BUND Kreis HöxterWillkommen Wolf – im SollingNeuhaus. Der Wolf ist zurück im Solling! Nach einer vermeintlichen Beobachtung eines Wolfes durch einen Forstarbeiters im Februar 2008 gelang vor zwei Wochen der gesicherte Nachweis. Am 27. und 28. September wurde ein Wolf von zwei Förstern des Niedersächsischen Forstamtes Neuhaus gleich zweimal an einem Wochenende beobachtet. Robert Willeke, Leiter des Wildparks Neuhaus, gelang es, das Tier aus 250 Metern Entfernung mit dem Teleobjektiv zu fotografieren.Um keinen „Wolfstourismus“ auszulösen, teilten die Niedersächsischen Landesforsten nur mit, das Tier sei im Forstamt Neuhaus gesehen worden. Bärbel Pott-Dörfer, die im Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) das Wolfsmanagement für ganz Niedersachsen koordiniert, bestätigte auf Nachfrage des TAH, das Wolf sei im Hochsolling bei Neuhaus gesehen worden. (Quelle: TAH vom 14.Oktober 2008). Willkommen im Weserbergland WolfErste Beobachtungen eines Wolfes im Reinhardswald nach 150 JahrenDie Nachricht von der Rückkehr des Wolfes nach Hessen nach 150 Jahren ist nicht nur bei Naturschützern mit Freude aufgenommen worden. Anfang Mai war im Reinhardswald nördlich von Kassel ein Wolf (Lupus canis) gesichtet worden. Nach Auffassung des Naturschutzverbandes BUND gilt es jetzt, Bewohner der Region und Touristen über das Verhalten des Tieres aufzuklären. Es gehe darum, bei einigen Menschen noch bestehende Vorbehalte abzubauen und beispielsweise Spaziergänger in dem Erholungsgebiet zu informieren, sagte BUND-Naturschutzreferent Thomas Norgall am Donnerstag der Nachrichtenagentur ddp. ![]() Wölfe (Foto: Steffen Zibolsky - NABU) Norgall betonte, Wölfe seien scheu und nach allen Erfahrungen für den Menschen ungefährliche Tiere. Dies gelte es nicht nur hin und wieder über die Medien zu transportieren. Die Informationen müssten auch dort zu finden sein, "wo die Menschen tatsächlich aus ihrem Auto aussteigen, um Spazieren zu gehen". Auch müsse man darüber aufklären, woran ein Wolf zu erkennen ist und wie leicht die Tiere mit Hunden verwechselt werden können. Im vorliegenden Fall handele es sich vermutlich um ein Jungtier. Bei diesen könne es zwar vorkommen, dass sie aus Neugier Menschen aus gewisser Entfernung beobachten, erläuterte Norgall. Dass sie sich dem Menschen aber auf eine Weise nähern, wie man es in Bayern mit «Problembär Bruno» erlebt habe, sei hier nicht zu erwarten. Nach Einschätzung Norgalls hat der beobachtete Wolf durchaus Chancen, im Reinhardswald zu überleben. Es gebe dort reichlich Wild, zudem seien Wölfe sehr anpassungsfähig. Einen Abschuss habe der Wolf in dem Staatsforst nicht zu befürchten. "Die größte Gefahr für ihn ist, dass sich eine Hundekrankheit auf ihn überträgt oder er auf einer Straße von einem Auto erfasst wird", sagte Norgall. Dass der Wolf zur ernsthaften Bedrohung für die Schafbestände in der Region werden könnte, glaubt Norgall nicht. In Hessen würden viel mehr Schafe von wildernden Hunden gerissen oder einfach gestohlen. Gleichwohl müsse man darüber reden, wie Schäfer finanziell entschädigt werden können, wenn eines ihrer Tiere von dem Wolf gerissen wird. Das hessische Umweltministerium hatte dazu bereits seine Bereitschaft erklärt. "Wir werden niemanden mit möglichen Schäden alleine lassen", hatte das Ministerium am Mittwoch nach einem Treffen mit Vertretern der Naturschutzverbände, der Forstverwaltung, der Wissenschaft sowie der Jägerschaft erklärt. Pressemitteilung des BUND Hessen vom 28. Mai 2008 Der Wolf gehört zur heimischen TierweltBUND-Vorschläge zur weiteren Vorgehensweise des UmweltministeriumsDer Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßt den