BUND Kreis HöxterVon Enzianen und FledermäusenFachhochschule präsentiert Naturschutzgebiete aus Höxter und OWLHöxter. "Die Ausstellung ist sehr gefragt, wir hätten sie gerne früher nach Höxter geholt, umso mehr freuen wir uns, sie jetzt präsentieren zu können", sagt Prof. Dr. Ulrich Riedl vom Fachgebiet Landschaftsökologie und Naturschutz am Höxteraner Standort der Fachhochschule Lippe und Höxter. Seit gestern zeigt die Fachhochschule im Foyer des Gebäudes 6 die Ausstellung "Naturgeschichten - 100 Jahre staatlicher Naturschutz in OWL". In diesem Jahr sind es korrekterweise schon 101 Jahre, denn seit September 2006 ist die von der Bezirksregierung in Detmold erarbeitete Ausstellung auf Reisen. "Im Jahre 1906 nimmt in Danzig die staatliche Stelle für Naturdenkmalpflege in Preußen ihre Arbeit auf, damit wurde in Deutschland der staatliche Naturschutz begründet, in Ostwestfalen-Lippe wurde 1912 mit dem Doberg bei Bünde das erste Naturschutzgebiet gegründet, aber auch der Kreis Höxter hat eine sehr lange Naturschutztradition", sagt Dipl.-Ing. Landschaftsarchitekt Walter Neuling, von der Bezirksregierung, der die Ausstellung maßgeblich entwickelt hat. In Ostwestfalen-Lippe gibt es heute 357 Naturschutzgebiete mit einer Fläche von 41.000 Hektar. "Die konnten wir natürlich nicht alle in die Ausstellung aufnehmen, sodass wir uns mit einem Querschnitt begnügen mussten", erläutert Landschaftsarchitekt Neuling. Die Dokumentation umfasst 22 thematische Tafeln, die die Geschichte des staatlichen Naturschutzes sowie beispielhafte Reservate beschreiben. Der Kreis Höxter ist in der Ausstellung mit zwei Beispielen vertreten. Das älteste Naturschutzgebiet im Kreis ist der Höxteraner Bielenberg. Er wurde 1930 zum Naturschutzgebiet erklärt. Er besteht aus Muschelkalk und ist als Umlaufberg der Weser entstanden. Auf seinem Kalkmagerrasen gedeihen in 230 Metern Höhe seltene Pflanzen wie das Knabenkraut und Enzian-Arten. In den verzweigten Stollen des Berges finden sechs Fledermausarten ideale Bedingungen, darunter das seltene Große Mausohr. Mit einer Fläche von 65 Hektar ist der Bielenberg eher klein. Kalkmagerrasen mit Wacholder am Bielenberg (Foto: Hanns-Dieter Mitzka,17.10.2007) Seltene Orchideen wie das Dreizahnige Knabenkraut Fast doppelt so groß ist das Naturschutzgebiet Wandelnsberg (255 Meter hoch ) zwischen Beverungen und Drenke. "Er ist ein gutes Beispiel für eine Kulturlandschaft", betont Neuling. Dass dort Orchideen-Arten wie das Dreizahnige Knabenkraut und das Stattliche Knabenkraut heimisch werden konnten, lag an der Nutzung als Schafweiden, die die Vegetation kurz hielten und so genug Sonne die Orchideen erreichen konnte. "Heute ist der Wandelnsberg zu 35 Prozent bewaldet und nur noch fünf Hektar der insgesamt 107 Hektar sind Halbtrockenrasen", sagt Neuling. Aber auch der Wald hat seine guten Seiten. Am Wandelnsberg sind seltene Vogelarten wie Rotmilan, Turteltaube, Heidelerche, Feldschwirl, Neuntöter und Kolkrabe zuhause. Die Ausstellung ist noch bis zum 9. November montags bis freitags von neun bis 19 Uhr zu sehen. (Quelle: Neue Westfälische vom 12.10.07). Die Informationstafeln über die Ausstellung erhalten Sie unter: www.bezreg-detmold.nrw.de. LiteraturGunter Hesse (1975): Das Naturschutzgebiet Bielenberg bei Höxter. |
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