BUND Kreisverband Ludwigsburg

Stuttgart 21 ist der Kostentreiber!

Ludwigsburg. Die zu hohen Zahlungen an die Deutsche Bahn sind für den Kreisverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) nichts Neues. Schon vor Jahren hat der BUND angemahnt, die Verkehrsleistungen von Land, Region und Kommunen endlich auszuschreiben, um mehr Verkehr fürs gleiche Geld zu bekommen. Der BUND vermutet, dass die Ausschreibungen unterblieben sind, damit die Bahn bei Stuttgart 21 nicht von der Fahne geht.

"Was soll die plötzliche Empörung der Kreisräte über zu hohe Zahlungen an die Bahn?", wundert sich Stefan Flaig, Vorsitzender des 4000 Mitglieder starken Kreisverbands. Jedem, der die Finanzierung der S-Bahnen und Regionalzüpge halbwegs verfolgt habe, müsse doch schon lange klar gewesen sein, dass die Bahn von Land und Region zu viel Geld bekomme. So koste der Zugkilometer in Bayern nur zwischen 1 und 1,50 Euro, während Baden-Württemberg knapp 8 Euro pro Kilometer bezahlen müsse.

Der Unterschied: In Bayern wurden diese Preise durch Ausschreibungen erreicht. "Warum wird also nicht auch hier im Land ausgeschrieben? Es rufen doch auch sonst alle nach Privatisierung", stellt Flaig die logische Frage. Die BUND-Vermutung lautet: Stuttgart 21! Schon vor Jahren habe das Verkehrsministerium des Landes der DB den Exklusiv-Auftrag für alle Regionalverkehre bis 2015 zugesichert, wenn die Bahn weiterhin an Stuttgart 21 festhält.

Auch bei der kürzlich gescheiterten Ausschreibung der S-Bahnen in der Region habe die Bahn ihre starke Stellung ausgespielt, um die Konkurrenten noch vor der Ausschreibung zu verdrängen. Was ihr auch gelungen sei: Die Region habe die Ausschreibung erst mal auf Eis gelegt. "Dabei wäre es doch ganz einfach gewesen, die DB aus dem Verfahren auszuschließen oder zumindest damit zu drohen falls sie nicht nachgibt. Warum ist das nicht passiert?, fragt Flaig weiter.

Doch auch die Kommunen machen dieses Spiel um Stuttgart 21 nach Ansicht des BUND mit: Die im Kreistag so heftig beklagte weil hohe Verkehrsumlage, die der Landkreis an die Region überweist, werde bereits heute durch die Planungskosten von Stuttgart 21 nach oben getrieben. Wie sich diese Umlage entwickeln wird, falls Stuttgart 21 gebaut würde, könne sich jeder leicht selbst ausmalen. "Ich habe noch keinen Bürgermeister im Kreis gehört, der sich über die hohen Kosten von Stuttgart 21 beschwert, von den Baurisiken ganz zu schweigen", kritisiert Flaig die Einäugigkeit der Verantwortlichen.

Die Lösung sieht laut BUND relativ einfach aus: Als Erstes müsse Stuttgart 21 beerdigt werden; der endgültige Finanzierungsvertrag dazu stehe ja noch aus. Dann sollten alle Verkehrsleistungen ausgeschrieben und der Kopfbahnhof modernisiert (www.kopfbahnhof-21.de) werden! Damit bliebe nicht nur beim Betrieb, sondern auch beim Bau von Schienenstrecken genug Geld, um den ÖPNV wirklich leistungsfähig und preiswert zu gestalten. "Die Verantwortlichen müssen nur wollen - und aufhören, Krokodilstränen wegen der hohen Kosten zu vergießen", so Flaig abschließend.


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