BUND Kreisverband Ludwigsburg

Ingersheim. "nach eingehender Prüfung und Diskussion begrüßt der BUND-Kreisverband mit großer Mehrheit die geplante Windkraftanlage!"
Dieses Fazit zieht der Kreisvorsitzende Stefan Flaig nach einer intensiven BUND-internen Diskussion vor kurzem in Kleiningersheim. Die meisten Aktiven könnten den Eingriff in die Landschaft zugunsten des Klimaschutzes akzeptieren.


Bei dem Treffen standen eine Ortsbesichtigung und eine umfassende Diskussion auf dem Programm. Alle interessierten Mitglieder des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) im Kreisverband und den Ortsverbänden waren eingeladen, sich über das Für und Wider der Windkraftanlage (WKA) zu informieren. Einzelne Aktive brachten schwer wiegende Bedenken vor. So könnten Zugvögel wie etwa Wildgänse bei ihrem Zug entlang des Neckars zum Rastplatz im Wiesental vielleicht durch die WKA umkommen. Außerdem wurde befürchtet, dass die Bewohner des Lerchenhofs vom Schattenschlag erheblich gestört werden. Wichtige Argumente waren auch die Beeinträchtigung der an dieser Stelle noch weitgehend unverbauten Landschaft und und die Fernwirkung der knapp 180 Meter hohen Anlage.

"Wir mussten diese berechtigten Bedenken gegen die Vorteile des Klimaschutzes abwägen", erklärt Flaig die schwierige Entscheidungsfindung für den Verband wie für jeden einzelnen Aktiven. "Im Ergebnis will die große Mehrheit der BUND-Aktiven die WKA, weil wir für Klimaschutz und Atomausstieg auch bei intensivem Energiesparen noch erheblich mehr Kraftwerke für erneuerbare Energien brauchen." Da dürfe der BUND vor Ort keinen Rückzieher machen, solange eine WKA beispielsweise nicht direkt ins Naturschutzgebiet gestellt werde.

Diejenigen BUND-Mitglieder, welche sich für die stärkere Berücksichtigung des Natur- und Landschaftsschutzes aussprachen, empfahlen, endlich umweltverträgliche Standards wie ausreichende Mindestabstände zur Bebauung aufzustellen und hier den Gesetzgeber und die Planungsbehörden in die Pflicht zu nehmen. Künftig sollten auch zwingend die Aspekte der Erholungsvorsorge und der Schutz von Kulturlandschaften berücksichtigt werden.

Als nicht nachvollziehbar empfanden einige der Anwesenden die Planung des Verbands Region Stuttgart, der das Vorranggebiet auf der Ingersheimer Höhe vor Jahren als einziges im Stuttgarter Norden ausgewiesen hat, obwohl der Standort sicher nicht besser geeignet sei als einige andere in der Gegend. Der BUND-Kreisverband fordert die Regionalplaner auf, die Karte der Vorranggebiete für die Region Stuttgart mit nachvollziehbaren Qualitätskriterien zu überarbeiten. Auf diese Weise müssten sich noch weitere Standorte auch im Kreis Ludwigsburg finden lassen - am besten auch solche, die in einer stärker vorbelasteten Landschaft als in Ingersheim liegen.


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