BUND Kreisverband Ludwigsburg

"Wir können alles außer Windkraft"

Ludwigsburg. "In Rheinland-Pfalz liefern derzeit nahezu tausend Windräder umweltfreundlichen Strom - und das bei ähnlicher Topografie wie Baden-Württemberg." Mit dieser Festellerung widerspricht der BUND-Kreisverband dem Vorurteil, dass Baden-Württemberg als Binnenland für die Windkraft-Nutzung nicht geeignet sei.

Im Land waren Ende 2008 laut BUND nur 344 Windkraftanlagen (WKA) mit einer Gesamtleistung von 422 Megawatt (MW) Leistung installiert. Bereits Mitte 2008 wurden in Rheinland-Pfalz dagegen 946 WKA mit insgesamt 1158 MW betrieben. "Das ist mehr als die dreifache Leistung bei erheblich weniger Landesfläche", kritisert Stefan Flaig, Kreisvorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, die Nachzügler-Position Baden-Württembergs.

Ein weiterer Beleg für die Chancen der Windkraft im Land ist laut BUND das Windrad auf dem Brandenkopf bei Hausach im Schwarzwald. Mit über 2300 Volllaststunden rangierte es im Jahr 2006 bundesweit unter den Top Ten der ertragreichsten Windräder - einschließlich Küste!. "Dass in Baden-Württemberg nicht mehr Windräder stehen, liegt nicht an technischen oder wirtschaftlichen, sondern nur an politischen Beschränkungen", betont Flaig.

Die Landesregierung schwenke mit ihrem neuen Energiekonzept 2020 mittlerweile um. Darin sei eine Vervierfachung der Windkraft im Land geplant. Aber die regionale und kommunale Politik handelt nach Ansicht des BUND häufig nach dem Motto "Wir können alles außer Windkraft"! "Das muss sich ändern!", fordert Flaig.

Auch die Behauptung, die Windkraft könne Großkraftwerke nicht ersetzen, sei falsch, so der BUND weiter: "420 Windräder von der Größe des in Ingersheim geplanten (2 MW) bringen genauso viel Nennleistung wie der Block 1 des Atomkraftwerks Neckarwestheim (GKN) mit 840 MW", rechnet Flaig vor. Da nicht nur die Windräder, sondern auch das GKN nicht Vollzeit in Betrieb seien, könnten also genügend Windräder Großkraftwerke durchaus ersetzen.

Würde das Wind-Potenzial in Baden-Württemberg von mindestens 1400 WKA - verglichen mit Rheinland-Pfalz - vollständig realisiert, könne man das GKN 1 ohne Probleme abschalten und sich die neuen Kohlekraftwerke in Karlsruhe und Mannheim sparen. "Wenn dazu noch ins Stromsparen und in Effizienztechniken investiert wird und die anderen Erneuerbaren ebenso ausgebaut werden, dann können wir schon bald auf weitere fossil und atomar betriebene Großkraftwerke verzichten", ist Flaig überzeugt. Das fördere nicht nur den Klimaschutz, sondern auch die regionale Wirtschaft.


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