BUND Bezirksverband Marbach-BottwartalBesichtigung der Station des Deutschen Wetterdienstes auf dem Schnarrenberg in StuttgartWanderung mit dem BUND Marbach-Bottwartal über den Stuttgarter Schnarrenberg und Besichtigung der Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes am 29. Juli 2011. Bei sonnigem, aber schwülem Wetter starteten wir unseren Aufstieg zum Schnarrenberg in Stuttgart-Münster, vorbei an wunderschönen Gärten und durch den Weinberg. Obwohl sich der Weg human den Hang emporschlängelte, war der Aufstieg eine schweißtreibende Angelegenheit. So warf nahezu jeder der 16 Teilnehmer erst einmal einen Blick auf die Wetteranzeige an der Pforte der Wetterstation und wurde überrascht- die Lufttemperatur betrug nur 21,5 °C bei einer rel. Luftfeuchte von 58%. Wie ist nun die Schwüle zu erklären? Herr Michael Gutwein, Leiter der Wetterstation des DWD, fand sich nach einigen einführenden Worten inmitten der Erklärung von gefühlten Temperaturen und dass hierfür neben den Größen Temperatur und Luftfeuchte auch der Taupunkt eine Rolle spiele. ![]() Michael Gutwein und die Teilnehmer der Führung vor der Wetterdatenanzeige Der Deutsche Wetterdienst (DWD) ist der nationale Wetterdienst der Bundesrepublik Deutschland und dem Verkehrsministerium untergeordnet. In dieser Funktion betreibt er rund 3000 Messstellen in Deutschland und auf Schiffen, davon 2500 Orte, an denen ehrenamtliche Mitarbeiter Messwerte erfassen. Außerdem ist der DWD nicht nur europaweit vernetzt, es findet weltweit ein Datenaustausch statt. An diesen Messtellen finden hochpräzise, automatische Messungen statt. Die Aufgaben des DWD sind vielseitig- die meteorologischen Dienstleister sichern die Luft- und die Seefahrt und den Straßenverkehr, warnen die Öffentlichkeit vor gefährlichen Wettererscheinungen, überwachen die Atmosphäre auf radioaktive Spurenstoffe, desweiteren liefert er der Medizin wertvolle Hinweise z.B. auf Pollenflug oder die Landwirte können sich aus den Vorhersagen günstige Dünge- Spritz- oder Aussaattermine ableiten. Die langjährigen Wetteraufzeichnungen lassen auch den Trend der Klimaerwärmung sichtbar werden. Der Leiter der Wetterwarte verblüffte die Exkursionsteilnehmer, dass in Süddeutschland die gemittelte Temperatur im 19. Jahrhundert um 0,1 Grad anstieg, im 20 Jahrhundert dann schon um 1 Grad, während für die nächsten fünfzig Jahre ein Anstieg um volle 4 Grad erwartet wird. Wenn man also etwas über das Wetter der letzten Wochen hinausdenkt, heißt das, dass wir in naher Zukunft mit brütend heißen Sommern rechnen können. Wir konnten auch den Aufstieg eines Wetterballons beobachten. Ein Wetterballon ist ein mit Helium gefüllter Latexballon, an dem eine Radiosonde befestigt ist. Ein solcher Radiosondenaufstieg dient der kontiuierlichen Gewinnung von Meßwerten (Lufttemperatur, -druck, -feuchte und Windrichtung sowie –geschwindigkeit) in der freien Atmosphäre. Dabei steigt der Ballon maximal bis zu 35 km hoch, wo er, mittlerweile mit dem 10-fachen Durchmesser, dann zum Platzen kommt. Diese Radiosondenmessungen werden normalerweise zweimal täglich, zu international festgelegten Terminen und Standorten durchgeführt. Nachdem wir kurzweilig sämtliche Messgeräte auf dem Messfeld erklärt bekommen hatten, bekamen wir noch eine Wetterprognose für die nächsten 2 Wochen, bei Nachfrage auch für potentielle Urlaubsorte geliefert- der August wird sich weiterhin durch „Achterbahnwetter“ auszeichnen… Die sich auftürmenden Gewitterwolken im Blick stiegen wir die Stäffele hinab zum Parkplatz. Das angekündigte Gewitter kam erst abends, so dass der BUND Marbach-Bottwartal mit seinen Teilnehmern trockenen Fußes und mit vielen Informationen rund um das Wetter nach Marbach zurückkehrte. Andrea Lehning ![]() Am Bodentemperaturmessfeld klärt der Institutsleiter über Bodentemperaturmessungen in verschiedenen Bodentiefen und die Anwendungsmöglichkeiten der gesammelten Daten für den Straßenverkehr und die Landwirtschaft auf |
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