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Bund für Umwelt und Naturschutz
Deutschland e.V. (BUND)
Ortsverband Karlsruhe
| Alter Flugplatz
Das Gelände des Alten Flugplatzes von Karlsruhe zwischen der Nord- und der Nordweststadt hat sich im Lauf der Zeit zu einem einzigartigen Naturgebiet entwickelt: ein Stück Steppe mitten in der Stadt mit seltenen Pflanzen und Tieren. Aber diese weite Freifläche, die wertvoll ist auch für die Bewohnerinnen und Bewohner der umliegenden Stadtteile, ist bedroht: Die Stadt hält an alten Wohnbauplänen fest, obwohl längst keine Wohnungsnot mehr herrscht, und das Land Baden-Württemberg hat das Gelände nur zu einem unzureichenden Teil als Schutzgebiet nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) an die Europäische Union gemeldet. Zu den Leserbriefen in den BNN „Welche Chance hat der Alte Flugplatz?“ vom 17.2.2001 und „Die Stadtteilkonferenz - eine kleine Zeitreise“ vom 24.2.2001 Es ist sehr erfreulich, dass sich für den Schutz des Alten Flugplatzes eine breite Öffentlichkeit einsetzt. Das Bewusstsein in weiten Teilen der Bevölkerung um den Wert dieses Areals steht aber nach wie vor in krassem Missverhältnis zum Bewusstsein der entscheidend politisch Verantwortlichen. Die abgespeckte Teil-Meldung als NATURA 2000-Gebiet durch die Landesregierung spricht Bände. Der BUND hat sich daher in einem ersten Schritt an Herrn Minister Trittin gewandt und wird erneut bei der EU-Kommission Beschwerde einreichen, um die Forderung nach dem Schutz der Gesamtfläche zu untermauern. Dass auch seitens des Landes zunächst die gesamte Fläche zur Meldung vorgesehen war zeigt, dass fachlich die Argumente erkannt und die richtigen Schlüsse gezogen, politisch aber von der Landesspitze nicht akzeptiert wurden. Dabei kommt das von der Stadt Karlsruhe in Auftrag gegebene Gutachten zur Umweltverträglichkeit einer Teilbebauung zu einem vernichtenden Ergebnis, sicherlich auch der Grund, warum dieses Gutachten unter Verschluss gehalten wird. Neben all diesem Gerangel um den Schutzstatus des Gebietes kommt es jetzt entscheidend darauf an, die Pflege und Entwicklung des sensiblen Gebietes ernsthaft anzugehen. Mit der Teilmeldung als NATURA 2000-Gebiet ist seitens des Landes zumindest das unumstrittene Schutzbedürfnis der Kernflächen auch offiziell bestätigt. Damit besteht spätestens jetzt die Pflicht, diese Flächen in ihrem Zustand zu erhalten und einer Verschlechterung entgegen zu wirken. Dies kann nur durch die Umsetzung eines geeigneten Pflege- und Entwicklungskonzeptes geschehen. Im Rahmen solch eines mittlerweile vorliegenden Konzeptes, das sowohl die notwendige Gestaltung der Außengrenzen und Eingangsbereiche, die Pflege als auch eine konsequente Überwachung der notwendigen Verhaltensregeln beinhaltet, ist auch die Einrichtung von unbefestigten Pfaden zur Besucherlenkung denkbar. Dass sich die Stadt Karlsruhe, so die Aussage von H. Garbers, an der Überwachung des Gebietes durch die Naturschutzwarte aktiv beteiligen wird, wird von uns sehr begrüßt. Jeder Besucher des Alten Flugplatzes muss sich vor Augen halten: Je mehr die Tier- und Pflanzenwelt geschädigt wird, umso geringer werden die Chancen, den Alten Flugplatz auch als Erholungsfläche zu sichern. Wer z.B. seinen Hund bewusst und entgegen höflicher Hinweise frei springen lässt, schneidet sich letztendlich ins eigene Fleisch! Befestigte und beleuchtete Wege über das Gelände vertragen sich nicht mit dem Schutzbedürfnis und werden vom BUND nach wie vor abgelehnt. Daran ändert auch eine „umweltverträgliche“ Beleuchtung nichts. Auch der Naturschutzbeirat hat sich hinter die Aussagen des Pflegekonzeptes gestellt, das eine Befestigung und Beleuchtung von Wegen ablehnt. Insofern müssen die Ausführungen des Leserbriefs vom 17.2.2001 ergänzt werden. |