BUND Kreis HöxterWaldentwicklung in Mitteleuropa - über den Einfluss von Wisent & Co.Wie stellte sich eigentlich der Wald dar, bevor der Mensch Einfluss genommen hat und Wisent & Co. zur mitteleuropäischen Waldlandschaft gehörten? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Vortrag von Dr. Burkhard Beinlich, dem wissenschaftlichen Leiter der Landschaftsstation im Kreis Höxter, am 11. Februar 2009 im Waldinformationszentrum Hammerhof in Warburg-Scherfede.Seit fast 20 Jahren wird der Einfluss der großen Weidetiere (Megaherbivoren) auf die Vegetation Mitteleuropas kontrovers diskutiert. Schon über die Artenzusammensetzung der Großsäuger-Zönosen ohne den Einfluss des Menschen besteht keine Einigkeit in den verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen. Wurden Waldelefant oder Riesenhirsch durch den Menschen ausgerottet? Wenn ja, wären sie ebenso Bestandteile der mitteleuropäischen Fauna wie Ur oder Auerochse, Wisent oder Wildpferde - große Weidegänger, die nachweislich dem Menschen zum Opfer gefallen sind? Für die Rekonstruktion der Naturlandschaft ist das Wirken der großen Weidegänger von großer Bedeutung, denn es handelt sich zum Großteil um Tierarten, die in geschlossenen Wäldern nicht überleben können. ![]() Welchen Einfluss hatten Wildrinder wie Wisente (Bison bonasus) und Auerochsen oder Wildpferde und auf die Vegetation Mitteleuropas? (Foto: Heinz Sielmann Stiftung). Das umstrittene Bild der Vegetationskunde von einer geschlossenen Waldlandschaft, in der ein Eichhörnchen problemlos von der Nordsee bis zum Harz ohne den Boden zu berühren wandern kann, wurde ohne Berücksichtigung der großen Säugetiere gemacht. Unter Berücksichtigung der Verhaltensweisen, der Morphologie und Physiologie der verschiedenen Großherbivoren konstruieren die Zoologen heute ein anderes Bild der mitteleuropäischen Landschaft, dass sich mit den Bedürfnissen eines Großteils der heimischen Tier- und Pflanzenarten besser in Übereinstimmung bringen lässt als die bisherigen Vorstellungen einer weitgehend geschlossenen Waldlandschaft. Referent: Dr. Burkhard Beinlich (wiss. Leiter der Landschaftsstation). Ort: Warburg-Scherfede, Waldinformationszentrum Hammerhof, Walme. Kostenbeitrag: € 2,-. Eine Veranstaltung des Waldinformationszentrums Hammerhof. ... mehr |
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