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Südkurier Markdorf, Donnerstag, 18.01.2007
Resolution gegen "Geheimanbau"
Rund 150 Genmais-Kritiker fordern mehr Aufklärung - Informationsabend
im BZM

Ungläubige Gesichter waren bei den Zuhörern
zu sehen, als Manfred Ladwig im BZM
über seine Recherche zur "Genverschwörung" von Industrie
und Politik sprach.
Markdorf - Die Besucher eines Informationsabends über den Anbau gentechnisch
veränderter Pflanzen im Bildungszentrum (BZM) haben am Dienstag eine
Resolution verabschiedet. Darin fordern sie
eine gründliche Aufklärung der Öffentlichkeit über
die Ausbringung sogenannter transgener Pflanzen. Über 100 der etwa
150 Anwesen unterzeichneten diese "Resolution zum Geheimanbau von
genverändertem Mais". Veranstalter waren ein örtlicher
Bioladen und das "Bündnis gentechnikfreie Anbauregion".
Heimliche Feldversuche, wie sie in der Vergangenheit auf Äckern
bei Markdorf-Stadel und im Bermatinger Teilort Ahausen durchgeführt
wurden, wären dadurch ausgeschlossen. So erläuterte Anneliese
Schmeh, Landesvorsitzende der "Arbeitsgemeinschaft bäuerliche
Landwirtschaft" (AbL).
Die politischen Vorzeichen stünden aber ungünstig. Einerseits
spiele der Verbraucherschutz eine geringere Rolle als zu Zeiten der rot-grünen
Regierungskoalition in Berlin. Andererseits sei gerade eine
Lockerung der Haftungsbestimmungen für transgene Produkte im Gespräch.
Vor dem Hintergrund der möglichen Risiken für die Natur und
für den Menschen sei eine Verfütterung gentechnisch veränderter
Pflanzen jedoch nicht ohne weitere wissenschaftliche Untersuchungen hinzunehmen.
Die Befürworter genveränderter Futtermittel berufen sich auf
Forschungsergebnisse aus den USA. Kritiker behaupten, diesen Resultaten
fehle die hinreichende wissenschaftliche Absicherung. Manfred
Ladwig, TV-Journalist beim SWR, ließ solche Gegenstimmen in seiner
Fernsehreportage zu Wort kommen, die er am Dienstagabend im BZM vorführte.
"Die Genverschwörung - eine Spurensuche" heißt sein
45 Minuten langer Film.
Darin berichtet Ladwig unter anderem von den Folgeerscheinungen der
grünen Gentechnik in Ländern, wo sie bereits seit längerem
praktiziert wird. Auf argentinischen Feldern etwa entwickelten sich offenbar
"Super-Unkräuter", die gegen die üblichen Herbizide
resistent seien. Wirksamere "Super-Herbizide" böten aber
gerade jene Chemie-Unternehmen an, die die Unbedenklichkeit transgener
Pflanzenaussaat propagiere.
Die Anwesenden im BZM sprachen sich während der Diskussionsrunde
nach dem Ladwig-Film
mehrheitlich für eine verstärkte Aufklärung über die
vermuteten Risiken aus.
(Stand: 18.01.2007 05:15)
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