Die Zollfreie Straße - ein Dinosaurier, der hoffentlich vor dem Aussterben steht
Die
Basler Stimmbürger haben sich mehrheitlich (58,2%) an der Abstimmung am
12. Februar 2006 für einen besseren Schutz der Wieseauen und damit
gegen das geplante Projekt der Zollfreien Straße durch die Wieseauen
zwischen Lörrach und weil ausgesprochen. Diese deutsche
Verbindungsstraße soll über Schweizer Hoheitsgebiet geführt werden und
dort wertvolle Natur und Erholungsräume in der Schweiz zerstören.
Besondere Brisanz erlangte die Abstimmung, da die deutschen
Behörden eine schnelle Rodung der Bautrasse verlangten, eine Woche vor
der Abstimmung durch die Schweizer Stimmbürger über den besseren Schutz
der Auen an der Wiese. Hier wollten die deutschen Behörden - wie so oft
üblich -Tatsachen schaffen, bevor die demokratischen
Beteiligungsprozesse zum Abschluss kamen.
Die Planung zum Bau der Zollfreien Straße zwischen Lörrach und Weil
sieht vor, die Trasse entlang der Uferwaldes der Wiese zu führen und
diesen dafür zu zerstören. Außerdem soll der Schlipf, ein
rutschgefährdeter Hang in Richtung Weil, angeschnitten werden. Zudem
wird ein erheblicher Anstieg des Verkehrs befürchtet, wenn die stark
befahrene A5 vom Verkehr gemieden wird.
Das Gebiet der Wiese wird von vielen Erholungssuchenden zum
Spaziergehen, Fahrradfahren und Joggen genutzt und würde sehr stark an
Attraktivität verlieren, wenn dieses Gebiet durch ein Asphaltband mit
aufwändigen Brücken, Tunnel und Stützbauwerken durchschnitten würde.
Natürlich ist auch der BUND mit seinen Mitgliedern gefragt. Der
BUND Lörrach rief die Mitglieder in der Einladung zur Jahresversammlung
auf, den gewaltlosen Widerstand auf der Wiesenaue zu unterstützen und
legte einen Protestbrief bei. Etliche Mitglieder folgten dem Aufruf.
Besonders unermüdlich tut sich BUND-Mitglied Ulrich Leibfried hervor,
einer der Köpfe des Widerstandscamps und alternativer Unternehmer. Die
BUND-Gruppe Lörrach unterstützt auch die Beschwerde von Pronatura Basel
gegen die Zollfreie Straße beim EU-Parlament in Straßburg wegen
Verstoßes gegen die Berner Artenschutzkonvention.
Durch neuerliche Einsprüche auf Schweizer Bundesebene ist nun nach drohendem Baubeginn wieder Zeit gewonnen.
Vor allem konnte der Bau der Straße durch massive Proteste von
Basler und deutschen Bürgern bisher aufgehalten werden. Ein Zeltlager,
eine Abstimmung zum Schutz der Wieseauen, wöchentliche Protestaktionen
an der Wiese und in den Innenstädten von Basel und Lörrach, ein sehr
aktiver Protestkreis und eine gute Überzeugungsarbeit bei der Basler
Kantonsregierung bewirkte den bisherigen Erfolg.
