Kräuter sowie das dazu gehörende Vieh zu kultivieren und in einem Kreislauf alles Organischen zu erhalten.
Es sind zirka 10 Minuten zu Fuß ab
(H) Hottingen Außer Dorf.
Samstag, 12. August um 19 Uhr im Klausenhof, Herrischried
Freie Bauern, Einungen und Salpeterer – der Hotzenwald bis 1806
Vortrag von Dr. Detlef Herbner, Haus der Geschichte, Bonn. Fünfhundert Jahre Freiheitsideale auf dem Hotzenwald, vom Habsburger Urbar 1303 bis zum Ende des Alten Reiches, sind ein lohnender Rückblick auf die Tradition der Freiheit in unserer Gegend.
(H) Klausenhof
Donnerstag, 17. August um 14.30 ab Klausenhof, Herrischried
Wildes Grün mit Johannes Riehm, Niedergebisbach
Willst du einen armen Hirten oder einen reichen Großbauern heiraten? Komm, wir suchen Wegerich und noch andere wilde Kräuter. Beim Brennnesselbusch heben wir einen Schatz. Und aus Klee machen wir Tee. Es sind die ganz gemeinen Kräuter, die äußerst interessant und heilsam sind, vor allem hier oben „uff’m Wald“, der noch ziemlich gesund ist. Gehen wir zwei Stunden spazieren und schauen uns die Heilpflanzenwelt an.
(H) Klausenhof
Samstag, 19. August um 11 – 17 Uhr am Waldspielplatz in Egg
Schatzsuche auf den Spuren von Räuber Hotzenplotz
Wird es gelingen, die Prüfungen und Abenteuer des gewieften Räubers Hotzenplotz zu meistern, und, wenn es darauf ankommt, als ein wirkliches Team zusammen zu halten? Also macht euch gefasst auf Abenteuerspiele, Vertrauensübungen, Geländeerkundungen, Geschicklichkeitsaufgaben und allerlei Neues. Mitzubringen sind Regen- und Sonnenschutz, gute Schuhe und ein Schnitzmesser.
Teilnehmen dürfen maximal 20 Kinder ab 8 Jahren. Sie werden betreut von Simon Peter, Erlebnispädagoge aus Freiburg. Anmeldung unter Telefon 07765-602 ist erforderlich.
Für Essen und Trinken wird eine Verpflegungspauschale von 3,00 Euro erhoben.
(H) Egg
Donnerstag, 24. August um 14 Uhr am Heimatmuseum Görwihl
Landschaft wahrnehmen und zeichnerisch umsetzen mit dem Kunstmaler Robert Fritz, Görwihl
Wir gehen ein Stück in die Natur hinaus, nehmen Gestalt und Färbung der Landschaft mit ihren Hügel- und Bergketten wahr und versuchen auf Papier zu zeichnen, was wir gesehen haben.
(H) Görwihl
Samstag, 26. August um 10.30 Uhr an der Biologischen Station Hotzenwald
Renaturierung von Teichen im Quellgebiet der Murg als praktische Naturschutzarbeit
Der BUND hat mehrere Hektar Moorwiesen erworben, darin zwei ehemalige Forellenteiche. Diese wollen wir mit Flachufern ökologisch gestalten. Die Teiche befinden sich ca. 100 Meter unterhalb der Biologischen Station am Murgtalpfad.,Gummistiefel und Verpflegung bitte mitbringen.
(H) Lochhäuser
Donnerstag, 31.08.06 um 16 Uhr im Klausenhof, Herrischried
Glück & Glas . . . mit Dr. Franz-Josef Egetmeyer, Wehr
Das Wissen um die Glasherstellung kam mit den Römern nach Germanien und spätestens ab 1257 auch auf den Hotzenwald. Dessen Holzreichtum sicherte dem Glaserhandwerk bis Ende des 19. Jahrhunderts eine bedeutende, aber naturverbrauchende Basis. Anschließend an den Vortrag hält Dirk Bürklin seine Glaswerkstatt gegenüber dem Klausenhof zur Besichtigung geöffnet.
(H) Klausenhof
Vorankündigung: Voraussichtlich 2. Hälfte September 2006
Öffentliches Forum zur Beweidung von Feuchtgebieten
mit Prof. Dr. Rainer Luick, FH Rottenburg/N, Kai Steffen Frank, BUND Radolfzell und Mathias Küster, Biologische Station Hotzenwald
Tagungsort und Termin bitte unter Telefon 07764-6612 erfragen
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