BUND Kreisverband Ludwigsburg

Pressemitteilung Kreisverband Ludwigsburg März 2007

BUND: Blumen in Rasen und Wiesen sollen blühen und versamen.
Eine Wiese spart Zeit und bietet Abwechslung und Vielfalt


Die Natur ist in Hochform.
Auf den Rasenflächen setzen Gänseblümchen, Ehrenpreis, Günsel oder das Wiesenschaumkraut bunte Tupfer. Wo es noch Wiesen gibt, schieben bereits Margeriten, Salbei, Pipau oder Knautie ihre Köpfe aus dem Boden. Aber man hört auch seit März allerorts die Rasenmäher brummen und knattern. Und gleich ist es vorbei mit der bunten Pracht. Nicht nur die betroffenen Wildpflanzen und Kräuter werden abrasiert, sondern auch zahlreiche Tierarten wie etwa Wildbienen und Schmetterlinge, die jetzt auf Nahrungssuche sind, stehen vor leeren Tischen. Denn sie brauchen dringend Futter für sich und Ihren Nachwuchs. Ohne blühende Rasenkräuter und Wiesenpflanzen finden sie keinen Pollen und keinen Nektar - das Futter, auf das sie und ihre Nachkommen angewiesen sind. Der BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Kreisverband Ludwigsburg hat jetzt in einer Mitteilung an die Besitzer von blütenreichen Wiesen und Blumenrasen appelliert, den Rasenmäher sparsam zum Einsatz zu bringen und die Blumen in Rasen und Wiesen ausblühen und sich versamen zu lassen.

Auch die Pflanzen selbst spielen in der Nahrungskette und als Nahrungsgrundlage vieler Tierarten eine bedeutende Rolle im Naturhaushalt, die oft nicht genügend bekannt ist.
So fliegt zum Beispiel der Aurorafalter, dessen Männchen auffällig orange-weiß gefärbt ist, im zeitigen Frühjahr das Wiesenschaumkraut mit seinen zartlila Blüten an
um dort seine Eier abzulegen. Diese Rasen- und ist eine Hauptfutterpflanze für die Raupen des Aurorafalters. Fällt sie aus, etwa weil sie schon im März abgemäht wurde, erleidet auch der Schmetterling Bestandseinbußen. „Das muss nicht sein;“ meint Conrad Fink, Artenschutzexperte beim BUND, „als Besitzer eines Garten- oder Wochenendgrundstücks oder einer Baumwiese können Sie der bedrohten Tierwelt konkret helfen, indem Sie blühende Wildkräuter im Rasen und auf den Wiesen erhalten“. So sollte der Mähzeitpunkt möglichst weit in das Frühjahr oder den Vorsommer hinein verschoben werden. Besonders größere, üppige und schön blühende Wildkrautbestände, etwa von Margeriten, können beim Mähen ausgespart bleiben. Die Pflanzen sollten ausblühen dürfen und Samen bilden können, damit ihr Fortbestand gesichert ist.
Auch der Vorsitzende des Kreisverbandes, Stefan Flaig appelliert an die Besitzer von Hausgärten und Obstwiesen: „Lassen Sie Wildblumen im Rasen, in der Wiese und an Wegrändern ausblühen! Die Auszeit für den Rasenmäher kann Wildbienen und Schmetterlinge retten“.
Wenn es um den Erhalt der natürlichen Lebensgemeinschaften und der genetischen Ressourcen geht, ist auch bei der Gartenpflege oft ein Umdenken angezeigt. So bringt das späte Mähen und das Belassen blühender heimischer Wildkräuter der bedrohten Natur weitaus mehr Vorteile als die Pflege monotoner Rasenflächen, die oft auf einem falsch verstandenen Ordnungsdenken beruht. Oft kann ein Rasen, wenn er nicht oft betreten wird, auch in eine Wiese umgewandelt werden. Da der Klimawandel auch die Vegetationszeit verlängert, sollten sich Gartenbesitzer überlegen, ob sie noch mehr Zeit in die aufwändige Pflege eines Zierrasens stecken wollen oder nicht doch zu einer zweischürigen Wiese wechseln.
So legen viele Stadtgärtnereien wieder Blumenwiesen an oder mähen seltener, was die Blumen im Rasen fördert und auch Schmetterlingen und Bienen nützt. Hobby- und Freizeitgärtnern wird empfohlen, es den Stadtgärtnern nachzumachen und blühende Wildkräuter in extensiv genutzten Rasenflächen, also dort, wo die Nutzung nicht so stark ist, zu fördern und zu erhalten. Eine Wiese sollte zweimal im Jahr, jeweils im Juni und im August, mit der Sense oder dem Balkenmäher gemäht und das Mähgut kompostiert werden. Die Mahd mit der Sense schont das Klima und hält körperlich fit. Der Verzicht auf Düngung fördert die Artenvielfalt.


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