Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)
Ortsverband Karlsruhe

ECE-Komplex steht gegen ökologische Stadtentwicklung

Unabhängig von der Frage, ob überhaupt eine dringende Notwendigkeit für ein solches Einzelhandels- und Dienstleistungszentrum wie das geplante ECE am Ettlinger Tor besteht, ist in der Zerstörung intakter und zum Teil denkmalgeschützter Bausubstanz und in der Verlagerung bestehender kultureller und sozialer Einrichtungen (Theater, Schule, Kindergarten, Kulturinstitut) zu Gunsten von Konsum und Verkehr ein Zeichen gegen einen schonenden Umgang mit Ressourcen und gegen eine nachhaltige ökologische Stadtentwicklung zu sehen, wie dies im Rahmen des Agenda-21-Prozesses immer wieder gefordert wird.

Die Einsicht, dass unsere Lebensgrundlagen durch die zunehmende Umweltzerstörung bedroht sind, sollte sich auch in der Karlsruher Stadtentwicklungspolitik niederschlagen. Dazu gehört u.a. die konsequente Eindämmung des Kfz-Verkehrs. Das geplante Einkaufszenmtrum mit über 1.000 Stellplätzen würde der weiteren Verkehrsflut Tür und Tor öffnen. Eine reduzierte Bebauung dagegen, die bestehende Gebäude integriert, mit weniger Verkehr und einer verbesserten ÖPNV-Anbindung durch eine neue Straßenbahnlinie in der Kriegsstraße sowie die Tieferlegung des Kfz-Verkehrs dort, könnte eine Bebauung auch unter ökologischen Gesichtpunkten rechtfertigen.

Angesichts des Nachholbedarfs in diesen Bereichen, aber auch vor dem Hintergrund der Turbulenzen um das Kongresshotel und die Neue Messe sollte die Stadt mit künftigen Großprojekten kritischer umgehen, die vorgelegten Pläne genauer prüfen und ökologische Gesichtspunkte stärker berücksichtigen.

Dr. Rüdiger Brinkmann, AK Ökologischer Städtebau

BUND Karlsruhe, Leitseite