BUND Kreisverband Ludwigsburg

BUND und Grüne im Gespräch - Pressemitteilung Nov. 07

„Ruinösen Wettbewerb verhindern!“
Ludwigsburg. „Der Flächenverbrauch in der Region Stuttgart ist immer noch viel zu hoch und muss langfristig auf Null zurückgefahren werden.“ Darüber waren sich der Kreisverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Grünen-Fraktion in der Regionalversammlung bei einem Fachgespräch vor kurzem einig. Das Angebot an Bauflächen in den bereits bestehenden Flächennutzungsplänen der Region übersteige die Nachfrage summarisch bei weitem. Bei der Fortschreibung des Regionalplanes zeichne sich immerhin eine Senkung der Flächenausweisungen ab. Die Grünen wollen weiterhin auf einen strikten Kurs in der Regionalplanung pochen, um einen ruinösen Wettbewerb um Flächen zu verhindern.

Nach den bisherigen Beratungen basiert die Regionalplanfortschreibung auf einer Einwohnerzahl von 2,7 Mio. im Jahr 2025. „Damit ist zwar ein leichter Bevölkerungsrückgang berücksichtigt. Die Zahl ist uns aber immer noch zu hoch gegriffen. 2,6 Mio. Einwohner hatte das renommierte Pestel-Institut berechnet. Entsprechend überhöht ist der prognostizierte Flächenbedarf“, kritisiert die Fraktionsvorsitzende Ingrid Grischtschenko. Neuausweisungen für zukünftig weniger Leute seien unnötig.

Die übermäßigen Flächenausweisungen der Vergangenheit hätten dazu geführt, dass Gewerbe- und Wohngebiete nun im „Vorratsregal“ liegen. „Nicht wenige Städte und Gemeinden bieten sie mittlerweile an wie Sauerbier, nachdem sie Millionen Euro in den Acker gesetzt haben“, erläutert der BUND-Kreisvorsitzende Stefan Flaig. Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung werde dies in wenigen Jahren unausweichlich auch bei den heute noch begehrten Gemeinden eintreffen.

Mit 2000 Hektar innerstädtischen und weiteren 5000 Hektar rechtskräftig ausgewiesenen Bauflächen habe die Region genügend Reserven. Diese Flächen müssten vorrangig ausgeschöpft werden, bevor es zu Neuausweisungen kommt. Der Grundsatz, nach dem in einer Flächenbilanz vorhandene Bauflächen zu berücksichtigen sind, sei im Regionalplan bereits vorhanden. Weitere Möglichkeiten zum Flächenschutz sehen die Grünen in der Möglichkeit, ausgewiesene aber nicht benötigte Flächen wieder aus der Planung zu nehmen.

Die Region müsse die regionalplanerischen Leitplanken vorgeben. Nur so seien die Kommunen vor ruinöser Konkurrenz untereinander zu bewahren und Fehlinvestitionen in Vorhalteflächen zu vermeiden, die letztlich von den Steuerzahlern bezahlt werden müssten. „Wir werden darauf pochen, dass die vorhandenen Instrumentarien voll zur Anwendung kommen, auch wenn dies schwierige Diskussionen vor Ort nach sich zieht. Sicher muss einigen Gemeinden gesagt werden: hier geht nicht mehr viel oder hier geht gar nichts mehr. Genau das aber ist Regionalplanung“, betonte Grischtschenko.

Unterstützt werden die Regionalgrünen dabei vom BUND, der eine klare Linie vorgibt: Er fordert von Landratsamt und Regierungspräsidium, Neubaugebiete nur noch auf den Entwicklungsachsen zuzulassen. „Wenn überhaupt noch neue Baugebiete notwendig sind, dann dürfen sie nur noch in Städten mit zentralörtlicher Funktion realisiert werden“, erklärt Flaig.

Der demografische Wandel böte aber auch Chancen: „Wenn etwa ab 2012 allmählich immer weniger Menschen in der Region leben und wohnen, könne deren Flächenbedarf im Wohnungsbestand gedeckt und damit die freie Landschaft geschont werden“, sind BUND und Grüne überzeugt. Eine wirkungsvolle Mobilisierung der Leerstände könne ebenso Flächenpotenziale freisetzen wie mehr Angebote für Generationen- oder Seniorenwohnen. Die Region müsse dringend entsprechende Konzepte entwickeln, auch um den Kommunen Unterstützung für eine demografiefeste Planung anbieten zu können.


Aktuelles
Pressemitteilungen
Innenentwicklung
Landschaftspflege am Geigersberg
Wechsel zum Öko-Stromanbieter
Termine
Vor Ort: Freiberg a.N.
Vor Ort: Ingersheim
Vor Ort: BV Stromberg-Neckartal
   Impressum zum Seitenanfang