BUND Klimaschutz

BUND-Delegiertenversammlung kritisiert „Kohleför­de­r­politik“ der Bun­desregierung

Bad Hersfeld/Berlin 19.11.2006: Hauptaufgabe der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im kommenden Jahr muss nach Auffassung des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Durchset­zung eines europäischen Aktionsplanes zum Energiesparen sein. Deutsch­land müsse seine CO2-Emissio­nen bis 2020 um mindestens 40 Prozent senken, die EU im gleichen Zeitraum um 30 Prozent im Vergleich zu 1990. Zum Erreichen dieser Ziele seien erhebliche Steige­rungen der Energie­effi­zienz und der weitere Ausbau der erneu­er­­baren Energien im Strom- und Wärmebereich erforderlich.

Im hessischen Bad Hersfeld verabschiedeten die Delegierten des BUND auf ihrer Bundesversam­m­lung an diesem Wochenende eine Resolution, in der sie die „Kohleförderungs­poli­tik der Bundes­regierung“ kritisierten. Damit werde eine „Dinosau­rier­tech­nologie“ unterstützt, die Klima­proble­me verschärfe, statt sie zu lösen. Dies gelte insbeson­dere für die Braunkohleverstro­mung. Außerdem müsse die Trennung von Stromerzeugung und Stromnetzen stattfinden, um eine dezentrale Versorgung mit elektrischer Energie zu ermöglichen. Verhindert werden müsse auch, dass die Atomkraft zum Klimaretter erklärt werde.

Angelika Zahrnt, BUND-Vorsitzende: „Die Bundesregierung hat es in der Hand, der europä­ischen Energiepolitik einen entscheidenden Schub in Richtung Energieeffizienz und klimaverträglicher Energiegewinnung zu geben. Dazu gehört, aus veralteten oder gefährlichen Energieträgern wie Kohle oder Atomkraft auszusteigen. Alle staatlichen Subventionen für diese Energieträger abzuschaffen, wäre ein erster machbarer und wichtiger Schritt."

Außerordentlich wichtig zur Steigerung der Energieeffizienz ist nach Ansicht des BUND auch die Reduzierung des Spritverbrauchs der Pkw. Die Bundesregierung müsse sich für eine EU-Regelung zur Halbierung des CO2-Ausstoßes und damit des Kraftstoffverbrauchs innerhalb der nächsten zehn Jahre einsetzen. Von heute 160 Gramm pro Kilometer müsse der durchschnittliche CO2-Ausstoß von Neuwagen auf 80 Gramm pro Kilometer abgesenkt werden. So ließen sich allein in Deutschland etwa 50 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr vermeiden.

Neben der Gefährdung des Klimas sei der rasante Verlust der Artenvielfalt die zweite zentrale Herausforderung. Deutschland und die EU hätten sich verpflichtet, bis 2010 das Arten­sterben zu stoppen. Erforderlich dafür seien die umgehende Verabschiedung einer nationalen Biodiversitätsstra­tegie und die Überprüfung der EU-Agrarpolitik.

Pressekontakt: Norbert Franck, Leiter der BUND-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 030-27586-489, Mobil: 0178-4591528, Email: presse@bund.net


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