Buntes Waldprogramm zu allen Jahreszeiten
Kreativität und Spass für Kinder bei ihrer Erkundungstouren Foto: Ruth Haustetter
Die BUND Kindergruppe Wehr trifft sich alle zwei Wochen am Freitagnachmittag, um den Wald zu erkunden. Geleitet wird die Gruppe von Yvonne Sommer und Edda Holzmayer. Für die etwa fünfzehn Jungen und Mädchen gibt es dabei immer wieder etwas Neues zu sehen und zu erleben. Wir wollen einige Beispiele geben
2004:
Das Jahr war bestimmt durch viele gemeinsame Spiele draußen, Entdeckungen und Beobachtungen in der Natur. Mittlerweile fühlen sich die Kinder so vertraut in dem ausgewählten Waldstück, dass selbständige Erkundungen in kleinen Gruppen in den Vordergrund treten. Ein paar starke Seile reichen bereits aus, um eine Baumschaukel zu bauen oder die aufgeworfene Wurzel eines umgestürzten Baumes zur Kletterwand umzuwandeln. Großer Beliebtheit erfreut sich der Umgang mit dem Taschenmesser. Aus Haselnussruten wurden Pfeil und Boden geschnitzt, Riesenmikado-Stäbe oder Holzinstrumente angefertigt. Natürlich begleiten das Spielen bei allen Unternehmungen auch Beobachtungen zum Jahreszeitenverlauf, wie winterliche Spurensuche im Schnee, blühende Haselnusssträucher mit gelbem Pollenflug, Entdeckung der ersten Keimlinge von Buschwindröschen und jungen Buchen, Entwicklung von Froschlaich, Bacherkundung im Sommer, herbstliche Kunstwerke auf dem Waldboden waren unter anderem Inhalte der Waldausflüge.
Nicht vergessen werden soll das Theaterstück im Wald „Die goldene Gans“. Alle Kinder haben mit viel Phantasie aus NaIm Juli 2004 konnten die Kleinen unterstützt von der Energiegemeinschaft Hochrhein stabile Wasserräder aus Holz zusammennageln und anschließend an einem Waldbach in vorgefertigten „Holzkanälen“ ausprobieren. Der große Höhepunkt war wohl in den Sommerferien 2004 der Bau eines Lehmofens. Hierbei konnten die Kinder so richtig im Lehm „erfühlen“, mit Händen und Füßen nach Herzenslust matschen oder kleine Figuren formen. Eine Woche später, nachdem der Lehmofen getrocknet war, haben die Kinder dann ihren Eltern, im Rahmen eines kleinen Gartenfestes, den Lehmofen (natürlich mit Lehmofen-Pizza) vorgestellt.turmaterialien „Kulissen“ gebaut, sich aus Efeu Haarkränze geflochten, Bärte aus Moos und eine goldene Gans aus vielen gold-gelben Herbstblättern gezaubert. So konnte an einem strahlenden Herbsttag allen Eltern ein gelungenes Waldtheater dargeboten werden.
2005:
Bereits im Januar startete die BUND-Kindergruppe aus Wehr ihr Programm. Trotz eisiger Kälte kamen vierundzwanzig Kinder in den Wald. Aus Rindertalg und Kleie wurde Vogelfutter gekocht und in kleine Blumentöpfe gefüllt. Dies konnten die Kinder zuhause in den Garten aufhängen und die Vogelwelt, die an der Futterstelle einkehrt zu beobachten. Mit nicht ganz einfacher, aber spannender Spurensuche im Schnee beschäftigten sich die Kinder bei dem nächsten Treff und dank den vielen Bewegungsspielen wurde es dabei nicht zu kalt.
Im Frühjahr stand die Beobachtung der Entwicklung von Kaulquappen an. In einer großen Pfütze am Wegrand tummelten sich über Wochen hinweg viele Kaulquappen, die untersucht wurden, und zur großen Freude der Kindergruppe tauchten auch Bergmolche auf.

