Entsorgungsnachweis für Atommüll in der Schweiz
Die “Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle” (NAGRA) schlägt den Opalinuston als Endlagerung für Atommüll vor. Vor allem im Kanton Zürich bei den Gemeinden Benken, Marthalen und Trüllikon fanden Probebohrungen statt. Hier könnte im sogenannten „Opalinuston“ in einigen hundert Metern Tiefe eine Müllhalde für mittel- und hochradioaktiven, also giftigen Atommüll gebaut werden.Bis zum 12. Dezember 2005 läuft deshalb eine Vernehmlassung zum Thema Entsorgungsnachweis Opalinuston. Dazu äussert sich der BUND Hochrhein folgendermassen:
Das Gezerre um die Suche nach einem vermeintlich sicheren Endlager für Atommüll zeigt die fatalen Auswirkungen einer verfehlten Energiepolitik. Es ist ein Musterbeispiel des Verdrängens und Abwälzens der Verantwortung, die sich aus der Nutzung der Atomkraft ergibt, auf künftige Generationen. Aus Sicht des BUND Regionalverband Hochrhein ist deshalb die Technologie der Atomkraft abzulehnen, da sie mit nicht abschätzbaren Risiken verbunden ist.
•Die Atomenergie birgt die Gefahr schwerer Unfälle, mit hoher Strahlungsgefahr,
•Atomkraftwerke setzen auch im Normalbetrieb Radioaktivität frei,
•Auch ein vergleichsweise hohes Schutzniveau nach dem Stand von Wissenschaft und Techniken kann diese Risiken nur mindern, nicht aber ausschließen.
Auch bei der Einlagerung von Atommüll, ist mit möglichen Beeinträchtigungen und Gefährdungen für Bevölkerung und Umwelt zu rechnen. In diesem Rahmen fordert der BUND Hochrhein bei der Diskussion über ein Endlager, einen Beschluss zum Ausstieg aus der Atomkrafttechnik. Bei der anstehenden Standortauswahl im „Sachplan geologisches Tiefenlager“ kann damit das notwendige Fassungsvermögen eines Endlagers für radioaktiven Abfalls definiert werden.
Grundsätzlich muss eine möglichst sichere Möglichkeit der Endlagerung gefunden werden um den bisher verursachten Atommüll zu lagern. Um unnötige gefährdende Transporte zu vermeiden und um die Verantwortung der Produzenten von Atommüll in die Pflicht zu nehmen, ist ein Endlagerstandort in der Schweiz zu finden.
Eine Entscheidung für ein Wirtsgestein und damit auch für eine eingegrenzte Region als Endlagerstandorte hat Auswirkungen auf Wirtschaft, Tourismus und das Gefährdungspotential auf die Menschen und Natur in der Region, sowie umliegender Regionen, die durch Unfälle bei der Einlagerung oder dem Transport betroffen sein können. Da von einer Belastung des Endlagers mit dem vorhandenen Atommüll von mehreren hunderttausend Jahren ausgegangen werden kann, muss allgemeinverständlich dargestellt werden, wie dies nach heutigen und zukünftigen technischen Entwicklungen, minimiert wird.
An dem vorgeschlagenen Konzept hat der BUND folgende Kritikpunkte an der Endlagerung von radioaktivem Atommüll:
•Da physikalische und chemische Wechselwirkungen bei einer Endlagerung nach Meinung des BUND nicht vorausgesagt werden können, wird ein Szenario, wie diese Unwägbarkeiten in Zukunft untersucht und behoben werden können, verlangt.
•Bei der Endlagerung des Atommülls sollte ein Konzept des zusätzlichen Containments nach schwedischem Vorbild gewählt werden, um zusätzliche Schranken einzubauen und die Korrosion die unweigerlich abläuft, verzögern zu können.
•Außerdem sollte die weitere Untersuchung zu der Freisetzung von Stoffen intensiviert werden. Bedingt durch Temperaturabgabe sind Volumenänderungen während des Einlagerungszeitraumes voraussagbar. Dabei sollte die Bandbreite von allen freiwerdenden Stoffen und Abbauprodukten und deren Wechselwirkungen innerhalb eines Endlagers untersucht werden. Für den BUND Hochrhein ist nicht nachvollziehbar, welche Prozesse ablaufen und wie die NAGRA dies voraussagen will.
