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Straßen und Verkehr
in Amphibien-Lebensräumen
Biologische Grundlagen
Unsere heimischen Amphibienarten habe unterschiedliche
ökologische und klimatische Ansprüche an ihre Lebensräume. Allein aus diesem
Grund kommen in Schleswig-Holstein nur 16 der insgesamt 21 Amphibienarten
Deutschlands vor. Durch Klimaveränderungen können allerdings allmähliche
Lebensraumverschiebungen eintreten.
Die Fortpflanzungsbiologie der
Amphibienarten erfordert jeweils
besonders geeignete Laichgewässer zur Vermehrung und Arterhaltung; diese sind
deshalb das Zentrum der Populationen. Unsere Amphibienarten in Schleswig-Holstein
sind alle an drei artspezifische Teillebensräume gebunden:
- Winterlebensraum
- Laichgewässer
- Sommerlebensraum
Diese Teillebensräume der Arten
und die saisonalen Wanderwege zwischen diesen Örtlichkeiten bilden den
Gesamtlebensraum einer Amphibienpopulation. Bei den Wanderungen werden je
nach Amphibienart und Lebensraumangebot Entfernungen von 500 Meter bis 5000 Meter zum Lachgewässer zurückgelegt.
Das dichte Netz der
Verkehrsinfrastruktur mit Straßen und Bahnlinien mit dem darauf fast ständig
fließenden Verkehr verbraucht zunehmend mehr Lebensräume. Zusätzlich zerschneidet
es die Wanderwege, wenn in die Straße keine oder eine unwirksame Amphibien-
und Kleintierleitanlage eingebaut ist. Diese Situation ist an fast allen
Konfliktstellen zwischen Amphibienwanderungen und Straßen bzw. Schiene der
Fall.
Gesetzliche Grundlagen
Der Gesetzgeben des Bundes und
insbesondere des Landes Schleswig-Holstein haben zur Lösung des Problems eine
ausreichend gute Grundlage mit den vorhandenen Naturschutzgesetzen geschaffen.
Zur Durchführung des Amphibienschutzes an Straßen hat das Bundesverkehrsministerium
im Januar 2000 eine spezielle Richtlinie, das „Merkblatt zum Amphibienschutz
an Straßen (MAmS 2000)“ eingeführt.
Im November 2000 hat auch das
Land Schleswig-Holstein das MAmS 2000 eingeführt. Trotzdem besteht ein
Problem bei der Umsetzung: Die erforderlichen Maßnahmen für den Amphibienschutz
an Straßen im Land Schleswig-Holstein wurden von den Straßenbauverwaltungen
bislang meistens entweder überhaupt nicht oder unwirksam und nur in wenigen
Einzelfällen (3 Stück) einigermaßen zufriedenstellend hergestellt.
Dagegen hat der BUND-AK
Amphibien im Kreis Herzogtum Lauenburg durch konstante Projektarbeit u. a.
auch die Herstellung von hochwirksamen Amphibienleitanlagen an zwei Kreisstraßen
(K 20, K 1) betrieben und mit sehr guten Erfolg auch selbst durchgeführt: Die
qualifizierte Effizienzuntersuchung der vom Umweltministerium
Schleswig-Holstein beauftragten Universität Hamburg ergab eine Querungseffizienz
der Anlage K 20 Moorteich Möhnsen von 83 %.
Neue Systeme nach dem heutigen
Stand der Technik können bei fachgerechter Planung und Bauleitung über 90 %
Querungseffizienz, somit also auch eine Zerschneidungsminimierung um ca. 90 %
für Amphibien und andere Kleintierarten erreichen.
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