BUND Kreis Höxter

Quelle: Neue Westfälische vom 10. Dezember 2007, von Dieter Müller und
Burkhard Battran


Tausende machen das Licht aus

Menschen im Kreis Höxter beteiligen sich an der Aktion zum Klimaschutztag

Kreis Höxter. Licht aus – Kerze an. Die sechsjährige Paula Schriever fand’s toll. So wie sie handelten viele Menschen im Kreis Höxter am Samstagabend um 20 Uhr: Sie beteiligten sich an der Aktion "Licht aus! Für unser Klima", zu der unter anderem die Umwelt-schutzgruppen BUND, Greenpeace und WWF aufgerufen hatten.

Seit zwei Jahren ist der 8. Dezember der Inter-nationale Klimaschutztag. Zurzeit beraten auf Bali Politiker und Experten aus 160 Nationen, wie der Klimawandel gestoppt werden kann. Wer am Samstagabend googeln wollte, tat das zwar nicht im Dunklen, aber zumindest auf einer pechschwarzen Seite. "Wir haben das Licht ausgemacht. Jetzt sind Sie dran", stand auf der Startseite der Suchmaschine Google. Und die Zeitung mit den großen Buchstaben schrieb: "Licht aus für eine bessere Welt."

"Wir wollen mit unserer symbolischen Aktion Geistesblitze und Debatten entfachen, die den gesellschaftlichen Diskurs über einen effektiveren Klimaschutz und die Rolle, die jeder Einzelne darin spielt, befeuern können", sagte Brigitte Behrens, Geschäftsführerin des Greenpeace Deutschland, auf der Greenpeace-Homepage.

20 Uhr im Kreis Höxter. Tausende Menschen machen für fünf Minuten das Licht aus. In der Warburger Innenstadt beispielsweise merkt man davon aber nur wenig. Schaufenster, Straßen- und Weihnachtsbeleuchtung – alles strahlt uneingeschränkt weiter. Aber in vielen Wohnetagen ist es dunkel. Auch bei Sabine Kloid (43). "Ich mache mit, weil man Zeichen setzten muss", sagt die Warburgerin. "Wir machen aber Kerzen an, damit wir nicht ganz im Dunkeln sitzen", betont Rosi Wilmes (60) aus Bonenburg.

Viele Menschen im Kreis Höxter knipsten einfach das elektrische Licht aus. Für fünf Minuten blieben viele Häuser im Kreis Höxter dunkel. "Das ist gemütlich und wir sparen Strom", konnte Paula Schriever der Aktion nur Gutes abgewinnen. "Es ist allerhöchste Zeit, auf dieses Problem, das ja schon seit Jahrzehnten bekannt ist, mit dieser dringend notwendigen Aktion aufmerksam zu machen", sagte Irene Büttner, stellvertretende Vorsitzende des BUND im Kreis Höxter. Sie sagte: "So konnte mit dieser flächendeckenden Aktion jeder Mensch mit einem Knopfdruck darauf hinweisen und zeigen: Ja, mir ist es bewusst, worauf wir hinsteuern. Das ist ein kleines Schrittchen in die richtige Richtung. Es sind allerdings weitere große Schritte notwendig. Es hilft wenig, wenn wir nur in Deutschland unser Bewusstsein schärfen. Wir müssen bereit sein, auch auf etwas zu verzichten. Wir müssen weniger Energie verschleudern – das ist es, was diese Aktion zum Vorschein gebracht hat." Irene Büttner vermeidet schon seit langem, zu viel Licht an der Abtei Marienmünster einzusetzen.

"Hauptsache das Licht geht hinterher auch wieder an", sprach Johannes Bartscher (56) aus Ossendorf eine verbreitete Befürchtung aus. Aber die von Kritikern vorher befürchteten Stromschwankungen traten offensichtlich nicht auf. Schon am Samstag hatten die großen Energieversorger Eon und RWE verbreiten lassen, sie seien gut auf mögliche Probleme vorbereitet. Das Bereitschaftshandy der Stadtwerke Steinheim beispielsweise blieb am Samstagabend so dunkel wie die meisten Häuser. "Keine Anrufe, keine Probleme", hieß es vom Bereitschaftsdienst der Steinheimer Stadtwerke. Die "Licht aus!"- Aktion hatte allerdings Skepsis bei anderen Umweltschutzgruppen ausgelöst.

Unter dem Motto "Licht an – aber richtig!" hatten der Naturschutzbund, Robin Wood und die Globalisierungsgegner Attac eine eigene Aktion ins Leben gerufen. Sie riefen dazu auf, die fünf Minuten dazu zu nutzen, herkömmliche Glühbirnen gegen Energiesparleuchten auszutauschen und anschließend einen Antrag für den Wechsel zu einem Ökostromanbieter ausfüllen.

Weitere Informationen zur Aktion unter: www.lichtaus.info.


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