BUND Kreisverband Ludwigsburg

BUND-Kreisverband zu Gewerbegebieten

"Kein Quadratmeter mehr!"
Ludwigsburg: "Es muss endlich Schluss sein mit der Verschleuderung von Volksvermögen!", verlangt der Kreisverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und meint damit die ungezügelte Ausweisung von Gewerbegebieten in vielen Kommunen des Kreises. Für jedes Unternehmen, das sich vergrößern oder neu im Kreis ansiedeln möchte, gebe es mehr als genug bereits erschlossene Flächen. Jeder weitere Quadratmeter sei deshalb unnötiger Landschaftsverbrauch, der auch noch vom Steuerzahler bezahlt werden müsse.

Volkswirtschaftlich gesehen sei nämlich durch ein neues Gewerbegebiet kein Gewinn für die Kommunen zu erzielen. Die Gemeinden würden sich nur die Betriebe und Arbeitsplätze gegenseitig abjagen. Und die ökologischen und verkehrlichen Probleme damit verschärfen. "Kokurrenz um einen nicht mehr wachsenden Kuchen ist eindeutig der falsche Weg", ist der BUND-Kreisvorsitzender Stefan Flaig überzeugt. Richtig sei es vielmehr, wenn die Kommunen mit ihren Gewerbeflächen kooperieren würden.
Die neuesten Planungen zeigen nach Ansicht des BUND die zukünftige Flächenflut: Gorßbottwar plant die Ausweisung von 20 Hektar im Häslachfeld, Ingersheim will 10 Hektar zusammen mit Bietigheim ausweisen, und dann ist noch ein interkommunales Gewerbegebiet zwischen Pleidelsheim und Murr vorgesehen. "Woher sollen denn die ganzen Betriebe für all diese Flächen kommen?", wundert sich der stellvertretende BUND-Kreisvorsitzende Wolfgang Huber.

Jede einzelne Gemeinde behaupte, dass der Bedarf dafür da sei, keine könne diesen aber wirklich belegen. "Meistens steht dann das Gewerbegebiet lange leer wie der so genannte "Perfekte Standort" bei Vaihingen, und so lange zahlen die Steuerzahler die Zinskosten der Erschließung", weiß Huber. Aber selbst wenn sich unerwartet doch viele Betriebe ansiedeln würden, wanderten diese Unternehmen irgendwo anders ab. Prominentes Beispiel dafür sei der geplante Umzug der Firma Vögele von Mannheim nach Ludwigshafen. Die Arbeitsplätze würden dabei lediglich verlagert, in Ludwigshafen aber auf der Grünen Wiese auch noch öffentlich bezuschusst.

"Das Argument mit den neuen Arbeitsplätzen zieht schon lange nicht mehr. Woher sollen sie denn auch kommen, wenn die Arbeitslosenzahlen insgesamt kaum abnehmen?", fragt Flaig und macht eine einfache Rechnung auf: "Wenn alle Arbeitsplätze, die uns zu neuen Gewerbegebieten bundesweit versprochen wurden, wirklich "neu" gewesen wären, müssten wir längst Vollbeschäftigung haben."

Auch und gerade im Kreis Ludwigsburg ist nach Ansicht des BUND mehr als genug Gewerbefläche vorhanden, um den Wachstumsbedarf der lokalen Handwerker und Händler zu befriedigen. Und auch für die größeren Betriebe ließe sich eine geeignete und bereits erschlossene Fläche im Kreis finden,wenn die Kommunen zusammen arbeiten. Kooperation statt Konkurrenz müsse deshalb das Motto der Städte und Gemeinden für mehr Landschaft und vollere Gemeindekassen lauten, empfiehlt der BUND abschließend.


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