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Schwäbische Zeitung, Dienstag, 19.06.2007
Der naturkundliche Rundweg ist eröffnet
MARKDORF - Im Gesträuch zwitschert der Neuntöter (ein Sperlingsvogel aus der Familie der Würger), vor dem Gesträuch spricht Bürgermeister Bernd Gerber: Gestern hat das Markdorfer Stadtoberhaupt offiziell den naturkundlichen Rundweg Markdorfer Eisweiher eröffnet.
Nach jahrelanger Planung und Arbeit ist es nun soweit: Das Naturschutzgebiet
südwestlich vom Markdorfer Ortskern ist fertig. Der Rundweg ist bewusst
erhöht angelegt, damit Frischluftliebhaber beim Spazieren das Gebiet in
seiner ganzen Pracht erfassen können. Der Pfad verläuft größtenteils auf
bestehenden Wegen und erlaubt es, Einblick in ungestörte Lebenszyklen
der Natur zu nehmen. Das Eisweihergebiet haben Stadt und Kreis in Zusammenarbeit
mit dem Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) renaturiert, Agrarflächen
wurden abgebaut, Weiher angelegt und Pflanzen angesiedelt. Auf die entsprechenden
Tiere brauchten die Naturschützer nicht lange zu warten, Franz Beer vom
BUND schwärmt: "Das Laubfroschkonzert ist beeindruckend", darüber hinaus
sei eine Libellenart entdeckt worden, die sich zuvor überhaupt nur an
zwei oder drei Stellen in ganz Baden-Württemberg habe blicken lassen.
Solche Erfolge freuen auch die Stadt: "Die Arbeit hat sich gelohnt", lobt
Bernd Gerber den Einsatz des BUND, der "Hervorragendes leistet". Der Bürgermeister
dankt aber auch den Landwirten, die Flächen zur Verfügung gestellt haben.
Neben den vielen Insektenarten tummeln sich im Eisweihergebiet auch Vierbeiner:
Pferde und vier Heckrinder, die auf natürliche Art dafür sorgen, dass
die Gegend nicht zuwächst, sondern schonend abgegrast wird. Zur weiteren
Beruhigung des Gebiets wurde der an der Oberen Gallusstraße beginnende
Fahrweg, der bisher mitten durch das Schutzgebiet führte, durch einen
neuen Teilabschnitt ersetzt, auf einer Länge von etwa 300 Metern. Vertreter
von Landkreis und Stadt überzeugten sich vor Ort davon, dass die Investition
von insgesamt knapp 26.000 Euro gut angelegtes Geld ist. Die Kosten tragen
je zur Hälfte der Landkreis und die Stadt Markdorf. In Nähe der Bahnunterführung
befindet sich ein Aussichtspunkt mit Sitzbank und Informationstafeln,
die über Weg, Flora und Fauna Auskunft geben. BUND-Mann Franz Beer wirkte
bei der Eröffnung sehr zufrieden: "Das Naturschutzgebiet ist zwar nicht
spektakulär, aber es lädt dazu ein, mit Augen und Ohren zu erfassen und
zu erleben." Wenn jetzt die Markdorfer und Besucher diesem Ruf folgen,
hat sich der Aufwand der letzten Jahre gelohnt. Aus Sicht der Tiere ist
das Projekt allemal gelungen: Der fröhlich trällernde Neuntöter fühlt
sich jedenfalls hörbar wohl
(Stand: 19.06.2007 00:09)
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