Viel Spass im Wald haben die Kinder in der Wehrer BUND Kindergruppe Foto: Ruth Haustetter
Im April begleitete Herr Ignaz Kogler die BUND-Kindergruppe aus Wehr an den Bach. Er zeigte den Kindern, wie man mit Hilfe starker Äste und einer gezielten Hebelwirkung schwere Steine im Bachbett umlagern kann, um so kleine Wasserfälle, so genannte „Kaskaden“, anzulegen. Dies war vor allem für die älteren Kinder eine große Herausforderung, die mit viel Ehrgeiz angepackt wurde. Die kleineren siebten derweil ganz eifrig nach winzigen Goldstückchen im feinen Sand. An einem weiteren Treffen hat die Gruppe einen kleinen Tümpel ausgehoben, mit Steinen befestigt und selbst gebastelten Boote zu Wasser gelassen. Trotz der vielen Spiele und Entdeckungen im Wald hatte in diesem Jahr das Wasser immer wieder eine große Anziehung auf die Kinder.
In den Sommerferien gab es eine gelungene Aktion zum Thema „Papierschöpfen“. Vom zerreisen über einweichen, kochen und pürieren der Schnipsel lernten die Kinder, wie aus dem entstandenen Papierbrei neues Papier geschöpft wird. Durch verschiedene Papierfarben und das Einschöpfen von kleinen Bildern entstanden viele Kunstwerke, die die Teilnehmer am Ende Stolz ihren Eltern präsentierten. Nach den Sommerferien ging es weiter mit dem Bau von Holz-Wasserrädern. Diese Aktion wurde wie auch im letzten Jahr von der Energiegemeinschaft Hochrhein organisiert. Vielen Dank!
Yvonne Sommer, Leiterin des Waldkindergartens Schopfheim, hat die Kindergruppe des BUND im Herbst übernommen und wird sie mit neuen Ideen, Entdeckungen und Aktivitäten durch das Jahr führen. Unter dem Motto „Kunst im Wald“ gestalteten die Kinder mit ihr aus herbstlichen Fundstücken ein großes Wichtel-Bodenbild, schnitzten Zwerge aus Aststücken, bastelten Mobiles und freuten sich über neue Waldspiele. Kerzen gießen im Wald, wobei kleine Nussschalen- Teelichter und bizarre Schneekerzen entstanden, bildeten den Abschluss im Jahr 2005.
2006:
Beim ersten Schnee ist die Waldkindergruppe zusammen mit einem Jäger auf Fährtensuche. Dabei werden oft Spuren von Rehen, die am Waldrand gefressen haben, entdeckt. Nahe der Häuser halten sich dagegen Hunden und Katzen auf. Im Feld gibt es Hasenspuren und am Waldrand die Spuren von Eichhörnchen und Mäusen.Zur Laichzeit der Grasfrösche werden Kaulquappen gerettet, die in austrocknenden Pfützen versuchen zu überleben. Die Kaulquappen werden gefangen, in großen Behältern zu Laichteichen gebracht und ausgesetzt.

Auf Schusters Rappen geht es durch den Wald, immer auf Entdeckungsreise Foto: Edda Holzmayer
Ein besonderes Thema im Jahr 2006 lautete „Rund um den Holunderbaum“. Dabei haben die Kinder Holunder an verschiedenen Standorten gesucht, über seine Heilkraft gesprochen und keltische Sagen kennen gelernt. Aus der Ernte wurde Holundersaft gemacht und Glücksbringer gebastelt. Gleichzeitig hat die Gruppe Rindenschiffchen gebaut und zu Wasser gelassen. Lange und intensiv beschäftigte sich die Waldkindergruppe mit dem Thema Schmetterlinge. Es wurden die Arten bestimmt, die angetroffenen Exemplare pro Art gezählt und zudem ihre Nährpflanzen am Fundort bestimmt. Die Kinder konnten sich aus pflanzengefärbter, verfilzter Wolle selber ihre Schmetterlinge formen. Bunte und fantasievolle Falter wurden dabei hergestellt. Immer wieder geht es auf Entdeckungsreise. Dabei werden Tiere und Kleinstlebewesen, Bäume und kleinere Pflanzen bestimmt. Eine gute Übung zur Schärfung der Tastsinne ist es, Fußpfade aus Moos, Tannenzweigen, Kieselsteinen, Matsch, Farn und sonstigen Naturmaterialien zu erstellen und barfuss, aber blind, darüber zu gehen und zu ertasten und zu erspüren. Dem gleichen Zweck dient ein Blinden-Parcours und die Bestimmung von Bäumen mit verbundenen Augen.