heute stattfindenden "Runden Tisch" anlässlich des Auftretens eines Wolfs im Reinhardswald bei Kassel. BUND Vorstandssprecher Otto Löwer bekräftigt: "Der Wolf gehört zur heimischen Fauna. Wir freuen uns über die schnelle Einladung des Umweltministeriums und noch mehr über die überwiegend positive Reaktion der Bevölkerung". Um den Fragen und dem Interesse der Bevölkerung und der Wissenschaft gerecht zu werden, schlägt der BUND Hessen folgende Maßnahmen vor: 1. Da der Wolf bisher ausschließlich im Bereich des Reinhardswaldes aufgetreten ist, sollten alle Informationen und die organisatorische Maßnahmen primär regional, d.h. im Bereich des Reinhardswaldes und seiner angrenzenden Kommunen in Hessen und Niedersachsen sowie in der Stadt Kassel erfolgen. 2. Hilfreich wäre die schnelle Erstellung eines einfachen Faltblattes, das erste Fragen beantwortet und erste Informationen enthält. Zielgruppen der Information sind - Wald-Spaziergänger, die wissen wollen, ob ein Spaziergang nun gefährlich ist - alle, die im Reinhardswald arbeiten, die wissen wollen, ob sie an ihrem Arbeitsplatz nun einer besonderen Gefährdung unterliegen - Mitglieder der Naturschutzverbände, Jägerinnen und Jäger, Försterinnen und Förster, Waldarbeiterinnen und Waldarbeiter, etc., die wissen wollen, wie man Wolfsspuren erkennt und an wen man sich mit glaubwürdigen Hinweisen wenden kann - Viehhalter, die wissen wollen, ob ihr Vieh gefährdet ist und wie sie es ggf. schützen können, - alle sehr Naturinteressierten, die Neuigkeiten über Reinhard, den Wolf im Reinhardswald, wissen wollen. 3. Organisatorisch sollten die Aktivitäten beim örtlichen Forstamt koordiniert werden. Als erste Informationsmöglichkeiten bieten sich die vorhandenen Informationstafeln im Gelände an. Außerdem könnte ein Faltblatt in den Kommunen und Behören ausgelegt und an Interessensgruppen verschickt werden. 4. Je nach Verlauf der nächsten Monate sollte nach 3, 6 Monaten oder 12 Monaten zu einem Folgetermin eingeladen werden, um die ersten Erfahrungen auszuwerten. Pressemitteilung vom BUND Hessen vom 09. Mai 2008 BUND begrüßt den Wolf im ReinhardswaldUmweltministerium soll Arbeitsgruppe einsetzenDer Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) freut sich über das Auftreten des Wolfes im hessischen Reinhardswald. "Alle Erfahrungen sprechen dafür, dass von Wölfen in Deutschland keine Gefahr für den Menschen ausgeht", sagt BUND-Vorstandssprecher Jörg Nitsch. Der BUND fordert das Umweltministerium zur Einrichtung einer Arbeitsgruppe auf, die die vorhandenen und künftigen Beobachtungen sammelt und die Öffentlichkeit über den Wolf in der Kulturlandschaft informiert. Der BUND knüpft mit seiner Forderung an die Erfahrungen mit den Wölfen in der Lausitz in Brandenburg an. Die Staatssekretärin Astrid Klug des Bundesumweltministeriums hatte am 13.02.2007 die dort gemachten Erfahrungen zusammengefasst (http://www.bmu.de/reden/parl_staatssekretaerin_astrid_klug/doc/38716.php): "Von ganz entscheidender Bedeutung für ein Wolfsmanagement ist die Aufklärung der Öffentlichkeit und insbesondere der unmittelbar Betroffenen. Nachdem es so lange keine Wölfe in Deutschland gab, fehlen uns einfach die Erfahrungen im Umgang mit dem neuen Nachbarn. Isegrims Rückkehr nach Deutschland ist von vielen Menschen mit Begeisterung aufgenommen worden. Einige Menschen sind jedoch auch verunsichert oder haben Angst." Weitere Informationen bei Thomas Norgall, Naturschutzreferent des BUND Landesverband Hessen e.V. Triftstrasse 47, 60528 Frankfurt am Main Tel. 069 - 6773 7614, Fax: 069 - 6773 7620 e-Mail: thomas.norgall@bund-hessen.de |
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