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Südkurier Markdorf, Freitag, 27.04.2007
Sorge um die Störche bleibt
Zu viele gefährliche Lebensmittelreste - Jahresversammlung des BUND - Vorstand bestätigt

Der Vorstand des BUND Markdorf: (von links) Elisabeth Moll, Kassenprüfer Albin
Ströbele, Elli Miller, Erstvorsitzender Franz Beer, Heiner Bühler, Kassiererin Ingrid Hansmann und
Zweitvorsitzender Jörg Münch.
Die Mitglieder des "Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschlands" (BUND) in
Markdorf haben ihren bisherigen Vorstand wiedergewählt. Bei der Jahresversammlung in der "Krone"
spielten Personalfragen eine untergeordnete Rolle. Der Hauptakzent lag auf der inhaltlichen Arbeit. "Das
war mit Abstand das arbeitsreichste Jahr seit Gründung der Ortsgruppe", sagte Erster Vorsitzender Franz
Beer. Dieser Einsatz sei nötig gewesen, um manches laufende Projekt zum Abschluss zu bringen. Beer
führte etwa den Eisweiher an, wo seit kurzem Heckrinder weiden, damit aus den bisher intensiv genutzten
Wiesen künftig wieder ein ursprüngliches Biotop werden kann. Weitere wichtige Etappenziele seien im
Hepbach-Leimbacher-Ried erreicht worden. Dort weiden die nachgezüchteten Rinder schon länger. Ihre
Pflege und die der Landschaft konnte nun in bäuerliche Hände übergeben werden.
Von einer kleinen biologischen Sensation berichtete Beer aus dem Espenbach-Gebiet. Dort wurden große
Mengen der "Kleinen Flussmuschel" entdeckt. "Das ist das zweit-rarste Wassertier im Regierungsbezirk
Tübingen", erklärte der Erste Vorsitzende. Gemeinsam mit Friedrichshaben besitze Markdorf das höchste
Aufkommen dieses hier seit zwei Jahrzehnten verschwundenen Tieres.
Eine abschließende Erklärung fürs massenhafte Auftreten der Muscheln bei Markdorf, wusste Beer
indessen keine zu geben. Als mögliche Gründe führt er auf, dass die Fließgeschwindigkeit im
Espengraben gering sei. Es wurden dort auch keine Forellen ausgesetzt, die die für Muscheln
überlebenswichtigen Elritzen fressen. Und die Stadt habe dort ihre "Unterhaltsmaßnahmen" eingestellt.
Sorgen bereiten den Naturschützern nach wie vor die Störche. Denn das Thema "Mülldeponie" sei längst
nicht gegessen. Immer noch fliegen die Störche dort hin, um sich Nahrung für ihre Jungen zu holen. Sie
verschlingen Pizzareste und andere entsorgte Lebensmittel, um sie dann an ihre Brut zu verfüttern. So
dass die Tiere auch weiterhin Gefahr laufen, an Wurstzipfeln oder anderen Speise-Brocken zu ersticken.
Vom Landratsamt werde zwar darauf gedrungen, dass insbesondere vor den Wochenenden alle
Lebensmittelreste fortgeräumt werden, doch komme der private Deponiebetreiber dieser Forderung kaum
im erforderlichen Maße nach, so Beer, der das gesamte Storchenprojekt in Frage gestellt sieht, solange das
Bio-Abfall-Problem ungelöst bleibt.
(Stand: 27.04.2007 02:01)
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